09.01.2026 | Mit bidirektionalem Laden wird dein Elektroauto mehr als nur ein Fahrzeug: Es wird zur mobilen Stromquelle für dein Zuhause oder für das öffentliche Netz. So kannst du nicht nur Strom effizient nutzen, sondern auch Kosten sparen. MeinAuto.de zeigt, wie bidirektionales Laden funktioniert, welche Varianten es gibt und welche Autos dafür geeignet sind.
Bidirektionales Laden
E-Auto als Stromquelle nutzen und Stromkosten sparen
CarCoach Facts
Das Wichtigste in Kürze
▶ E-Auto kann als mobile Batterie genutzt werden
▶ Strom fürs Haus, Geräte oder Netz (V2H, V2L, V2G)
▶ Ab 2026 einfacher und günstiger dank neuer Regeln
▶ Passende Wallbox und Steuerung wichtig
▶ Kosten rechnen sich oft nach wenigen Jahren
Was ist bidirektionales Laden?
Bidirektionales Laden heißt, dass Strom in beide Richtungen fließen kann. Du kannst dein Auto klassisch aufladen, aber auch die gespeicherte Energie wieder abgeben – etwa an dein Hausnetz oder an das öffentliche Stromnetz. Fachleute sprechen von Vehicle-to-X (V2X), wobei "X" je nach Einsatzzweck variiert:
-
V2L (Vehicle-to-Load): Stromversorgung für Geräte unterwegs, z. B. beim Camping.
-
V2H (Vehicle-to-Home): Stromversorgung für dein Zuhause, zum Beispiel abends oder bei Stromausfall.
-
V2G (Vehicle-to-Grid): Strom ins öffentliche Netz einspeisen und so das Netz stabilisieren.
Kurz gesagt: dein E Auto wird zur mobilen Batterie, die mehr kann als nur fahren.
Wie funktioniert bidirektionales Laden?
Ein bidirektionales System besteht aus drei Komponenten:
-
dem E Auto, das bidirektionales Laden unterstützt
-
einer bidirektionalen Wallbox oder Ladeinfrastruktur
-
einem Energiemanagementsystem, das steuert, wann Strom geladen oder abgegeben wird
Standard-Wallboxen können nur Strom in das Auto liefern. Für bidirektionales Laden benötigst du eine spezielle Wallbox, die den Stromfluss auch aus dem Auto heraus regeln kann. Außerdem sorgt ein Kommunikationsstandard wie ISO 15118 dafür, dass Auto, Ladegerät und Energiemanagementsystem zuverlässig miteinander kommunizieren.
Durch Anklicken des Vorschaubildes mit dem Play-Button werden personenbezogene Daten an den folgenden Anbieter übertragen: youtube.com
DatenschutzhinweiseWelche Varianten gibt es und wofür eignen sie sich?
Bidirektionales Laden ist nicht gleich bidirektionales Laden. Je nach Einsatzzweck unterscheidet man drei Varianten, die im Alltag ganz unterschiedliche Vorteile bieten.
V2L (Vehicle-to-Load): Strom für Geräte unterwegs
Bei V2L dient dein E-Auto als mobile Steckdose. Über eine integrierte Schuko- oder AC-Steckdose kannst du elektrische Geräte direkt mit Strom aus der Fahrzeugbatterie versorgen.
Typische Praxisbeispiele:
-
beim Camping Kühlbox, Laptop oder Kaffeemaschine betreiben
-
auf der Baustelle Werkzeuge oder Beleuchtung anschließen
-
im Garten oder bei Events Strom nutzen, ohne ein Aggregat zu brauchen
V2L ist technisch vergleichsweise einfach und bei einigen E-Autos bereits serienmäßig verfügbar. Für den Alltag zuhause spielt diese Variante allerdings eine eher untergeordnete Rolle.

V2H (Vehicle-to-Home): Strom fürs eigene Zuhause
V2H ist besonders für Eigenheimbesitzer interessant. Dabei versorgt dein E-Auto dein Haus mit Strom, zum Beispiel abends, wenn die Sonne nicht mehr scheint oder der Strompreis hoch ist.
Hier ein Praxisbeispiel:
-
tagsüber lädt dein Auto mit Solarstrom aus der PV-Anlage
-
abends nutzt du den gespeicherten Strom für Haushalt, Licht oder Wärmepumpe
-
bei einem Stromausfall übernimmt das E-Auto kurzfristig die Versorgung wichtiger Geräte
In diesem Szenario wird dein E-Auto zum zweiten Hausakku. Das senkt den Netzstrombezug und erhöht den Eigenverbrauch von Solarstrom deutlich. Voraussetzung ist eine geeignete Wallbox und eine sichere Netztrennung.

V2G (Vehicle-to-Grid): Strom ins öffentliche Netz einspeisen
Bei V2G geht dein Auto noch einen Schritt weiter: Es speist Strom zurück ins öffentliche Stromnetz. Das ist besonders relevant für die Energiewende, da viele E-Autos zusammen helfen können, Stromschwankungen auszugleichen.
Praxisbeispiele:
-
dein Auto lädt nachts günstig Strom
-
zu Zeiten hoher Nachfrage gibst du einen Teil wieder ins Netz ab
-
dafür erhältst du Vergütungen oder profitierst von dynamischen Stromtarifen
V2G ist technisch und regulatorisch am anspruchsvollsten, wird aber ab 2026 deutlich attraktiver. Besonders für Haushalte mit PV-Anlage, Flotten oder Unternehmen kann sich diese Variante langfristig auch finanziell lohnen.
Was ändert sich ab 2026 in Deutschland?
Ab 2026 wird bidirektionales Laden für Privatpersonen deutlich einfacher und wirtschaftlich interessanter. Konkret bedeutet das:
-
Ab 1. Januar 2026 gelten Elektrofahrzeuge, die Strom zurück ins Haus oder Netz einspeisen, rechtlich wie stationäre Stromspeicher. Das vereinfacht Abrechnung und Steuern.
-
Doppelte Netzentgelte fallen ab diesem Zeitpunkt weg. Du musst Strom, den du ins Netz einspeist, nicht mehr doppelt bezahlen.
-
Ab April 2026 treten neue technische Regeln in Kraft, die eine reibungslose Rückspeisung ermöglichen – ohne aufwendige Zusatzmessungen oder komplizierte Zähler.
Dank dieser Änderungen wird V2G (Vehicle-to-Grid) für Privatpersonen, Unternehmen und Flotten wirtschaftlich interessant. Besonders vorteilhaft ist das in Kombination mit Smart-Charging-Systemen oder einer PV-Anlage, weil du so Strom gezielt nutzen und Kosten sparen kannst.
Welche Fahrzeuge unterstützen bidirektionales Laden?
Bidirektionales Laden ist heute noch kein Standard bei allen E-Autos, aber die Auswahl wächst. Viele Modelle unterstützen einzelne Varianten bereits serienmäßig, andere sind technisch vorbereitet und bekommen Funktionen per Software-Update oder Marktstart.

E-Autos mit bidirektionaler Ladefähigkeit
Ausgewählte Modelle
| Hersteller / Modell | Unterstützte Funktionen | Stecker / Ladeart | Hinweis |
|---|---|---|---|
| BMW i4 / i5 / iX | V2G | CCS, DC | ab 2026 geplant |
| BYD Atto 3 / Seal | V2L, V2H | CCS, DC | stark im DC-Bereich |
| Cupra Born | V2L, V2H | CCS, AC | Fokus auf Eigenverbrauch |
| Ford Explorer / Mustang Mach-E | V2L | CCS, AC | Fokus auf mobile Nutzung |
| Honda e:Ny1 | V2H | CCS | Haushaltsnutzung im Fokus |
| Hyundai Ioniq 5 / Ioniq 6 | V2L, V2H, V2G | CCS, Schuko | V2G teils AC-basiert |
| Kia EV6 / EV9 / Niro EV | V2L, V2H, V2G | CCS, AC | EV9 besonders geeignet für V2H |
| Mercedes GLC EQ | V2H, V2G | CCS, DC | Marktstart ab 2026 |
| MG4 / MG ZS EV | V2L | Schuko, AC | günstiger Einstieg |
| Nissan Ariya | V2H, V2G | CCS | neue Generation |
| Nissan Leaf | V2H, V2G | CHAdeMO, DC | V2G-Pionier |
| Peugeot E-408 | V2L | CCS, AC | externe Stromversorgung bis 3,5 kW |
| Renault 5 E-Tech | V2G | CCS, AC | frühe Serienintegration |
| Skoda Enyaq | V2H, V2G | CCS, DC | Technik verwandt mit VW |
| Tesla Model 3 / Model Y | V2H, V2G | CCS, DC | per Software/Wallbox geplant |
| Volvo EX30 / EX90 / EM90 | V2L, V2H, V2G | CCS, AC/DC | Smart-Home-Integration |
| VW ID.3 / ID.4 / ID.7 / ID. Buzz (77+ kWh) | V2H, V2G | CCS, DC | per Update 3.5+ |
| XPeng G6 | V2L | CCS | hohe Ladeleistung |

Stand: Januar 2026 - alle Angaben ohne Gewähr
Stromer zum Sparen
Sichere dir jetzt dein günstiges E-Auto-Angebot!
Welche Wallbox brauche ich?
Für bidirektionales Laden ist eine speziell geeignete Wallbox erforderlich. Standard-Wallboxen können nur laden, nicht entladen. Achte auf folgende Punkte:
-
Unterstützung von V2H oder V2G je nach Einsatzzweck.
-
Kompatibilität mit Energiemanagementsystemen für eine effiziente Nutzung.
-
Integration in Smart-Home-Systeme, um Stromflüsse optimal zu steuern.
Nur mit der richtigen Hardware und Software lässt sich das volle Potenzial nutzen.
Wie wirkt sich bidirektionales Laden auf die Batterie aus?
Bidirektionales Laden führt zwar zu zusätzlichen Lade- und Entladevorgängen, diese fallen im Vergleich zu normalen Fahrzyklen jedoch gering aus. In der Praxis arbeitet das System meist in engen Ladefenstern, etwa zwischen 20 und 80 Prozent, was die Alterung der Batterie reduziert. Moderne Lithium-Ionen-Akkus sind auf mehrere tausend Zyklen ausgelegt, zudem überwachen Temperatur, Ladeleistung und Zellzustand das Batterie-Management-System permanent. Kritische Belastungen wie Tiefentladung oder dauerhaft hohe Ladezustände werden gezielt vermieden.
Langzeitstudien und Praxistests zeigen, dass sich die zusätzliche Beanspruchung bei korrekt umgesetztem bidirektionalem Laden kaum messbar auf die Lebensdauer auswirkt. Hersteller koppeln entsprechende Funktionen deshalb oft an zertifizierte Wallboxen, Software-Freigaben und Garantiekonzepte. In der Gesamtbetrachtung stehen einer leicht erhöhten Zyklenzahl konkrete Vorteile gegenüber: sinkende Stromkosten, eine bessere Nutzung von Photovoltaik-Strom oder zusätzliche Erlöse durch Netzdienstleistungen. Für viele Nutzer überwiegt damit der Nutzen die technisch bedingte Mehrbelastung.
Was kostet bidirektionales Laden?
Die Kosten für bidirektionales Laden setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
-
Hardware: Eine bidirektionale Wallbox kostet in der Regel 2.500 bis 5.000 €, je nach Hersteller und Leistung. Ein Energiemanagement-System für Smart-Home-Integration kann zusätzlich 500 bis 1.000 € kosten.
-
Installation: Die Installation inklusive eines Smart Meters für V2G liegt meist zwischen 500 und 1.500 €, abhängig vom Aufwand und der Elektroinstallation.
-
Stromkosten: Ab 2026 werden durch neue Regelungen doppelte Netzentgelte vermieden. Das macht die Nutzung wirtschaftlich deutlich attraktiver.
Beispielrechnung für einen Haushalt mit PV-Anlage
Ein typischer Haushalt mit eigener Photovoltaikanlage nutzt bidirektionales Laden, um Solarstrom zwischenzuspeichern und gezielt wieder zu verwenden oder ins Netz einzuspeisen.
Einmalige Kosten
-
Bidirektionale Wallbox inkl. Energiemanagement: 4.000 €
-
Installation und Smart Meter: 1.000 €
-
Gesamt: 5.000 €
Jährliches Einsparpotenzial
-
Höherer Eigenverbrauch von Solarstrom: ca. 500 € pro Jahr
-
Einnahmen durch V2G (Rückspeisung ins Stromnetz): ca. 300 € pro Jahr
-
Gesamter jährlicher Nutzen: 800 €
Amortisation
- 5.000 € / 800 € = ca. 6,25 Jahre
▶ Ergebnis: Nach rund 6 Jahren hat sich die Investition vollständig amortisiert. Ab diesem Zeitpunkt senkt das bidirektionale Laden dauerhaft die Stromkosten und kann zusätzlich Einnahmen generieren – besonders in Kombination mit Smart Charging und einer PV-Anlage.
Wann lohnt sich bidirektionales Laden?
Ob sich bidirektionales Laden für dich lohnt, hängt stark von deinen persönlichen Voraussetzungen ab. Entscheidend ist vor allem, wo und wie du dein E-Auto lädst, ob du eigenen Strom erzeugst und wie gut sich das Laden steuern lässt.
Das spricht dafür:
-
du lädst regelmäßig zuhause
-
du besitzt eine PV-Anlage oder planst eine
-
du kannst eine geeignete bidirektionale Wallbox installieren
-
du steuerst das Laden und Entladen gezielt, z. B. über Smart Charging oder Strompreise
-
du möchtest Stromkosten senken und Eigenverbrauch erhöhen
-
du willst dein E-Auto auch als Haus- oder Notstromspeicher nutzen
Das spricht eher dagegen:
-
du lädst überwiegend unterwegs
-
du hast keine PV-Anlage und keinen relevanten Eigenverbrauch
-
bei dir ist keine passende Ladeinfrastruktur installierbar
-
du nutzt keine Steuerung für Lade- und Entladezeiten
-
das Einsparpotenzial ist aktuell gering
Wenn du regelmäßig zuhause lädst, kann bidirektionales Laden dein E-Auto vom reinen Fortbewegungsmittel zur echten Stromzentrale machen. Du senkst deine Stromkosten, nutzt Solarstrom effizienter und machst dich ein Stück unabhängiger vom Netz. Ab 2026 wird das Ganze dank klarer Regeln und wegfallender Netzentgelte endlich auch wirtschaftlich richtig spannend. Wichtig ist, dass dein Auto, die Wallbox und das Energiemanagement sauber zusammenspielen – dann holst du das Maximum raus.
Mein Tipp: Kombiniere bidirektionales Laden mit einem dynamischen Stromtarif und lasse dein System automatisch dann laden oder einspeisen, wenn der Strompreis am günstigsten bzw. höchsten ist – das bringt oft mehr als jede einzelne Hardware-Optimierung.
Mehr zum Thema E-Auto
Unsere Ratgeber halten dich unter Strom
MeinAuto.de-Ratgeber
Alle Kategorien im Überblick
Faszinierend elektrisierend
Sichere dir jetzt dein neues E-Auto!
Der Erhalt der Deal-Alarm-Mail ist kostenlos und unverbindlich. Eine Abmeldung ist über den Link am Ende jeder Deal-Alarm-Mail möglich. Informationen dazu, wie deine personenbezogenen Daten verarbeitet werden, findest du in unserer Datenschutzrichtlinie.


































