Frühlingszeit ist Marderzeit – wie kann ich mein Fahrzeug schützen?

08.11.2014 Alle Ratgeber

AutoMotor_ModellWer keine Möglichkeit hat sein Auto in einer geschlossenen Garage abzustellen, muss dieses nicht nur gegen Wind und Wetter, sondern auch vor beißlustigen Mardern schützen. Besonders in den Frühjahrsmonaten März, April und Mai, wenn sich die kleinen Raubtiere in der Paarungszeit befinden, häufen sich die Schäden. Der Grund: Die männlichen Tiere verbreiten in dieser Zeit besonders stark ihre Duftmarken – auch in den Motorräumen, die sie als Versteck nutzen. Riecht der Rivale auf einem nächtlichen Rundgang diese Duftspur, reagiert er aggressiv und beißt zum Leidwesen der Autofahrer zu: in die Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung, Zündkabel, in Faltenbälge an den Antriebswellen und an der Lenkung, Stromleitungen beziehungsweise Isolierungen sowie in Kühl- und Scheibenwischwasser-Schläuche. Die Folgen sind häufig hohe Reparaturkosten und je nach Ausmaß des Schadens auch eine Gefährdung der Fahrsicherheit.

Was schreckt die Tiere ab?


Wie bei so vielem gilt auch im Falle der Beißattacken: Vorbeugen ist besser als Heilen. Aber wie lassen sich Marder abschrecken?

Keine Duftstoffe verwenden


Entgegen der gängigen Annahme helfen Duftstoffe wie beispielsweise WC-Steine, Mottenkugeln, Duftsäckchen oder Abwehrsprays nicht dabei, die tierischen Plagegeister zu vertreiben. Die Marder gewöhnen sich sehr schnell an die Gerüche oder zeigen sich gar völlig unbeeindruckt.

Wirksamer als Duftstoffe sind Ummantelungen aus Hartkunststoff für die Zündkabel im Motorraum. Dieses Zubehör birgt jedoch zwei Nachteile: Zum einen lassen sich Schläuche und Achsmanschetten auf diese Weise nicht schützen. Zum anderen müssen die Ummantelungen akkurat verlegt und gesichert werden, damit sie nicht mit beweglichen oder heißen Bauteilen in Berührung kommen.

Auch Ultraschallgeräte sind als alleinige Schutzmaßnahme nur bedingt empfehlenswert. Zwar lassen sich diese in der Regel schnell und unkompliziert einbauen, allerdings arbeiten besonders die günstigen Produkte nur selten mit einem Frequenzwechsel. Sie erzielen deshalb oft nicht die erhoffte Wirkung.

Abwechslung bei Abwehrmanövern


Im Idealfall sollte der Marder gar keinen Zugang mehr in den Motorraum finden. Hierbei kann beispielsweise ein Stück Maschendrahtzaun unter dem Auto helfen. Da sich die Tiere mit vielen Maßnahmen – wie auch den Zaununterlagen – allerdings nur für eine gewisse Zeit abschrecken lassen,  muss der Autohalter immer wieder mit neuen Tricks arbeiten und im Idealfall mehrere Abwehrmechanismen miteinander kombinieren.

Bei den Händlern suchen Kfz-Besitzer zumeist vergeblich nach Hilfsmitteln für den Schutz gegen die Beißattacken. Volkswagen ist einer von wenigen Herstellern, die für etwa 200 Euro einen Marderschutz anbieten, der das Eindringen der Tiere verhindert. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen. Den Schutz gibt es nicht für alle Modelle, Motoren und unter anderem auch nicht bei Fahrzeugen mit Allradantrieb oder Standheizung.

Elektroschock besonders wirkungsvoll

Die effektivste Maßnahme gegen bissige Marder scheinen derzeit Elektroschocker zu sein, die dem Marder unangenehme, aber nicht tödliche, Stromschläge versetzen. Damit das System funktioniert, sind die stromleitenden Metallplättchen an allen möglichen Einstiegsstellen zu befestigen. Denn viele Tiere suchen auch noch weiter nach Zugängen in den Motorraum, wenn sie bereits einem Elektroschock ausgesetzt waren. Da die Anbringung der Plättchen also entscheidend für die Effektivität der Hochspannungsabwehrgeräte ist, empfiehlt es sich, diese in einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen.

Auf der Hut sein:  Motor regelmäßig prüfen und reinigen

Im Kampf gegen die Marder gilt es grundsätzlich, die Ohren und Augen offen zu halten. Wenn in der Nachbarschaft Marderschäden aufgetreten oder Spuren wie herausgerissenes Isoliermaterial in der Nähe des Wagens zu finden sind, sollte der eigene Pkw auf Beißangriffe untersucht werden. Auch eine regelmäßige Motorwäsche kann helfen, den Marderattacken vorzubeugen, denn die Duftmarken der Tiere lassen sich auf diese Weise entfernen. Besonders Autofahrer, die ihr Auto nachts häufig an verschiedenen Plätzen abstellen, sollten sich an die letztgenannte Regel halten.

Übrigens: Den Marder zu fangen ist keine Alternative und funktioniert in der Regel auch nicht – unter Umständen sitzt gar die Nachbarskatze in der Falle . Zudem ist das Einfangen der Tiere üblicherweise auch verboten, denn die Tiere stehen unter Natur- bzw. Artenschutz.

Martina Reuter




Autor: Fabian Thomas

 
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