Nissan Navara im Test: Träumen erlaubt

06.02.2013 Alle Testberichte

Cowboy-Hut auf und dann den Zündschlüssel drehen. Der Nissan Navara lädt zum Träumen ein, denn im Alltag ist der Pickup doch ein wenig eingeschränkt.

Kraftvoller Diesel-Sound


Der neue Nissan NavaraSo entführt der Navara fast schon spielerisch seinen Fahrer in eine Traumwelt. 5,30 Meter Länge sind nicht so weit von den 18 Metern-Trucks entfernt, mit denen die Kapitäne der Landstraße über den amerikanischen Highway donnern.

Und wenn dann auch noch der 2,5 Liter große Diesel nach dem Start sein Lied durch den Auspuff donnert, ist die endlose Freiheit zum Greifen nah – allerdings nur für die Personen, die sich außerhalb des Navara 2.5 dCi MT LE Exe befinden. Denn die Dämmung leistet ihren Namen alle Ehre. Nur sehr gedämpft dringen die Motorengeräusche in den Innenraum und verstärken die Pkw-Atmosphäre.

Wohlfühl-Atmosphäre im Innenraum


Denn trotz etwaiger Trucker-Gefühle soll der Fernfahrer von heute sich im  Cockpit wohlfühlen. So überwiegen Komfortelemente und Instrumente, die übersichtlich gestaltet und gut bedienbar und zudem sehr wertig ausgefallen sind. Selbst ein leicht bedienbarer Bordcomputer mit Touchscreen darf nicht fehlen. Und auch die Personen in der zweiten Reihe empfinden keine schweißhaltige Nutzfahrzeug-Atmosphäre, wenn sie denn hinten Platz finden.

Der neue Nissan Navara hintenDenn aufgrund der Pickup-Konstruktion zerplatzen manche Highway-Träume in hiesigen Breitengeraden sehr schnell. Denn sollte Gepäck mittransportiert werden, aber kein für 2618 Euro bestellbares Hardtop zur Verfügung steht, müssen Koffer und Taschen auf die Rückbank, um bei der Fahrt durch Regen oder Schnee nicht Schaden zu nehmen. Und die mitfahrenden Personen müssten auf die Ladefläche, was natürlich nicht erlaubt ist und für die betroffenen Personen nicht sinnvoll wäre.

Gute Verbrauchswerte


Denn der überarbeitete Selbstzünder mit 140 kW/190 PS ist mit einem kraftvollen Vortrieb ausgestattet. Bereits nach 10,7 Sekunden hat der 2,1 Tonner den dreistelligen km/h-Bereich überschritten. Spätestens jetzt würde der Boden der – bedingt durch die Größe der Doppelkabine – verkleinerten Ladefläche für so manch einen Mitfahrer als Ablage dienen. Immerhin bis 178 km/h hält der Navara auch auf der linken Autobahnspur durch.

Dann allerdings benötigt der 1,79 Meter hohe Pickup zweistellige Literzahlen, während er sich bei einem Autobahntempo zwischen 120 und 150 km/h mit knapp unter zehn Litern begnügte. Für einen Pickup mit 2,1 Tonnen Gewicht kein schlechter Wert. Und auch in der Stadt sind neun Liter für 100 Kilometer aller Ehren wert, allerdings bei einem hohen Stadtautobahnanteil.

Ladefläche als Kaufkriterium


Der neue Nissan Navara SeiteDoch der Verbrauch sollte als Kaufentscheidung nicht hinzu gezogen werden. Gerade bei den Pickup muss die Ladefläche als Kriterium herhalten: Wird sie gebraucht oder nicht? Denn 34.199 Euro für einen Allradler mit Doppelkabine in der höchsten Ausstattungsvariante und gut funktionierendem Sechsgang-Schaltgetriebe sind nicht immer einfach zu stemmen und die Frage nach der Praktikabilität stellt sich schnell. Es sei denn, man ist Förster, Jäger oder Sammler oder passionierter Freizeitkapitän der Landstraße, dem der Navara die Träume erfüllen kann.

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von Thomas Flehmer / in Kooperation mit Automagazin Autogazette
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