Mini Clubman 2015 (Test): 6 Türen + 30cm = Qualitätssprung

08.12.2015 Alle Testberichte

Der Mini ist längst zum Synonym für eine ganze Autoklasse, für Kleinwagen, geworden. Und jetzt das. Mit dem ab November 2015 erhältlichen Mini Clubman wagt die BMW Tochter den Aufstieg in die Kompaktklasse. Wie sich der Größenzuwachs auf den Mini auswirkt, dass wollen wir in einem ausführlichen Test herausfinden.

Clubman: 6-Türen, 30 Zentimeter mehr & ein Qualitätssprung


Mini Clubman silber 2015 hinten dynamischNatürlich stellt sich die Frage: Was zieht den Mini in die Kompaktklasse? Nach Angaben des Konzerns sind es die rosigen Aussichten und rechtfertigen die Vorstellung des langen Minis Mitte des Jahres. Die Klasse rund um den VW Golf wird in den kommenden Jahren kräftig wachsen und da will MINI nicht außen vor bleiben. Außerdem wachsen auch die Platzbedürfnisse vieler Kunden der ersten Stunde, die inzwischen eine ganze Familie kutschieren müssen. Und zu guter Letzt haben Ingenieure und Designer so auch mehr Platz zum Spielen und Gestalten. Ob die Designer den Zuwachs von knapp 30 Zentimetern ideal genutzt haben, darf man hinterfragen. Zumindest die Proportionen des neuen Clubman wirken gewöhnungsbedürftig - und die fesselnden Heckleuchten hätten ja auch auf den alten gepasst.

Mini Clubman silber 2015 rückbankAlle Zweifel an der Wachstumsstrategie zerstreuen sich aber sofort, nachdem wir im Mini Platz genommen haben. Besonders zu spüren bekommen den Klassensprung - der mit einem 10 Zentimeter größeren Radstand einhergeht - die Fondpassagiere. Zum einen hat Mini der dritten Generation zwei echte Fondtüren spendiert und den Schluf namens "Clubdoor" aufs wohlverdiente Altenteil geschickt: Das Entern der Rückbank gelingt nun ohne artistische Verrenkungen. Zum anderen ist im Fond jetzt endlich Platz, für Knie und Beine, für Ellbogen und Schultern. Trotz dieser Zuwächse blieb auch fürs Heckabteil mehr Raum: 360 bis 1.250 Liter Kofferraumvolumen offeriert der 4,25 Meter lange Kompakt-Mini - und das kann sich im Vergleich sehen lassen. Zwar führt Mini den Clubman als Kombi, von der Länge her ist er aber eher eine klassische Limousine. Und siehe da! Ein gleichlanger Golf 7 bringt 380 bis 1.272 Liter im Heck unter, ein 4,37 Meter großer Opel Astra 370 bis 1.210.

Mini Clubman silber 2015 KomfortzugangDie "Split Doors" genannten doppelten Hecktüren hat man dabei vom Vorgänger übernommen. Mit dem 390 Euro teuren Komfortzugang-Paket können diese über einen Bewegungssensor unter dem Heck per Fußtritt - jeweils einen pro Tür - geöffnet werden. Wenn sie demnächst jemanden sehen, der das Heck des neuen Clubman mit Fußtritten traktiert, wissen sie Bescheid.


Buntes Motorenangebot mit spielerischen Topnoten


Mini Clubman silber 2015 kofferraumDer neue Clubman ist für einen Mini also ungewohnt geräumig - und er ist auch praktischer und hochwertiger geworden. Im Kofferraum finden sich nützliche Hacken und ein cleveres Ladebodensystem. Im Innenraum gibt es ab Werk nun eine Material- und Verarbeitungsqualität, die den bekundeten Premium-Anspruch näherungsweise gerecht wird; außerdem ein sehr gutes Konnektivitäts-System - und auf Wunsch auch elektrisch verstellbare Sitze (1.250 Euro). Doch keine Angst. Verspielte Detaillösungen finden sich im kompakten Mini ebenfalls: das kreisrunde, kunterbunte Informations-Center "Mini Centre" im Herzen des Armaturenbretts z.B., hinterleuchtete Türdekorleisten und dergleichen mehr.

Mini Clubman silber 2015 cockpitSpielerisch ist ein gutes Stichwort, um den Schwenk zu den Motoren zu machen. Drei Turbo-Benziner und drei Turbodiesel hat Mini für den Clubman im Angebot; ein Hybridmotor ist im Gespräch. Spielerisch nun ziehen vor allem die beiden Topmotoren, der Mini Cooper S und der Mini Cooper SD, die rund 1,4 Tonnen des Clubman durch die Landschaft. Der Topbenziner produziert aus seinen auf vier Brennkammern verteilten 1.998 cm³ Hubraum 192 PS und ab 1.250 Touren 280 Nm. Damit zischt der Kompakt-Mini in 7,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und im Idealfall auf 228 km/h. Der Mini Cooper SD, ebenfalls eine Reihenvierzylinder mit zwei Litern, hält da mit 190 PS und wuchtigen 400 Nm Spitzendrehmoment entgegen: 7,4 Sekunden und 225 km/h schriebt er zu an. Eines aber unterscheidet die beiden - der Verbrauch. Während der SD nach Norm mit 4,2 (122 Gramm CO2) und im Test mit 5,4 Litern auskommt, genehmigt sich der Cooper S 6,2 (144g) bzw. im Testmittel sogar 7,5 Liter. Die spielerische Fahrfreude hat beim Benziner also ihren Preis.

Ade Agilität, ein Willkommen der Clubatmosphäre


Mini Clubman silber 2015 motorFür Spaß sorgen allerdings auch die schwächeren Motoren. Bei den Ottomotoren sind das zwei Dreizylinder, der Mini One mit 102 PS und der Mini Cooper mit 136 PS; beide verbrennen 5,1 Liter nach NEFZ. Das Dieselvergnügen startet mit dem dreizylindrigen, 116 PS starken Mini One D (3,9 Liter, 99 Gramm), als Bindeglied zum Topmotor fungiert der Mini Cooper D mit 150 PS und 4,1 Litern Normverbrauch. Mit ihm spurtet der Clubman in 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h - und flotter muss es auch gar nicht sein. Denn mit Go-Kart-ähnlichen Kurventänzen hat der neue Clubman nicht mehr viel am Hut - dazu ist er schlicht zu groß und zu schwer. Da helfen auch die verschiedenen Fahrmodi nicht, die mit dem "Mini Driving Modes"-Paket für 180 bzw. 280 Euro Einzug halten. Im Sportmodus klingen die Motoren zwar knackiger und die Dämpfer federn straffer, die Agilität der mini Minis bringt das jedoch nicht zurück. Dafür ist der kompakte Mini viel komfortabler unterwegs - eine Tugend, die man gerade mit dem Alter zu schätzen lernt.

Fazit zum erwachsenden Briten


Mini Clubman silber 2015 vorne dynamischMit dem neuen Mini Clubman hat MINI einen großen Sprung gewagt. Nach dem Test steht fest - das Wagnis hat sich ausgezahlt. In puncto Platz, Qualität und Komfort ist er ein großer Schritt nach vorne - und für die Kurvenhatz bleiben ja die kleinen Varianten. Im Mini Konfigurator bei MeinAuto.de kostet der neue Mini Clubman ab 19.555 Euro, i.e. 13% bzw. fast 2.900 Euro weniger als in der Liste.

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