Mercedes A-Klasse 180 CDI Test: Von Alt zu Jung

29.06.2013 Alle Testberichte

Mercedes A-Klasse 2013Mit der neuen A-Klasse hat Mercedes einen Modellwechsel vollzogen, wie er radikaler nicht hätte ausfallen können. Der Mut der Macher, die zuvor biedere Einstiegsversion komplett umzukrempeln, scheint sich auszuzahlen.

Neue A-Klasse an der Spitze des Konzerns


Denn das neue Modell hat sich mit 18.000 Verkäufen in den ersten vier Monaten des Jahres innerhalb des Unternehmens an die Spitze der beliebtesten Modelle gesetzt. Anders als beim Vorgänger polarisiert das Design. Die Stammkundschaft vermisst neben der optischen Zurückhaltung die höhere Sitzposition, die die abgelegte A-Klasse bot. Dafür wird mit dem neuen Design vor allem eine jüngere potenzielle Kundschaft angesprochen, was von Mercedes bewusst gewollt und bewusst forciert wurde.

Und das schnittige, ja dynamische Design zieht weitere Nachteile nach sich, die vor allem ältere Kunden in Richtung B-Klasse treiben werden. So garantieren die schräg stehende Frontscheibe, die kleinen Seitenscheiben und eine äußerst breite C-Säule eine äußerst schlechte Rundumsicht.

Lange Aufpreisliste


Mercedes A-Klasse 2013 hintenSo sind die Zusatzkosten von 369 Euro für eine Rückfahrkamera ein Muss, will man die Zusatzkosten für eine Reparatur des hinteren Stoßfängers vermeiden. Ist der Geldbeutel weiter geöffnet, sorgt für 804 Euro ein aktiver Parkassistent für ein absolut unfallfreies Parken.

Die beiden Helferlein stehen natürlich nicht allein in der Aufpreisliste, die auch in der A-Klasse fast schon epische Ausmaße einnimmt und auch Spurhalte-Assistent (536 Euro), Totwinkel-Assistent (536 Euro) oder den sehr empfehlenswerten Abstandregeltempomat mit Kollisionswarner (1023 Euro) beherbergt.

Gutes Raumangebot


Ein größerer Kofferraum kann dagegen in der Aufpreisliste nicht bestellt werden. Mit lediglich 341 Litern, die zudem nicht optimal bestückt werden können, müssen halt aufgrund des Designs Abstriche gemacht werden.

Entschädigt werden die Insassen nicht nur durch das gute Raumangebot, das den Premiumanspruch voll erfüllt. Fahrer und Beifahrer sitzen dabei sehr bequem, Großgewachsene müssen sich auf den hinteren Sitzen etwas beschränken ohne sich dabei zu verrenken.

Knackig ausgelegtes Fahrwerk


Weitere Entschädigung bietet auch der von uns gefahrene A 180 CDI mit 7 Gang-Doppelkupplungsgetriebe und 109 PS und einem Drehmoment von 250 Newtonmetern. Damit erreicht der Vierzylinder innerhalb von 10,6 Sekunden den dreistelligen km/h-Bereich und hält das Tempo bis 190 km/h – völlig ausreichend.

Doch die reinen Leistungsdaten verbergen den sportlichen Charakter des kleinen Selbstzünders. Denn das Fahrwerk ist so knackig ausgelegt, dass die Kurven auch sportlich genommen werden können. Die Lenkung spielt dabei gut mit und zugleich müssen die Passagiere bei dieser Fahrweise nicht auf Sitz-Komfort verzichten.

Gute Verbrauchswerte


Mercedes A-Klasse 2013 CockpitZur Freude trägt dann auch der Verbrauch bei, den Mercedes mit 4,1 Litern angibt, der im Testzeitraum zwar 5,4 Liter betrug, die sich aber sehen lassen können. Wer eher vorausschauend fährt, hat nach 100 Kilometern auch eine Vier vor dem Komma zu stehen.

Eine Drei vor dem Komma steht dagegen bei der Anschaffung des A 180 CDI, der bei 29.000 Euro startet und dann noch etwas aufgefrischt werden muss, zum Beispiel mit den oben aufgezählten Assistenten. Manch einer greift da dann eher zum Einstiegsbenziner A 180 mit 122 PS, der bei 24.335 Euro ins Rennen geht. So mancher potenzielle Käufer der neuen Zielgruppe muss da abwägen. Aber - wie die Zahlen zeigen – gibt es auch noch viele Ältere, die sich noch jung genug fühlen, etwas tiefer zu sitzen und sich per Assistent automatisch einparken zu lassen.

von Frank Mertens / in Kooperation mit Automagazin Autogazette
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