Renault Clio R.S.: Träumen von der Formel 1

27.03.2013 Alle Testberichte

Dass Renault sportliche Motoren bauen kann, beweist Sebastian Vettel seit einigen Jahren. Im Alltag kann der dreimalige Formel 1-Weltmeister dann auf einen Renault Clio R.S. umsteigen. Denn auch mit der bereits vierten Generation können Rennsport-Gefühle ausgelebt werden.

Direkteinspritzer löst Sauger ab


Der neue Renault Clio R.S. 2012Denn die sportliche Abteilung der Franzosen hat unter der Motorhaube 147 kW/200 PS untergebracht, die die kleine Rennsemmel innerhalb von 6,7 Sekunden in Richtung 100 km/h schnellen lassen. Damit ist der R.S. – das Kürzel steht für Renault Sport – kräftiger ausgestattet als ein VW Polo GTI, der lediglich auf 180 PS zurückgreift.

Trotz des Leistungsschubes tragen eingefleischte R.S.-Anhänger Trauer. Denn der heißgeliebte Saugmotor mit zwei Litern Hubraum musste einem 1,6 Liter großen Benzindirekteinspritzer weichen. Und auch das manuelle Schaltgetriebe wurde durch eine Doppelkupplung ersetzt.

Gelungener Mix aus Sportlichkeit und Komfort

Die Traditionalisten werden aber schnell entlohnt. 240 Newtonmeter, die bei 1750 Umdrehungen in der Minute anliegen, sorgen für Fahrspaß, der bis Tempo 230 anhält und die Trauer verscheucht.  Zum einen kann das 1,3 Tonnen wiegende Leichtgewicht über Paddeln am Lenkrad gekitzelt werden, zum anderen beschert das optimierte Fahrwerk der Ingenieure aus dem französischen Dieppe den perfekten Mix aus Komfort und Sportlichkeit.

Gleichzeitig soll der Clio R.S. um bis zu 23 Prozent weniger Kraftstoff benötigen. Allerdings sind die angegebenen 6,5 Liter ein äußerst theoretischer Wert, denn die Fahrfreude kann schon vom Start weg genossen werden. Dafür wurde eine so genannte Launch Control eingesetzt, die verhindert, dass die Reifen beim Kavalierstart durchdrehen. Drei verschiedene Fahrmodi schärfen den kleinen Sportler zudem noch nach.

Mediale Unterstützung auf der Rennstrecke

Renault Clio RS InnenansichtDank eines Sperrdifferenzials wird die Fahrfreude in den Kurven der Landstraßen weiter gesteigert. Untermalt wird die Hatz von einem kernigen Sound, der aber ein wenig ins Prollige abgleitet. Wem es nicht gefällt, der kann den Sound dank des neuen Mediasystems R-Link wechseln. Per Knopfdruck hört sich der Clio dann wie ein legendärer Renault Alpine an.

Aber das System speichert auch Rennzeiten und stellt Streckenprofile auf dem Monitor dar, sodass der Fahrer eine tüchtige Hilfe bei dem Weg zur Bestzeit erhält. Und wer seine Runden auch daheim noch einmal genießen möchte, schiebt die Daten auf einen USB-Stick und schaut sich das persönliche Rennen daheim noch einmal auf dem Computer an.

Alltagstauglicher Sportler


Aber nicht nur auf der Rennstrecke oder Landstraße präsentiert sich der Clio R.S. als praktikabler Untersatz. Seine Alltagsqualitäten stellt der Kleinwagen auch in der Großstadt unter Beweis. Für die 4,06 Meter lassen sich schnell Parklücken finden und 300 Liter Kofferraum reichen für den Wochenend-Einkauf.

Und auch die Insassen finden einen guten Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort vor. Die Sitze sind bequem ausgefallen, bieten aber genügend Seitenhalt, sodass auch eine längere Fahrt keine Spuren hinterlassen wird. Bevor die Reise beginnt, müssen allerdings mindestens 23.950 Euro investiert werden, um ein wenig Formel 1-Feeling zu erhalten.

Thomas Flehmer










 
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