Seat Leon ST Test: schnittiger Golfbruder in frischem Kombikleid

14.03.2014 Alle Testberichte

Der Seat Leon ist der wilde Bruder des braven Golf - und das mittlerweile in der dritten Generation. In dieser gibt es den kompakten Kastilier nun als quirligen Dreitürer (SC) und unter dem Kürzel ST seit September 2013 auch als Kombi. Kann der Léon als St endlich aus dem Schatten des Golfs und des Octavia treten? Unser Test macht sich auf die Suche nach einer Antwort.

Léon ST - sauber verarbeitet


Seat Leon ST RückansichtHeraustreten ist die eine, auftreten natürlich eine andere Sache. Das Auftreten aber beherrscht der Seat Leon ST schon ausgezeichnet, das wird bei unserem ersten Rendezvous klar. Der kompakte Kombi von Seat gefällt mit seinen kraftvollen Linien und nicht zuletzt mit seinem schnittigen Heck. Der Octavia Combi und der Golf Variant etwa sehen im Vergleich dazu reichlich brav und bieder aus.

Der neue Léon ST soll aber nicht nur mit seiner Form, sondern auch mit seinem Gehalt überzeugen. Das heißt bei einem Kombi in erster Linie: großzügige Platzgestaltung und voluminöser Stauraum.

Wir wollen zuvor jedoch der Möblierung, Verarbeitung und Bedienung ein paar Worte widmen. Das Armaturenbrett ist passgenau gearbeitet, ergonomisch geschnitten und übersichtlich gestaltet, sodass alle Instrumente leicht ablesbar und die Tasten bzw. Knöpfe einfach erreichbar sind. Lediglich die grob gehaltenen Lüftungsschlitze stören den hochwertigen Gesamteindruck.

Damit der ST innen aber etwas her macht, sollte man zu einer der beiden Toplinien Style respektive FR greifen. Sie lassen sich nicht nur umfangreich aufrüsten, sondern bieten zum Beispiel schon ab Werk die bequemen und fest zupackenden Sportsitze.

Viel Innen-, ausreichend Stauraum


Seat Leon ST InnenraumJetzt aber zum Raumangebot. Um den Großraum-Anforderungen gewachsen zu sein, hat Seat den ST im Vergleich zur Limousine um gut 25 Zentimeter gestreckt. Der ST misst damit exakt 4.535 Millimeter in der Länge, der Radstand bleib mit 2.636 Millimetern jedoch unverändert. Er wurde bereits für den Viertürer um 6 Zentimeter verlängert, was sowohl den Front- wie den Fondpassagieren zu spürbar mehr Beinfreiheit verhalf. Gleiches gilt demnach auch für den ST, der es darüber hinaus auch den Köpfen und Ellbogen nicht an Freiraum mangeln lässt.

Ebenfalls deutlich gewachsen ist durch den Zugewinn in der Länge das Stauraumvolumen. Gute 587 Liter bietet der Gepäckraum in der Standard-Fondbankstellung, lediglich 380 Liter schaffen die Léon Limousine und der SC. Klappt man die Rücksitzlehnen im Kombi, um wird daraus ein Laderaum mit 1.470 Litern Fassungsvermögen und einem beinahe ebenen Ladeboden. Der Viertürer bzw. der SC schaffen hier lediglich 1.210 respektive 1.150 Liter.

Ein Blick zur Kompaktklassen-Konkurrenz hilft, den gebotenen Stauraum einzuordnen. Auf einem ähnlichen Ladeniveau bewegen sich der Ford Focus Turnier (490 bis 1.516 Liter) und der Opel Astra Sports Tourer (500 bis 1.550 Liter), überraschenderweise weit darüber agieren die technisch identen Konzernbrüder. Der Octavia Combi packt unglaubliche 610 bis 1.740 Liter weg, der Golf Variant schafft ebenfalls beachtliche 605 bis 1.620 Liter.

Moderne Motoren-Armada, gutes Basisfahrwerk


Wenden wir uns der Front des Seat Léon ST zu. Unter der Haube haben die Spanier durchweg modernste Motorentechnik verbaut, was bei den Benzinern auf direkt eingespritzte Turbo-Vierzylinder hinausläuft. Los geht es mit dem 1.2 TSI, der 86 PS und 160 Nm Spitzendrehmoment anzubieten hat. Damit ist der Kleine verständlicherweise kein Himmelsstürmer und vornehmlich für den Gebrauch im Ballungsraum geeignet, denn für die 178 km/h Spitzengeschwindigkeit benötigt er viel, sehr viel Anlauf. In der Variante mit 105 PS schiebt der 1.2 TSI dann schon kräftiger an, spanisches Temperament sprudelt aber erst mit den beiden 1.4 TSI-Motoren (122 bzw. 140 PS). Und wer es rabiat und feurig liebt, der wählt den 1.8 TSI mit 180 PS und 250 Nm; er eilt bspw. in weniger als 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Seat Leon ST FrontDas Diesel-Sortiment setzt im Sinne der Moderne durchweg auf per Common-Rail-Einspritzung versorgte Turbo-Vierzylinder. Das Angebot reicht dabei vom 1.6 TDI mit 90 PS bis zum 2.0 TDI mit 184 PS. Der Star unter den Selbstzündern ist seit Herbst 2013 aber der neue, hocheffiziente 1.6 TDI Ecomotive. Der 110 PS starke Turbodiesel mit 250 Nm verbraucht laut Seat lediglich 3,3 Liter bzw. 87 Gramm CO2 und bietet trotzdem reichlich Fahrspaß. Den Fahrspaß können wir in unserem Test auch dank des straffen und zugleich komfortablen Standardfahrwerks bestätigen, den Verbrauch nur bedingt: mit rund 5 Litern wird der 1.6 TDI aber sicherlich nicht als Trunkenbold bekannt werden.

Fazit: Der Seat Léon ST bringt alle Anlagen mit, um endlich dem langen Schatten der Konzern-Verkaufsschlager Octavia und Golf zu enteilen. Er ist sauber verarbeitet, bietet viel Platz, ausreichend Stauraum und eine sowohl breite wie moderne Motorenpalette. Außerdem kann sich auch der Preis sehen lassen. Bein MeinAuto.de startet der kompakte Kombi aus Spanien als 1.2 TSI Reference mit 86 PS ab 15.390 Euro. Zum Vergleich: Als Viertürer kostet der Léon - identisch ausgestattet und motorisiert - 13.744 Euro. Der Skoda Octavia Combi beginnt bei 14.681 (16,75% Rabatt), der Ford Focus Turnier mit 40,28% Rabatt bei 10.907 Euro. (nau)

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