Ford Ranger Test: Pick me up, Scotty!

29.01.2014 Alle Testberichte

Handlich, effizient, vernünftig - anhand dieser und vergleichbarer Kriterien sucht man heute landläufig sein Auto aus. Für all jene, die diesen Pragmatismus auch sterbenslangweilig finden, für die schicken wir diesmal ein Auto über unseren Testparcours, das sich um gutbürgerliche Konventionen keinen Deut kümmert - den Ford Ranger.

Auch Größe muss erlaubt sein


Ford Ranger TestDen bürgerlichen Rahmen sprengt der ungezähmte Großbauer aus Amerika dabei schon mit seinen kolossalen Ausmaßen, die nach mehreren hundert Hektar großen Weideflächen schreien. Denn je nach Kabinenform misst der Ford Ranger 5.274 bis 5.351 Millimeter in der Länge, 1.850 Millimeter in der Breite und stramme 1.848 Millimeter in der Höhe.

In den Weiten der Prärie und auf sechsspurigen Autobahnen können sich derartige Proportionen natürlich ungestört entfalten, in einer deutschen Stadt allerdings kann es schon einmal eng werden - vor allem dann, wenn rasch ein Parkplatz her muss. Doch zum biederen Stadtbummel ist der Ford Ranger auch nicht gemacht, das zeigen unmissverständlich seine Kanten und Ecken, an der bulligen Front etwa oder der Ladefläche mitsamt ihren Bügel- und Abdeckvorrichtungen.

Innen umschmeichelt der kantige Naturbursche seine Passagiere aber überraschenderweise mit weichen Linien, viel Komfort und PKW-ähnlichem Ambiente. Letzteres verdankt der Ranger diversen Innenraumteilen aus Fords PKW-Modellen, etwa dem Mondeo und dem Focus. Das ist allerdings nicht immer von Vorteil, konkret zum Beispiel bei den zu klein geratenen Displays des Navigations- und Soundsystems.

Groß genug ist hingegen das Platzangebot im Ranger, vor allem vorne, wo auf den beiden Stühlen auch gut sitzen ist. Wer den Pick-up mit Doppelkabine ordert, verliert zwar einiges an Ladefläche, gewinnt jedoch im Fond drei weitere Sitzplätze dazu.

Ford Ranger Cockpit TestMit der Ladefläche ist jetzt ein zentrales Stichwort gefallen, denn zum Beladen ist ein Pick-up schließlich da. Der Ford Ranger bietet dabei je nach gewählter Kabinengröße eine 1,56 bis 2,32 Meter lange Ladefläche. Bei der Einzelkabinen-Version werden daraus bspw. über 1,8 Kubikmeter Ladevolumen - gemessen bis zur oberen Ladekante - und 1,2 Tonnen an erlaubtem Ladegutgewicht. Die Ladefläche ist sich für kein noch so schmutziges oder sperriges Gut zu schade - und wenn sie einmal zu klein werden sollte, dann taugt der Ranger auch als veritabler Lastzug. Bis zu 3.350 kg schafft der Pickup nämlich als Anhängerlast.

Viel Dieselkraft für Straße und Gelände


Um derartige Lasten zu transportieren braucht es natürlich mächtig Dampf unter der Haube. Der kommt im Ford Ranger ausschließlich aus Dieselkraftstoffgemischen, wobei zwischen drei Motorleistungen gewählt werden kann. Der 2.2 TDCi produziert in seinen vier Zylindern entweder 125 oder 150 PS und 320 bzw. 375 Nm Spitzendrehmoment, jeweils ab 1.500 Touren.

Wir haben den stärkeren der beiden Diesel getestet und waren als erstes vom sonoren Klang und dem frechen Turbopfeifen begeistert. Der Selbstzünder versteht aber auch mit seiner schieren Kraft zu fesseln und den Ranger im besonders kurz übersetzten ersten Gang aus jedem Schlammloch zu lupfen. Auf festem Untergrund sind die Antriebswerte nicht ganz so berauschend, hier hemmen die gut 2 Tonnen Gesamtgewicht den Vortrieb. Es reicht aber immerhin zu einer Zeit um die 12 Sekunden für den 100-km/h-Sprint und zu 175 km/h Spitze.

Die 10,2 Liter, die sich der 2.2 TDCi im Schnitt dabei aus dem Tank zieht, liegen im Rahmen des Erwarteten, ein Saubermann ist der Turbodiesel aber nicht: 206 Gramm CO2 pro Kilometer sind recht happig.

Noch mehr Diesel und Kohlendioxid verbrennt der Ranger mit dem Topdiesel, dem 200 PS starken 3.2 TDCi mit fünf Zylindern. Der schiebt den Pick-up mit seinen 470 Newtonmetern Drehmoment allerdings auch spürbar kräftiger an: von 0 auf 100 km/h etwa in knapp 10 Sekunden.

Fahreigenschaften - eine rustikale Natur


Ford Ranger hinten TestBleibt noch die Frage, wie sich der Ford Ranger fährt. Rustikal ist das erste Adjektiv, das uns in den Sinn kommt, was zum Ranger passt wie die Kuh zum Stall. Die steife Natur hat der Ford Pickup den hinteren Blattfedern zu verdanken, die erst mit einigen hundert Kilo Zuladung etwas lockerer werden. Die bevorzugte Spielwiese des Ranger ist aber ohnehin das Gelände, in dem er sich vor allem mit Allradantrieb so geschickt bewegt wie eine Gämse im Hochgebirge.

Und der Preis? Keine Angst, wer den Ford Ranger kaufen will, muss nicht erst Haus und Hof veräußern. Mit Einzelkabine und dem 150 PS starken 2.2 TDCi gibt es den kantigen US-Pickup bei MeinAuto.de schon ab 21.566 Euro. (nau)

Ford Ranger Neuwagen-Angebote









 
Sie sind hier: Startseite > Tests & News > Testberichte > Ford Ranger Test: Pick me up, Scotty!
nach oben