Renault Talisman Grandtour im Test: Der neue Mittelklassekombi?

19.06.2016 Alle Testberichte

Schreitet man aktuell die Reihe der Mittelklasse-Modelle ab, kann sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren: alles edel, alles wunderbar - aber alles schon dagewesen. Renault versucht nun, frischen Wind in die noble Monotonie zu bringen. Das neue Mittelklassemodell der Franzosen hört auf den Namen Talisman und wird seit Anfang des Jahres 2016 als Limousine ausgeliefert. Jetzt folgt der Kombi Talisman Grandtour, den wir zum Test ausführen dürfen.

Grandtour: ein Kombi mit Esprit


renault_talisman_grandtour_2016_ausen_vorne_dynamischDer erste Eindruck, heißt es, bleibt. Wenn dem so ist, hat der Renault Talisman Grandtour gute Karten, in der umkämpften Mittelklasse Fuß zu fassen. Auf uns jedenfalls macht der Franzose beim ersten Stelldichein Eindruck. Die Frontpartie ist ausdrucksstark, die Seiten sind schwungvoll elegant - und das Heck schnittig. Mit der Optik aber ist es so eine Sache: was dem einen gefällt, kann der andere nicht ansehen. Deshalb wenden wir uns objektiveren Kriterien zu. Der Grandtour allerdings macht es uns nicht leicht, objektiv zu sein. Kaum dass wir Platz genommen haben, umgarnen uns die bequemen Sitze mit höchstem Wohnzimmerkomfort. Außerdem sorgt das sanfte Ambientlicht, das sich der gewählten Fahreinstellung anpasst - und das elegant eingerichtet Cockpit für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Ja, im neuen Talisman Grandtour kann man sich wohl fühlen.

renault_talisman_grandtour_2016_innen_kofferraum (2)Mit der Objektivität ist es damit aber immer noch nicht weit her. Da können nur noch unbestechliche Zahlen helfen. Diese besagen, dass der im französischen Douai zusammengeschraubte Mittelklassekombi 4,87 Meter lang bzw. 2,09 Meter breit ist; und einen Radstand von 2,81 bzw. eine hintere Kniefreiheit von 0,26 Metern aufweist. Subjektiver ausgedrückt: An Platz mangelt es nicht. Das dürfen wir auch - ohne Übertreibung - vom Kofferraum berichten. Er fasst 572 (492 über und 80 unter dem herausnehmbaren Gepäckraumboden) bis 1.681 Liter und bietet bei umgelegten Rücksitzlehnen eine Ladefläche von knapp über zwei Metern (eine kleine Ladebodenstufe inklusive). Beim Beladen hilft netterweise noch eine niedrige Ladekante; wer's noch bequemer will, der kann für knapp 900 Euro eine elektrisch öffnende Kofferraumklappe ordern. Fehlt noch der Vergleich mit der Konkurrenz. Der VW Passat Variant verstaut mit 650 bis 1.780 Litern um zwei Koffer mehr, der BMW 3er Touring mit 495 bis 1.500 Litern hingegen zwei weniger.

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Talisman-Motoren: Klasse statt Masse


renault_talisman_grandtour_2016_fahrleistung_verbrauch_motorenWährend Renault innen also nicht mit Volumen geizt, setzen die französischen Autobauer bei den Motoren auf vergleichsweise kleine Hohlmaße. Eine Dreilitermaschine oder einen Sechszylinder sucht man im Motorenregal vergebens. Doch fehlt es dem Talisman Grandtour deshalb an Elan? Mais non, aber nein - die Vierzylindermotoren mit 1,5 bis 1,6 Litern Hubraum ziehen allesamt engagiert an. Bestimmter gehen die beiden Turbobenziner, der TCe 150 mit 150 PS und 220 Nm (ab 1.750 Touren), und der 2.000 Euro teurere TCe 200 mit 200 PS und 260 Nm (ab 2.500 Touren) Spitzendrehmoment zu Werke. Beide sind ab Werk fix an das harmonisch abgestimmte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Automatik) gekoppelt. Den stärkeren Benziner bietet Renault aber erst ab der mittleren Ausstattungslinie "Intens" an. Er bringt den Mittelklassekombi in 7,9 Sekunden von 0 auf 100 - und im vollen Galopp auf 231 km/h. Der TCe 150 schafft hier - in ebenso kultivierter Manier - 9,9 Sekunden und 209 km/h, er braucht aber gleich viel Benzin wie der stärkere Ottomotor: und zwar 5,8 Liter (132 Gramm CO2) nach Norm und knapp siebeneinhalb Liter im Test. Für die 200-PS-Version ist das aber ein durchaus akzeptabler Wert.

renault_talisman_grandtour_2016_ausen_hinten_dynmischDennoch: die drei Turbodiesel werden hierzulande gefragter sein. Sie kosten zwar etwas mehr (der Topdiesel dCi 160 in der "Intens"-Ausstattung mit 6-Gang-Automatik bspw. 2.000 Euro mehr als der TCe 150 mit Siebengang-DSG); dafür verbrauchen sie aber auch um einiges weniger. Der sparsamste ist dabei zugleich der schwächste Selbstzünder. Der dCi 110 verhilft dem Grandtour mit 110 PS und 260 Nm Spitzendrehmoment (ab 1.750 U/min) zu einem 0-100-Sprint in 12,2 Sekunden und einer Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h. Der NEFZ-Verbrauch liegt bei 3,7 Litern (98g), im Test schreibt der dCi 110 im Schnitt mit 5,1 Liter an. Der Basisdiesel ist neben dem 130 PS und 320 Nm starken dCi 130 übrigens der einzige Grandtour-Motor, der mit dem knackig zu schaltenden 6-Gang-Getriebe zu haben ist. Ob Schaltgetriebe oder 6-Gang-Automatik (Aufpreis 1.700 Euro) macht in puncto Leistung und Verbrauch kaum einen Unterschied. Der dCi 130 etwa knackt auf der Autobahn mit beiden den 200er und spurtet in knapp 11 Sekunden von null auf hundert. Vier Liter nach Norm und 5,5 Liter im Testmittel sind angesichts dessen auf jeden Fall vertretbar.

Grandtour mit luxuriösem Fahrkomfort


renault_talisman_grandtour_2016_innen_sitzeDer Topdiesel, der dCi 160 mit 160 PS und 380 Nm, blickt hingegen tiefer ins Glas bzw. in den Tank und braucht ca. einen halben Liter mehr. Er bewegt den Kombi dafür um einiges spritziger und schneller. Kultiviert und die meiste Zeit kaum zu hören sind aber aller drei Dieselaggregate. Diese kaum zu überschätzende Qualität geht auch auf das Konto der mehrlagigen Akustikverglasung. Das Verwöhnen der Insassen steht beim Talisman Grandtour also besonders hoch im Kurs. Da passt die Fahrwerksabstimmung Marke "daunenweich" genau ins Bild.

renault_talisman_grandtour_2016_head-up-display_cockpitDass das neue Kombiflaggschiff trotz dieser weichen Gangart kein ungelenker Straßenkreuzer ist, das verdankt er schließlich der Allradlenkung "4Control". Mit ihr nimmt der Grandtour nicht nur jede Spitzkehre mit Eleganz, sondern biegt in der Stadt auch um jede fiese Ecke. Erhältlich ist dieses Extra allerdings erst ab der "Intens"-Ausstattung - und zwar im 2.000 Euro teuren "Dynamik"-Paket (samt adaptivem Fahrwerk und 19 Zoll Felgen). Serienmäßig ist sie in der Topausstattung "Initiale". In der baut Renault auch ein Head-up-Display, eine Rückfahrkamera und adaptive Geschwindigkeitsregelung ein. Der Totwinkel-Assistent, die Verkehrszeichenerkennung und der Spurhalte-Warner sind bereits ab der "Intens"-Linie serienmäßig. Damit lässt sich der gebotene Luxus dann ruhigen Gewissens genießen.

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Fazit zum Renault Kombi


Der neue Renault Talisman Grandtour legt ein beeindruckendes Debüt hin. Er fällt gleich beim ersten Auftritt auf - und fällt danach nicht ab. Innen bietet er viel Platz und ein hochwertiges Interieur, unter der Haube eine gute Leistung bei moderatem Verbrauch. Der Höhepunkt ist schließlich das höchst komfortable Fahrwerk. Bei MeinAuto.de kostet der Talisman-Kombi ab 22.809 Euro, das sind 23,3% oder umgerechnet gut 6.700 Euro günstiger als gelistet. (nau)



Technische Daten des Renault Talisman Grandtour:
PS-Anzahl:min. 110 PSmax. 200 PS
kW-Anzahl:min. 81 kWmax. 147 kW
Antriebsart:Frontantrieb
Getriebeart:DSG Automatik und Manuell
Kraftstoffart:Benzin und Diesel
Verbrauch (kombiniert):min. 3,7 l/100kmmax 6,0 l/100km
CO2-Emission:min. 98 g/kmmax. 135 g/km
Effizienzklasse:min. A+max. B
Abgasnorm:Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis:ab 28.950 Euro
Link zum Konfigurator:Hier den Renault Talisman Grandtour konfigurieren


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