HU, TÜV, AU, Feinstaubplakette und GWP: Sicherheit beim Autofahren

Ein funktionierendes und ordnungsmäßiges Auto ist die halbe Miete um sicher auf den Straßen unterwegs zu sein. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber verschiedene regelmäßige Prüfungen für den PKW und einen möglichen Anhänger vorgeschrieben. So müssen wir alle mit unserem liebsten Gefährt zum TÜV oder zur DEKRA fahren um unsere Hauptuntersuchung (HU) abzuholen, uns eine Feinstaubplakette bestellen und falls vorhanden unseren Gasantrieb bei der Gasanlagenprüfung kontrollieren lassen. Alles zum Thema „regelmäßige Kontrollen durch den Gesetzgeber“ finden Sie auf dieser Seite.

Was ist die Hauptuntersuchung?

hu_plakette_nummernschildEine Hauptuntersuchung (HU) am Fahrzeug ist seit 1951 in Deutschland Pflicht. In der allgemeinen Umgangssprache wird die HU auch als TÜV bezeichnet. Es bestehen Vorschriften bezüglich der Sicherheit am Fahrzeug und auch Umweltanforderungen. Ob Ihr Fahrzeug oder Anhänger diesen Anforderungen entspricht, wird von staatlichen Behörden geprüft. Dazu gehören unter anderem der TÜV oder die DEKRA.

Sie können mit Ihrem Fahrzeug direkt zu einem Stützpunkt fahren, welche sich in den folgenden Mitgliedern aufteilen:

  • TÜV Süd
  • TÜV Hessen
  • TÜV Nord
  • TÜV Thüringen
  • TÜV Saarland
  • TÜV Rheinland

Vertragswerkstätten werden aber zu vereinbarten Terminen von mobilen Prüfern unterstützt. So können Sie auch in der Stammwerkstatt die HU abnehmen lassen.

Wie oft muss mein Fahrzeug zum TÜV?

Nach der Erstzulassung Ihres Neuwagens haben Sie für drei Jahre TÜV. In dieser Zeit geht der Gesetzgeber nicht davon aus, dass Ihr Auto die Verkehrstüchtigkeit nicht verliert. Danach müssen Sie das Fahrzeug alle zwei Jahre erneut vorstellen.

Die TÜV-Fristen dürfen maximal 2 Monate überschrittenen werden. Sollten Sie in dieser Zeit in eine Fahrzeugkontrolle kommen, droht Ihnen kein Bußgeld. Nach den 2 Monaten droht Ihnen aber in jedem Fall ein Bußgeld und meisten schreibt dann die Polizei Ihrem Fahrzeug eine vertiefende Untersuchung vor, die knapp 20 Prozent mehr kostet.

Läuft die HU eines Autos mit einem Saisonkennzeichen nicht in der Fahrsaison ab, muss dieses Fahrzeug erst bei Wiederinbetriebnahme beim TÜV oder bei der DEKRA vorstellig werden. Das heißt, die 2 Monate dürfen in solchen Fällen überschritten werden.

Was wird bei der TÜV Prüfung kontrolliert?

werkstatt_kontrolle_reifenBei der Hauptuntersuchung Ihres Fahrzeuges kommt es zu keinen Reparaturen oder Ähnlichem. Es handelt sich um eine reine Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfung. Das bedeutet, der Prüfer sieht sich alles Notwendige an und prüft auf ausreichende Funktion.

Kontrolliert werden sicherheitsrelevante Komponenten wie zum Beispiel:

  • Bremsen
  • Scheiben und Spiegel
  • Beleuchtung
  • Lenkung
  • Räder und Reifen
  • Antrieb und Abgas- und deren Geräuschverhalten

Auch das Mitführen eines aktuellen Verbandskastens und Warndreieck gehören dazu.

Der TÜV stellt Ihnen eine Übersicht über die einzelnen Prüfbereiche zur Verfügung. So können Sie selbstständig einen Vorabcheck machen, oder diesen bei einer Fachwerkstatt durchführen lassen. Das spart Zeit und Geld. Eventuelle Mängel werden dann vor der HU erkannt und können beseitigt werden. Denn für eine Nachuntersuchung fallen erneut Gebühren an.

Aber auch regelmäßige Inspektionen durch die Werkstatt oder eine Sichtprüfungen durch Sie als Fahrer können bereits vorher Mängel identifizieren. So tragen Sie auch zwischen den Hauptuntersuchungen zu einem sicheren Auto und einem unfallfreien Fahren auf den Straßen bei, denn ein kaputtes Licht am Fahrzeug sollte nicht erst bei der HU erkannt werden.

Was muss ich zur HU beim TÜV mitbringen?

Bringen Sie zur Hauptuntersuchung auf jeden Fall den Fahrzeugschein Ihres PKW mit. Falls Sie Ihr Auto getunt haben oder besondere Felgen oder andere Anbauteile fahren, müssen Sie zusätzliche eine Anbaubestätigung, ein Teilegutachten (TG) und/oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE`s) für das Fahrzeug mitbringen. Es wird dann vom TÜV geprüft, ob das verwendete Teil eine Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) und die EWG-Typgenehmigung für das Fahrzeug besitzt und ob das Teil richtig verbaut worden ist.

Wie viel Kostet die Hauptuntersuchung?

Der Preis für die Hauptuntersuchung inklusive Abgasuntersuchung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Im Schnitt kommen Kosten von circa 95 Euro auf Sie zu. Diese Gebühr muss entweder bar oder per EC-Karte entrichtet werden.

Umweltschutz durch Feinstaubplakette

strase_umweltplakette_schildSeit März 2007 können Städte innerhalb Deutschlands in Umweltzonen aufgeteilt werden. Das erfolgt dann, wenn es zu einer erhöhten Feinstaubbelastung durch Fahrzeuge kommt. Diese Umweltzonen werden durch Beschilderung in den Farben rot, gelb und grün gekennzeichnet. Über diesen Farbcode ist geregelt, welche Fahrzeuge mit entsprechenden Emissionswerten die Umweltzone befahren dürfen.

Es gibt die Umwelt- oder Feinstaubplakette für Fahrzeuge in den drei Farbcodes, die auch auf den Schildern der Umweltzonen zu sehen sind. Wie beim Ampelprinzip werden die Emissionsraten des Fahrzeugs bewertet:

  • Schadstoffgruppe 4 (geringer Schadstoffwert) = grüne Plakette
  • Schadstoffgruppe 3 (mittlerer Schadstoffwert) = gelbe Plakette
  • Schadstoffgruppe 2 (hoher Schadstoffwert) = rote Plakette

Die ausgewiesenen Umweltzonen dürfen dann befahren werden, wenn das Fahrzeug die vorgeschriebene Schadstoffgruppe erfüllt oder sogar besser als diese ist.

Welche Bußgelder erwarten mich bei Nichtbeachtung der Umweltzonen?

Die Polizei, die Politessen und andere Stadtangestellte kontrollieren in Großstädten regelmäßig ob alle Fahrzeuge die erforderlichen Umweltauflagen erfüllen. Dazu ist es wichtig, dass Sie diese Aufkleber gut sichtbar an der Windschutzscheibe anbringen, aber ohne dass sie das Sichtfeld nach vorne beeinträchtigt. Am besten eignet sich die rechte untere Ecke der Windschutzscheibe.

Wird bei einer Kontrolle keine Umweltplakette oder die falsche Schadstoffgruppe vorgefunden, droht Ihnen ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro.

Wo kann ich die Umwelt- bzw. Feinstaubplakette kaufen?

Sie können diese auf Ihr Fahrzeug abgestimmte Plakette ganz bequem online über den TÜV, der DEKRA, bei den Kfz-Zulassungsstellen oder in Bürgerämter bestellen werden. Die Preise liegen zwischen fünf und fünfzehn Euro. Sollte sich Ihr Fahrzeug im Originalzustand befinden, kann die Plakettenprüfung ganz leicht anhand der Schlüsselnummer gemacht werden.

Die Gasanlagenprüfungen (GWP/GAP)

Da immer mehr Fahrzeuge auf die sparsame Motorvarianten mit einer Gasanlage umgerüstet werden, erfolgt auch hier eine notwendige Prüfung durch den TÜV. Diese kann zeitgleich mit der HU erfolgen und kostet dann circa 20 Euro.

Außerhalb der HU-Intervalle ist eine Gasanlagenprüfung nach Reparaturen, wie zum Beispiel nach Unfällen oder Instandsetzungen notwendig. Kontrolliert werden Funktionstüchtigkeit, Dichtigkeit und Vollständigkeit der Bauteile.

Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen

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