Toyota Verso im Test: modellgepflegter Kompaktvan-Pionier wieder auf Kurs?

21.10.2016 Alle Testberichte

Wer hat's erfunden? Nein, in diesem Fall nicht die Schweizer, sondern die Japaner (und die Franzosen). Die Rede ist vom kompakten Van, ein Konzept, das Toyota 1997 mitbegründet hat (neben Renault mit dem Scénic etwa). Damals hieß der Kompaktvan freilich Corolla Spacio, nicht Verso, und die Konkurrenz war dünn. Heute hat es der Toyota mit namhaften Mitbewerbern wie einem Opel Zafira Tourer, einem VW Touran oder einem Citroen C4 Picasso zu tun. Was der im Frühjahr 2016 überarbeitete Verso diesen entgegenzusetzen hat? Die Antwort lesen Sie in unserem Testbericht.

Verso: der Vielseitige mit neuem Innenraum


toyota_verso_2016_ausen_vorne_dynamischDie Form, in welcher der Toyota Verso in unserem Test heute antritt, ist nicht mehr die, die sie einst, zum Marktstart 2009, war. Dass aber soll nicht heißen, der kompakte Van habe seine Form verloren. Er hat sich nur gewandelt, und das schon zwei Mal. Bereits 2013 haben die Japaner den Verso überarbeitet, so tiefgreifend, dass der Begriff Modellpflege dafür fast zu kurz griff. Auf die Überarbeitung im Frühjahr 2016 passt die Bezeichnung besser, denn sie liegt eher im Rahmen dessen, was gemeinhin darunter verstanden wird: Hier und dort ein kosmetischer Feinschliff und die ein oder andere technische Auffrischung. Gepflegt hat Toyota im Frühjahr insbesondere den Innenraum: Der Lenker greift jetzt etwa schon ab Werk in ein Lederlenkrad, eine Linie darüber - in der "Comfort"-Ausstattung - dann auch an einen Schaltknüppel mit Lederknauf. Edel anmutende Einlegearbeiten an den Haltern und der Mittelkonsole verfeinern das Erscheinungsbild noch. Die "Comfort"-Linie wird ihrem Namen mit komfortableren Sitzpolstern gerecht.

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toyota_verso_2016_innen_cockpitIn der von uns getesteten Topausstattung "Executive" halten uns zudem neue Sitzwangen aus Leder fest. Eine Sitzheizung in jedem Sitz steigert den Komfort im Cockpit zusätzlich, hinten schaffen die getönten Scheiben eine behagliche Atmosphäre. Erfreuen dürfen wir uns außerdem am aktualisierten Multimediasystem "Toyota Touch2" mit Rückfahrkamera, 7,0-Zoll-Farb-Touchdispaly, Bluetooth-Audiostreaming und -Freisprecheinrichtung, USB-Schnittstelle, etc. In der "Executive"-Ausstattung beherrscht das Radio auch den digitalen DAB-Standard (Digital Audio Broadcasting). Alle anderen Funktionen stehen bereits dem "Comfort"-Käufer zur Verfügung, auch die schlankere und damit übersichtlichere Navigationsstruktur. Neben dem Alten finden wir im neuen Verso jedoch auch Altbekanntes und Langgeschätztes wieder. So zum Beispiel seine seit den Anfängen unverändert bewegungsfreundlichen Innenmaße; und seine Wandelbarkeit.

Ein BMW-Motor sorgt für Dieselschub


toyota_verso_2016_innen_kofferraumIm Nu sind die Rückbank und die beiden optionalen Notsitze in Reihe drei um- oder aufgeklappt. Umgeklappt hinterlassen Fondbank und Zusatzsitze dabei keine Stufen, sondern eine brettelebene Kofferraumfläche - so muss das in einem Familienauto sein. Trotz der kompakten Abmessungen von 4,46 Metern (Radstand 2,78 Meter) lassen sich auf der Verso-Ladefläche 484 bis 1.740 Liter Gepäck verstauen. Nicht schlecht, wie der Blick zur Konkurrenz zeigt: Der 4,44 Meter große Citroen C4 Picasso bringt 537 bis 1.709 Liter unter, der 4,34 lange VW Golf Sportsvan 590 bis 1.520 Liter - und der fast zwanzig Zentimeter längere Opel Zafira Tourer 710 bis 1.860. Bei aufgestellten Sitzen in Reihe 3 sind es im Verso allerdings nur 95 Liter (im siebensitzigen Zafira zum Vergleich 152) - ein Grund, weshalb die dritte Reihe mehr als Strafbank zu sehen ist. Außerdem eignen sich die Sitze vorrangig für kurze Strecken, nichtsdestoweniger aber erweitern sie die Transporteigenschaften des Vans. Mit der lediglich 69 Zentimeter hohen Ladekante hat der Verso übrigens noch einen weiteren Trumpf im Heck.

toyota_verso_2016_ausen_seite_dynamischVon den Verhältnissen hinter der Heckklappe nun zu den Vorgängen unter der Motorhaube. Dort ist entweder einer von zwei eingesessenen Benzinern oder ein frisch zugewanderter Diesel zu Gange. Der Diesel, ein Vierzylinder-Common-Rail-Motor, entstammt einer - hochgestochen gesprochen - weltumspannenden Kooperation. Bei ihm handelt es sich nämlich um einen Turbodiesel, den BMW gemeinsam mit dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) entwickelt hat; der in Österreich zusammengebaut wird - und der durch die jüngste Zusammenarbeit von BMW und Toyota Anfang 2014 den Weg in den Motorraum des japanischen Verso gefunden hat. BMW setzte den Selbstzündern einst im Mini ein. Bei Toyota trägt das 112 PS und 270 Nm starke Aggregat den Namen 1.6-l-D-4D - und es muss gleich mehrere hundert Kilo mehr vorantreiben. Kein Wunder, dass vom lebendigen Temperament im 1,6 Tonnen schweren Verso wenig übrig bleibt. 12,7 Sekunden dauert z.B. der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100, zu Ende ist der Vorwärtsdrang bei 180 km/h.

Verso 2016: versierter in puncto Sicherheit


toyota_verso_2016_ausen_hinten_dynamischIm niedrigen Drehzahlbereich erledigt der 1.6-l-D-4D seine Arbeit allerdings recht engagiert, wenn auch nicht übertrieben leise. Laufruhe und Verbrauch - 4,5 Liter (119g CO2) nach Norm und 5,8 Liter im Test - dürfen wir aber getrost als kultiviert und gediegen bezeichnen. Nach dem Aus des Zweiliterdiesels Mitte 2015 steht der 1.6-l-D-4D im Selbstzünder-Regal übrigens alleine da. Als Alternativen hat Toyota lediglich zwei Vierzylinder-Ottomotor mit Saugrohreinspritzung im Programm, die bereits seit 2009 dabei sind. Beide - der 1.6-l-Valvematic mit 132 PS und 160 Nm und der 1.8-l-Valvematic mit 147 PS mit 180 Nm - werkeln zuverlässig, aber alles andere als eifrig. Für ein Familienauto problematischer ist aber wohl der große Durst der Sauger: 6,5 bis 6,8 Liter - und zwar bereits auf dem Normprüfstand - sind für einen Motor anno 2016 kein Ruhmesblatt.

toyota_verso_2016_innen_technik_naviIn puncto Fahrverhalten und Sicherheit hat der Verso dagegen wieder sehr viel zu bieten. Er federt - bei ausrechend straffem Fahrwerk - sehr komfortabel, liegt stabil in den Kurven; und packt beim Bremsen kräftig zu (35 Meter Bremsweg aus Tempo 100). Lediglich die Lenkung empfinden wir als zu lax. Dafür sind seit der Modellpflege die Sicherheitsvorkehrungen noch strenger geworden. Toyota liefert den Verso jetzt ab Werk mit dem "Safety Sense"-System, sprich mit Fernlicht- bzw. Spurhalteassistenten und Kollisionswarner aus. Knie-Airbags, ein Bremsassistent und eine Antriebsschlupfregelung sind ebenfalls serienmäßig an Bord. In unserem "Executive"-Modell leuchten uns überdies kräftige Bi-Xenon-Scheinwerfern samt LED-Tagfahrlichter plus automatischer Leuchtweiten-Regulierung den Weg. Ein Smart-Key-System und ein Einparkhilfe (vorne wie hinten) sind ebenfalls mit von der Partie.

Technische Daten des Toyota Verso:
PS-Anzahl:min. 112 PSmax. 147 PS
kW-Anzahl:min. 82 kWmax. 108 kW
Antriebsart:Frontantrieb
Getriebeart:Manuell oder Automatik
Kraftstoffart:Benzin oder Diesel
Verbrauch (kombiniert):min. 4,5 l/100kmmax 6,8 l/100km
CO2-Emission:min. 119 g/kmmax. 157 g/km
Effizienzklasse:min. Cmax. A
Abgasnorm:Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis:ab 21.765 Euro
Link zum Konfigurator:Hier den Toyota Verso konfigurieren

Fazit zum Toyota Verso Test

MeinAuto.de Redakteur: MeinAuto.de Redaktion |
Toyota hat den Verso in vielen Bereichen entscheidend verbessert, nicht zuletzt beim Infotainment und bei der Sicherheit. Allein bei den Motoren kann er nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten. Hier hapert es an der Vielseitigkeit, denn im Grund ist nur der neue Diesel wirklich zu empfehlen. Bei MeinAuto.de startet der neue Kompaktvan mit einem Preis von 17.361 Euro, 21,2% bzw. gut 5.000 Euro günstiger als gelistet.

     
4 von 5 Punkten


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