Jaguar XF Sportbrake 3.0 V6 D S: Mehr als eine Alternative

01.10.2013 Alle Testberichte

Jaguar XF SportbrakeEinen Audi A6 Avant oder 5er BMW Touring sieht man häufiger auf den Straße. Um herauszustechen aus der Menge der Geschäftsleute oder Privatfahrer bietet sich der Jaguar XF Sportbrake an.

Mit dem Sportbrake ist Jaguar in das Segment der Mittelklassekombis zurückgekehrt und erhofft sich nun mehr als Erfolg als mit dem von 2004 bis 2009 angebotenen Ford Mondeo-Ableger X-Type Estate. Doch der XF Sportbrake hat von vornherein bessere Erfolgschancen, da er ein waschechter Jaguar ist, der von der XF Limousine abgeleitet wird.

Teures Image als Hinderungsgrund zum Kauf


Allerdings muss den meisten potenziellen Kunden oder Interessenten ins Bewusstsein gerufen werden, dass sich Jaguar zwar eine exquisite Marke ist, aber sich deshalb preislich nicht von den deutschen Premium-Modellen absetzt.

Zwar liegt der Einstiegspreis für den XF Sportbrake 3.0 V6 D S mit 202 kW/275 PS mit 56.550 Euro etwas höher als beim 258 PS starken 530d Touring (54.340 Euro) und dem 110 Euro teureren Audi A6 Avant 3.0 TDI Quattro, doch sitzt man im Jag zum Beispiel dann gleich in Ledersesseln, für die die deutschen Mitbewerber noch einmal einen vierstelligen Betrag aufrufen.

Wohlfühlambiente mit putzigen Gimmicks


Hinzu kommt ein Wohlfühlambiente, das zwar auch bei den bayrischen Vertretern dabei ist, doch die schon aus der Limousine bekannten Spielereien wie der versenkbare Schalt-Drehknopf sowie die automatisch sich öffnen und schließenden Lüftungsklappen sorgen schon vor dem Start dafür, dass sich die Mundwinkel in Richtung Ohren bewegen.

Das Lächeln bleibt erhalten, wenn der mit 275 PS und 600 Newtonmetern ausgestattete XF Sportbrake schon nach 6,6 Sekunden die 100 Stundenkilometer erreicht. Und auch die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h lässt bei leerer Autobahnspur nicht lange auf sich warten. Dabei halten sich die Motorengeräusche dezent im Hintergrund und selbst bei hohen Geschwindigkeiten wirkt der XF nicht angestrengt.

Entspannung beim Cruisen


Jaguar XF Sportbrake hintenDie schnelle Fahrweise macht sich allerdings beim Verbrauch bemerkbar. Denn schon bei langsameren Geschwindigkeiten um die 160 km/h werden acht Liter verbucht – für die 1,9 Tonnen schwere Business-Limo aber kein schlechter Wert.

Wer seine Vorlieben mehr dem Cruisen hingibt, wird mit einer Fahrt belohnt, die fast schon einem Elektroauto gleicht – leise und entspannend zugleich. Dank der bequemen Ledersitze und dem sehr edlen Interieur kann man alles genießen. Die Anzeigen sind modern gestaltet, die Bedienung von Navi, Radio und Co. sowie Klimaanlage über den Touchscreen hat sich nach einiger Zeit eingestellt und bereitet dann kein Probleme.

Sparsamer Sechszylinder bei entschleunigter Fahrweise


Und auch der Sechszylinder zeigt sich dann genügsam. So konnte bei entschleunigter Fahrweise der von Jaguar erzielte Verbrauch im Stadtverkehr von 8,6 Litern um einen Liter verringert werden – allerdings bei einem sehr hohen Anteil von sparsamen Fahrten auf der tempolimitierten Stadtautobahn.

Dass es bei den deutschen Mitbewerbern noch sparsamer zugehen kann – letztendlich entscheidet gerade in diesen Segmenten auch die individuelle und vielleicht sogar impulsive Fahrweise – sollte kein Hinderungsgrund beim Kauf des knapp fünf Meter langen Fronttrieblers sein.

Kaum Assistenzsysteme an Bord


Jaguar XF Sportbrake SeiteAuch dass keine so große Auswahl an Assistenzsystemen – nicht mal optional – vorhanden ist, kann gut verschmerzt werden. Für Privatkunden reichen Totwinkelwarner, Rückfahrkamera und Fernlicht-Assistenten allemal. Gewerbetreibende müssten für den Internetanschluss zum Smartphone oder Tablet greifen, um ihre Waren, die zwischen guten 560 und 1675 Litern im Kofferraum lagern können, anbieten zu können.

Doch die schön gestaltete Form des XF Sportbrake und das immer noch vorherrschende teure Image von Jaguar machen die Schwachstellen spätestens dann weg, wenn beim Kunden vorgefahren wird, der eher einen 5er BMW Touring oder einen Audi A6 Avant erwartet.

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von Thomas Flehmer / in Kooperation mit Automagazin Autogazette
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