Vergleich: Renault Captur, Peugeot 2008 & Mini Countryman (Test)

10.07.2013 Alle Testberichte

Mini Countryman Renault Captur Peugeot 2008 TestSie sind klein, schick und für so manchen Autohersteller die Vorboten eines neuen Eldorados: die Mini SUVs. In unserem Vergleichstest gehen wir der Frage nach, ob die kleinen Crossover-Modelle auch den Kunden goldene Zeiten bescheren. Beantwortet wird unsere Anfrage vom "alten Haudegen" Mini Countryman, der seit 2010 in Deutschland unterwegs ist; und von zwei Jungspunden, die im Frühjahr 2013 auf den Markt gekommen sind: dem Renault Captur und dem Peugeot 2008.

Mini-SUV-Motoren - zweimal schwungvoll, einmal moderato


Zum Test angetreten sind die kleinen Geländelimousinen mit Vierzylinderbenzinern. Die beiden Neulinge bieten dabei ihre derzeitigen Topbenziner auf: Im Renault Captur ist das der 1.200 Kubikzentimeter große TCe 120 mit 120 PS und 190 Nm Spitzendrehmoment; und im Peugeot 2008 der 1,6 Liter große 120 VTi mit 120 PS und 160 Nm.

Damit der Vergleich fair bleibt, ist der Countryman mit dem mittleren der drei verfügbaren Ottomotoren ausgestattet. Sein 1,6-Liter großer Sauger bringt es auf 122 PS und 160 Nm.

Peugeot 2008 TestSoweit zu den wichtigen Kennzahlen, nun aber zum wichtigsten - zur Leistung auf der Straße. Den besten Eindruck hinterlässt hier der 120 VTi des Peugeot. Der Motor des Löwen hat mit 10,1 Sekunden sowohl im Beschleunigungsrennen von 0 auf 100 km/h wie mit 17,1 Sekunden im Sprint über die 400-Meter-Distanz die Nase vorn. Mit 11,3 bzw. 17,8 Sekunden kann weder der Antrieb im Mini noch der im Renault mithalten, der für diese Übungen 10,5 respektive 17,5 Sekunden braucht.

Besonders erstaunt das beim Ottomotor des Countryman, der bis auf die marginale Abweichung in der PS-Zahl identisch ist mit dem Peugeot-Antrieb. Bei genauerem Hinsehen wird der Unterschied aber schnell klar: der Mini wiegt speckige 100 Kilogramm mehr als der Peugeot - kein Wunder, dass der Motor im Countryman weniger kräftig anschiebt. Der TCe 120 des Renault kann hier - trotz Turboaufladung - auch mit dem Mini nicht mithalten; er wirkt in allen Drehzahlbereichen etwas müde.

Komplett macht der Peugeot-2008-Benziner seinen Triumph dann beim Verbrauchsvergleich: mit 8,1 bzw. 5,4 Litern liegt er sowohl beim Durchschnitts- wie beim Minimalverbrauch vorne. Dahinter folgt mit 8,3 bzw. 5,5 Litern das Renault-Aggregat; der Ottomotor im Mini gibt mit 8,8 bzw. 6,4 Litern den moderaten Verschwender.

Fahrdynamik - kurventoll, komfortabel oder knieweich


Renault Captur 2013 TestVerschwenderisch ist Mini aber auch bei der Vergabe der Handling-Qualitäten gewesen. Der Countryman ist nämlich, wie es sich für einen Mini gehört, ein rechter Kurvenakrobat, der - tadellos geführt von der hochpräzisen Servo - behände durch engste Serpentinen tanzt. Dabei sind die Federn gerade so straff angezogen, dass der Langstreckenkomfort nicht darunter leidet.

Etwas weniger agil, dafür aber ausgesprochen komfortabel fährt sich der Peugeot 2008. Als wir den Franzosen dann jedoch wieder zum Stillstand bringen wollen, überkommt uns ein unkomfortables Gefühl: denn aus Tempo Hundert gehen mehr als 40 Meter ins Land, bis der Wagen ruht - das sind immerhin gut 6 Meter mehr als beim Renault Captur, der die besten Bremsen unter den drei Mini-SUVs hat.

Schuld an dieser mageren Bremsperformance ist zu einem großen Teil das "Grip-Control"-Paket mitsamt Allwetterreifen, das in Bezug auf die Bremsen sein Geld sicherlich nicht wert ist.

Der Captur rangiert - abgesehen von der Bremsleistung - auch im Fahrdynamik-Kapitel an letzter Position. Dämpfung und Federung arbeiten bei ihm mehr gegen- als miteinander und verursachen über starken Bodenwellen häufig ein störendes Nachwippen. Die Lenkung fühlt sich zudem sehr synthetisch an.

Mini-SUVs - geräumig und praktikabel wie die großen Brüder


Der große Auftritt des Renault Captur kommt dann aber beim Vergleich der optischen, räumlichen und praktischen Qualitäten. Lässt sich noch darüber streiten, welcher der drei Mini-SUVs der schönere ist, setzt sich der Captur bei der Gestaltung und Praktikabilität des Innenraums von den Mitbewerbern ab. So kann man z.B. im Renault die Rückbank - ähnlich wie übrigens im Countryman - einfach verschieben und so je nach Bedarf mehr Beinfreiheit oder mehr Gepäckraum schaffen.

Mini Countyman 2013 TestMit 377 respektive 1.235 Litern hat dieser auch das größte Volumen aller drei Testkandidaten. Mit 360 bzw. 1.194 und 350 bzw. 1.170 Litern können hier weder Peugeot noch Mini mithalten. Der Captur und der Countryman glänzen überdies mit einem flexiblen Zwischenboden, während der 2008 mit einem auf sperrige Gegenstände zugeschnittenen und sauber ausgekleideten Kofferraum punktet.

Ganz kann der Renault Captur mit dieser späten Aufholjagd seine Defizite im Bereich Motor und Fahrdynamik nicht mehr wettmachen. Doch auch beim schwächsten der drei Mini-SUVs ist vieles Gold, was glänzt.

Sein Preis muss allerdings nicht in Gold aufgewogen werden. Bei MeinAuto.de gibt es ihn mit dem von uns getesteten 120 TCe schon ab 16.898 Euro. Noch einen Tick günstiger ist der Peugeot 2008 120 VTi ab 16.495 Euro; der Mini Countryman, die beste kleine Geländelimousine im Test, ist mit einem Preis ab 20.754 Euro auch die teuerste. (nau)

Natürlich gibt es noch zahlreiche Alternativen im kleinen SUV-Segment. Hier gibt es eine Auflistung der SUVs sortiert nach dem Preis: SUV-Modelle im Bedarfskonfigurator

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