ADAC, ACE, AvD uvm. - Was bringt uns eine Mitgliedschaft?

In Deutschland gibt es eine große Anzahl an Automobilclubs. Als Verkehrsclubs mit dem Schwerpunkt „Automobil“ vertreten sie die Interessen von Autofahrern und Motorradfahrern gegenüber Staat, Behörden, Verbänden sowie der Industrie. Viele der Interessensgemeinschaften tragen ferner als Teststellen zur Steigerung der Sicherheit auf den Straßen bei. Darüber hinaus sind die Vereine beliebte Informationsorgane für Verkehrsteilnehmer.

Einem Automobilclub beitreten – warum?

panne_unfall_warndreieckWelche Leistungen und Vorteile sich für Sie aus einer Mitgliedschaft in einem Automobilclub ergeben, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und von dem gewählten Tarif abhängig. Zu den Klassikern im Leistungsspektrum der Clubs gehören kostenlose Pannenhilfe, Reparaturservice und Abschleppdienst. Vor der Wahl eines Verkehrsclubs empfehlen wir Ihnen, das jeweilige Leistungsportfolio zu studieren und zu vergleichen.

Automobilclubs in Deutschland

Zu den größten Automobilclubs in Deutschland zählen:

  • Allgemeiner Deutscher Automobil Club e.V. (ADAC) Der ADAC, bereits 1903 als Motorrad-Vereinigung gegründet, ist der größte und vermeintlich einflussreichste Verkehrsclub in Deutschland. Mehr als 17 Millionen Menschen vertrauen dem häufig als „Die Gelben Engel“ titulierten Münchner Verein. Der ADAC verfügt über eine eigene Flotte an Rettungshubschraubern sowie mehrere Fahrsicherheitszentren. Neben der aktiven 24-Stunden-Hilfe bei Pannen und Notfällen im Straßenverkehr bietet der Verein diverse Versicherungsleistungen. Der ADAC stellt darüber hinaus Tourismusinformationen und eigenes Kartenmaterial für Destinationen weltweit zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt des Clubs liegt im Bereich Testverfahren. Hier geht's zur Webseite des ADAC.
  • Auto Club Europa e. V. (ACE) Der ACE mit Sitz in Stuttgart ist mit mehr als 600.000 Mitgliedern der zweitgrößte Vertreter unter den Automobilclubs in Deutschland. Zum Leistungsportfolio des im Jahr 1965 gegründeten Vereins zählen unter anderem Unfallhilfe, Pannenhilfe, Fahrtrainings und eine Rechtsauskunft. Clubangehörige profitieren außerdem von Partnerwerkstätten, Beratungsangeboten und weiteren Serviceleistungen. Hier geht's zur Webseite des ACE.
  • Automobil-Club Verkehr e. V. (ACV) Der ACV besteht seit 1962 und hat seinen Hauptsitz in Köln. Über 270.000 Autofahrer in Deutschland haben sich dem Verein angeschlossen. Zum Leistungsspektrum gehören u. a. verschiedene Versicherungsangebote, eine 24-Stunden-Hotline im Schadenfall und eine Rechtsberatung. Mitglieder erhalten darüber hinaus Vergünstigungen bei den Kooperationspartnern des ACV. Hier geht' zur Webseite des ACV.
  • Automobilclub von Deutschland (AvD) Der AvD mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist ein alteingesessener Automobilclub mit mehr als 200.000 Mitgliedern. Der Ursprung des AvD reicht bis in das Jahr 1899 zurück, als der Verein unter dem Namen Deutscher Automobilclub in Berlin ins Leben gerufen wurde. Heute gehören der Interessensgemeinschaft etwa 50 Ortsclubs an. Der AvD leistet Pannenhilfe und bietet einen 24-Stunden-Notruf. Darüber hinaus sind Versicherungsleistungen, Rechtsberatung und ein Reisedienst im Serviceumfang eingeschlossen. Hier geht's zur Webseite des AvD.
  • Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) Dem ARCD gehören mehr als 115.000 Autofahrer aus Deutschland an. 1928 ursprünglich als Kraftfahrervereinigung gegründet, stammen die Mitglieder heute aus diversen Berufsgruppen. Ein Serviceschwerpunkt des Clubs liegt auf Schutzbriefen, die für alle Arten von Reisen gelten. Zudem stellt der Verein umfangreiche Touristeninformationen zur Verfügung. Hier geht's zur Webseite des ARCD.

Weitere Verkehrsclubs in Deutschland sind u. a.:

  • BAVC-Bruderhilfe e. V.
  • Neuer Automobil- und Verkehrs-Club e. V. (NAVC)
  • Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD)
  • Deutscher Damen Automobilclub e. V.
  • Kraftfahrer Schutz e. V. (KS)
  • Mobil in Deutschland e. V.

Die „Gelben Engel“ – Tarife beim ADAC

Hinsichtlich einer Mitgliedschaft in Deutschlands größtem Automobilclub gibt es verschiedene Optionen, die wir Ihnen im Folgenden auszugsweise präsentieren*:

Wie viel kostet der ADAC?

Beim klassischen Schutz innerhalb Deutschlands beläuft sich der Jahresbeitrag auf 49,00 Euro. Um auch über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus den umfangreichen Service des Vereins in Anspruch nehmen zu können, empfiehlt sich die ADAC-Plus-Mitgliedschaft für 84,00 Euro p. a. Diese lohnt sich vor allem für diejenigen Autofahrer, die häufig mit dem eigenen Pkw oder einem Mietwagen in Europa oder andernorts unterwegs sind. Neben Hilfe bei Pannen und Unfällen in europäischen Ländern umfasst die Plus-Mitgliedschaft Serviceleistungen weltweit. Hierzu gehören z. B. die Hilfe bei Krankheit, Verletzung und in Notsituationen sowie ein Unterwegs-Schutz mit Unfall-Sofortleistung, Reise-Vertrags-Rechtsschutz und Auslandsreise-Haftpflicht.

Für junge Fahrer bis 23 Jahre bietet der ADAC besondere Tarife. Führerscheinneulinge bis zur genannten Altersgrenze bezahlen im ersten Jahr in der Regel keinen Beitrag. Besonders interessant für Fahranfänger ist das – in der Regel kostenlose – Fahrsicherheitstraining des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs. Sollten Sie sich in der Ausbildung befinden und zwischen 18 und 23 Jahre alt sein, beläuft sich Ihr jährlicher Beitrag auf 24 Euro.

Was bietet der ADAC?

Unabhängig davon, ob Sie eine normale Mitgliedschaft oder die „Plus“-Variante wählen, profitieren Sie von folgenden Leistungen:

  • Pannen- und Unfallhilfe in Deutschland
  • Hilfe bei Tierkollisionen weltweit
  • ADAC 24-Stunden-Unfallnotruf
  • Rechtsberatung
  • Vorteilsprogramm: Sparen bei Kooperationspartnern weltweit mit der Clubkarte (z. B. bei Shell Tankstellen, Autobahnraststätten Tank & Rast sowie Serways, Zugfahrten mit Amtrak in den USA, Online Shop der jpc-schallplatten Versandhandelsgesellschaft mbH, diversen Musicals, Shows und Freizeitangeboten uvm.)
  • Monatliche Club-Zeitung Motorwelt
  • Kostenloser Reiseservice: Verkehrsmeldungen, Kartenmaterial für zahlreiche Destinationen, Länderinformationen, reisemedizinische Informationen, Routenplanung
  • Beratung bei Fahrzeugkauf und –verkauf
  • Verbraucherschutz: Fahrzeug- und Zubehörtests

(*Stand: 25.03.2016, garantiert keine Vollständigkeit und Richtigkeit)

Den ADAC als Nicht-Mitglied rufen – geht das?

Prinzipiell lautet die Antwort auf diese Frage „ja“. Sie haben auch ohne eine ADAC-Mitgliedschaft die Möglichkeit, die Mitarbeiter des Automobilclubs zur Hilfe zu rufen. Hierzu wählen Sie die 22 22 22 vom Mobiltelefon oder nutzen eine der Notrufsäulen an der Straße. Falls der Pannenhelfer die Mängel an Ihrem Fahrzeug mit einfachen Mitteln beheben kann, ist der Einsatz im Normalfall auch für Sie als Nicht-Mitglied kostenfrei. Dies gilt zum Beispiel i. d. R. für das Wechseln eines geplatzten Autoreifens. Anders fällt die Kostenrechnung jedoch aus, wenn beispielsweise Ihre Autobatterie defekt ist und Sie einen Abschleppdienst benötigen. In diesem Fall tragen Sie die Gebühren für den Einsatz selbst oder Sie benötigen einen Schutzbrief Ihres Auto-Versicherers. Nur wenn der ADAC seine eigenen Fahrzeuge und nicht einen externes Abschleppunternehmen einsetzt, besteht gegebenenfalls noch vor Ort die Möglichkeit, eine Mitgliedschaft abzuschließen. Generell ist zu beachten, dass der ADAC seine Mitglieder vorrangig bedient. Besonders an pannenreichen Wintertagen ist es daher möglich, dass Sie als Nicht-Clubmitglied keine – oder erst nach langem Warten – Unterstützung erhalten. Ähnlich verhält es sich im Schadenfall übrigens beim Auto Club Europa (ACE).

ADAC, Euro NCAP und KBA: Teststellen für Pkws

crash_unfall_testDer ADAC bildet gemeinsam mit anderen europäischen Automobilclubs sowie diversen Verkehrsministerien und Versicherungsverbänden die Prüforganisation Euro NCAP (European New Car Assesment Programme). NCAP testet in bewährten Verfahren neue Automobiltypen in der Basisausstattung auf ihre Sicherheit. Die in Crashtests untersuchten Kriterien umfassen unter anderem den Insassen- und den Fußgängerschutz, die Sicherheit von Kindern sowie die Wirksamkeit von Sicherheitssystemen bzw. Assistenzsystemen. Ein zentraler Punkt ist beispielsweise die Funktionalität der vorhandenen Airbags. Der NCAP bewertet die Neuwagen mit einem Sterne-Schema. Fünf Sterne entsprechen dem besten Ranking.

Testverfahren des ADAC

Neben seiner Beteiligung am NCAP verfügt der ADAC über zahlreiche eigene Testmodule, die im Wesentlichen Sicherheitstests und Kostenrechner von Autos umfassen. Der Automobilclub prüft regelmäßig das Sicherheitslevel von Kindersitzen, Reifen und Pkw-Zubehör wie z. B. Dachboxen. Darüber hinaus untersucht der Verein auch technische Innovationen rund um Automobile und andere Fahrzeuge. Eco-Tests zum Vergleich von Verbrauchswerten unterschiedlicher Antriebe oder Untersuchungen zur richtigen Sicherung von Ladungen stehen ebenfalls neben weiteren Prüfverfahren auf dem Programm.

Warum und für wen testen die Prüforganisation die Fahrzeuge?

ADAC, NCAP sowie weitere Testorgane führen die Überprüfung von Pkws und Zubehör für Sie als Verbraucher durch. Ziel der genannten Vereinigungen ist es, den Autofahrern in Deutschland Orientierungen für Kaufentscheidungen zu geben und Kunden umfassend über neue Automobile sowie Produkte zu informieren. Langfristig gesehen beabsichtigen die Testkommissionen, im Interesse aller Verkehrsteilnehmer eine Verbesserung der Sicherheit auf Deutschlands bzw. Europas Straßen zu erreichen. Durch die Publikation von Prüfergebnissen haben ADAC und CO. die Möglichkeit, Druck auf die Hersteller auszuüben.

NCAP und ADAC sind zwar nicht die einzigen Testkomitees im Automobilsektor, gehören aber zu den beliebtesten Bezugsquellen für Neuwagenkäufer und Automobilinteressierte, wenn es um Tests und Ratgeber rund um das Thema Auto geht. Bei kritischen Fragen, wie zum Beispiel der Abgasskandal 2015 oder dem Kältemittel-Skandal 2013, nimmt in der Regel das Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine Prüferrolle ein und veröffentlicht die Ergebnisse seiner Produktüberprüfungen.

Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen

Hier finden Sie weitere Informationen zu verschiedensten Themen rund um Ihre Sicherheit im Auto:

  1. Ablenkungen beim Autofahren gefährden Ihre Sicherheit
  2. Richtige Ladungssicherung: Wichtig für Ihre Sicherheit
  3. ADAC, ACE, AvD uvm. - Was bringt uns eine Mitgliedschaft?
  4. Welche Kontrollen und Inspektionen braucht Ihr Auto?
  5. Autoreifen: Ihr Kontakt zur Straße
  6. Fahrerassistenzsysteme – Welche gibt es und was können sie?
  7. Autolicht: Sicherheit nicht nur für Sie
  8. Sicherheit für Kinder beim Autofahren
  9. NCAP Crashtest: Wie sicher ist Ihr Auto?

Bildquellen: ©Tommy Windecker-fotolia.com, ©galaxy67-fotolia.com
 
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