Mercedes S400 Hybrid Test: dem grünen Luxus auf der Spur

28.04.2014 Alle Testberichte

Dass die S-Klasse von Mercedes besonders nobel und hochwertig ist, das ist hinlänglich bekannt. Dass in der luxuriösen Oberklassen-Limousine auf Wunsch auch ein grünes Herz, sprich ein Hybridmotor schlägt, hat sich bisher jedoch kaum herumgesprochen. Ob zu Recht oder zu Unrecht, das wollen wir in einem Test herausfinden.

Hybride Antriebsoberklasse?


mercedes s400 hybrid testNun könnten wir uns zu Beginn gleich die Sinnfrage stellen und bezweifeln, ob ein Hybridmotor in der S-Klasse überhaupt Sinn macht. Denn schließlich muss jemand, der sich eine Limousine jenseits der 80.000 Euro leisten kann, nicht beim Benzingeld sparen. Sinnfragen aber sind im Luxussegment fehl am Platz und außerdem: ist es nicht gerade ein Zeichen von Luxus, wenn man nicht an das Notwendige gebunden ist?

Wie dem auch sei, die Oberklasse ist für die großen Hersteller eine Frage des Prestiges. Dort will man zeigen, was man kann - und seit dem Vorgänger, der Baureihe 221, kann die S-Klasse eben auch hybrid unterwegs sein. Für die seit Mitte 2013 ausgelieferte 10. Generation haben die Stuttgarter Edelautoschmiede den Hybridmotor allerdings noch einmal überarbeitet und - so viel dürfen wir vorwegnehmen - verbessert.

Besser ist zunächst die schiere Leistung des S400 Hybrid. Der längs eingebaute Sechszylinder-Benziner arbeitet pro Zylinder mit vier Ventilen und zwei obenliegenden Nockenwellen, mit Direkteinspritzung und einer vierfach-gelagerten Kurbelwelle - und erzeugt so aus 3.498 Kubikzentimetern Hubraum 306 PS (225kW) und 370 Nm maximales Drehmoment (bei 3.500 U/min). Dem Ottomotor geht ein permanenterregter Synchron-Elektromotor mit 27 PS (20 kW) und einem Spitzendrehmoment von 250 Nm zur Hand, der platzsparend im Wandlergehäuse, zwischen Motor und Getriebe, verbaut ist. Die Energie bezieht er aus der im Heck versteckten Lithium-Ionen-Batterie.

mercedes s400 hybrid test cockpitMit diesen Leistungsdaten ist der neue Hybridmotor nicht nur um gut 30 PS kräftiger als der des Vorgängers (279 plus 20 PS), sondern auch noch einmal spürbar sportlicher. Als Beleg seien die jeweiligen Sprintwerte aufgeführt: 6,5 Sekunden dauert im neuen S400 der Spurt aus dem Stand bis 100 km/h, im Vorgänger verstrichen dabei 7,2 Sekunden.

Zu verdanken ist das jedoch nicht nur der höheren Leistung, auch die Fahrbarkeit des Hybridmotors konnten die Stuttgarter merklich verbessern. Der Benziner läuft noch eine Spur ruhiger und kultivierter, das Zusammenspiel der Motor funktioniert noch geschmeidiger (so sanft, das wir es oft nur bemerken, weil uns die Energieflussanzeige davon unterrichtet); und das Bremskraftrückgewinnungssystem ist noch feiner dossierbar.

Diese Verbesserungen münden zu guter Letzt auch in einen geringeren Verbrauch. 6,3 Liter respektive 147 Gramm CO2-Ausstoß (7,9 bzw. 186 beim Vorgänger) gibt Mercedes zu Protokoll, wie üblich stammen diese Angaben aber aus dem Reich der Fabeln. In unserem Test - der lange Vollgaspassagen auf der Autobahn enthielt - begnügt sich der S400 Hybrid im Schnitt mit 9,7 Litern; respektabel für eine zwei Tonnen schwere Luxuskarosse, aber nicht weltbewegend.

Der mit Abstand sparsamste S-Klassen-Benziner ist er aber allemal und auch die Oberklassen-Konkurrenz ist mit Hybrid-Antrieb nicht sparsamer unterwegs. Der Audi A8 L 2.0 TFSI mit 245 PS schluckt nominell ebenso 6,3 Liter; der BMW 7er mit dem 354 PS starken ActiveHybrid 7 sogar 6,8. In der Praxis brauchen beide ebenfalls deutlich mehr.

Luxuriöse Möblierung


Der Hybrid-Antrieb verdient sich also durchaus das Prädikat "Oberklasse"; doch wie sieht es mit der Einrichtung, der Bedienung und dem Handling aus? Zunächst zur Einrichtung, denn der gebührt ohne wenn und aber der Vermerk "Luxusklasse". Die Verarbeitung ist makellos, das Raumangebot stattlich, die Geräuschkulisse selbst jenseits der 200 wohlgedämpft und die Sitze bequem wie ein Himmelbett. Der ein oder andere winzige Makel aber lässt sich - wie immer - trotzdem finden.

Die Bedienung könnte teils einfacher, sprich logischer, die Variabilität im Fond größer und die Ladekante des mit 510 Litern großzügig dimensionierten Kofferraums durchaus niedriger sein. Wenn der Stehsatz "Jammern auf hohem Niveau" aber eine Berechtigung hat, dann beim S400 Hybrid.

Agile Sänfte zu stolzem Preis


mercedes s400 hybrid test hintenDas gilt auch für dessen Fahrverhalten, das gerade angesichts des massigen Gewichts überraschend agil und lebendig ist; die direkte Lenkung hat mit ihren präzise formulierten Rückmeldungen daran einen großen Anteil. Trotz seiner Agilität ist der S400 aber eine fein gefederte Luxus-Sänfte, die ihre Insassen selbst bei ruppigem Geläuf wohlbehalten ans Ziel bringt. Dafür sorgen auch die futuristische Sicherheitsausstattung und die ausgezeichneten LED-Scheinwerfer.

Fazit: Wo Luxus drauf steht, ist im Falle des S400 Hybrid auch Luxus drinnen. Der Hybridmotor besticht in allen Lebenslagen, die Federung ist eine Wohltat und das Interieur raubt uns Normalsterblichen schlicht den Atem. Das schafft allerdings auch der Preis, der von Mercedes für die Basisversion auf 86.335 Euro angesetzt ist. Mit einigen Extras ist man rasch über 100.000 Euro - und damit dort, wo der erste mit herkömmlichem Benziner betriebene S-Klasse-Mercedes beginnt. (nau)

Auf MeinAuto.de ist der S400 Hybrid von Mercedes derzeit leider nicht lieferbar, dafür aber zahlreiche attraktive hybridbetriebene Luxusmodelle. Zu nennen wäre da etwa der Audi A8 L 2.0 TFSI ab 73.399 Euro und 16% Neuwagen Rabatt; oder der BMW 7er ActiveHybrid 7L ab 82.784 Euro und 12.311 Euro Rabatt.

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