BMW X3 35i xdrive Test: wenn SUVs das Spurten lernen

15.06.2015 Alle Testberichte

Eigentlich sind sie ja längst verpönt, die großen Benziner, die pro Kilometer 200 Gramm Kohlendioxid und mehr in die Atmosphäre blasen. Doch was geht schon über den satten Klang eines Dreiliter-Sechszylinders? Wenig, wie wir finden, weshalb wir uns zu einer Sünde hinreißen ließen und uns das Duo BMW X3 und 35i zum Test geholt haben. Dazu noch ein Allradantrieb und eine samtig waltende Achtgang-Automatik - Herz was willst du mehr.

Dreiliter-Turbobenziner: ein kultivierter Kraftmeier


bmw x3 2015Bevor wir unsere Erwartungen aber zu hoch schrauben und die Objektivität zum Auspuff hinaus raucht, atmen wir tief durch - und sehen uns die Basisdaten des stärksten Benziners an, den BMW für den X3 zu bieten hat. 2.979 cm³ Hubraum sind es, aus denen der 35i seine Kraft schöpft, wobei BMW diese auf sechs in Reihe aufgefädelte Zylinder verstreut. Das Benzin gelangt über eine Direkteinspritzung der zweiten Generation in die Brennkammern, die mit einer variablen Ventil- und Nockenwellensteuerung sowie einem Abgasturbo zusammenarbeitet. Die Münchner fassen diesen Technologie-Dreierpack unter dem Namen "BMW EfficientDynamics" zusammen und versprechen, dass der Motor dadurch die Kraft gleichmäßiger entfaltet und den Kraftstoff effizienter nutzt - bis zu 15 Prozent sollen dadurch eingespart werden.

Wir wollen jetzt natürlich wissen, ob es auch stimmt, was BMW da verspricht und jagen den X3 mit dem 35i über hügelige Landstraßen und dreispurige Autobahnen. Der 35i offeriert zu diesem Zwecke exakt 306 PS und 400 Nm Drehmomentmaximum, das bereits ab 1.200 Touren zupackt und bis 5.000 U/min nicht mehr loslässt. Dementsprechend vehement wuchtet der Sechszylinder den immerhin fast 1.900 Kilo schweren X3 aus dem Stand, einem Katapult nicht unähnlich. 5,6 Sekunden zeigt die Stoppuhr des Kollegen auf dem Beifahrersitz für den null-hundert-Sprint, wobei es uns währenddessen kräftig ins fest gepolsterte Ledergestühl drückt. Nach dem ersten Antritt und den ersten drei Kehren sind wir deshalb sehr dankbar, dass im Test-X3 die Sportsitze montiert sind. Die insgesamt 3.530 Euro Aufpreis – 550 für die Sportsitze, 1.790 für den Lederbezug (Leder-Navara-Paket) und 1.190 Euro für die elektrische Verstellmöglichkeit – mussten wir glücklicherweise nicht selber hinblättern.

Annehmbare Effizienz, lobenswerter Komfort


Doch jetzt hinauf auf die Autobahn und zurück zu den Urkräften des 35i, die nicht nur auf den ersten Metern, sondern auch jenseits der 160 km/h mit fast unverminderter Stärke schalten und walten. Das breite Drehmomentmaximums und die serienmäßige, unmerklich die Gänge wechselnde Achtgang-Automatik von ZF leisten hierzu einen essentiellen Beitrag. Zu Ende ist der Vortriebsreigen übrigens bei 245 km/h: Für ein Fahrzeug, das seinem Urkonzept nach vornehmlich im Gelände zuhause ist, sollte das genügen. Für ein M im Namen reicht die gezeigte Leistung aber nicht, dazu fehlen dem 35i rund 100 PS und etwa eineinhalb Sekunden beim Standardsprint.

Den Verzicht auf die letzten Funken Beschleunigungsfeuerwerk empfinden wir indes nicht als Mangel - und er könnte außerdem sein Gutes haben, z.B. beim Verbrauch. Wir erinnern uns: BMW bewirbt den 35i auch als besonders effizient. Schon die 8,3 Liter Normverbrauch und 193 Gramm CO2-Ausstoß nehmen wir angesichts dessen mit einem befremdeten Blick zur Kenntnis, doch ziehen wir die Leistung in Betracht, hielte sich der Normdurst des Münchners ja im Rahmen Doch wie sieht es in der Praxis aus? Das kommt darauf an, wie sehr man den 35i ausreizt: Wer das Gaspedal nur zart streichelt, der wird mit etwas mehr als 10 Litern auskommen, wer richtig Gas gibt, der braucht locker über 15. Wir kamen im Mittel auf 11,7 Liter - übertrieben effizient erscheint uns das aber nicht zu sein.

Hohe Agilität, viel Platz - und viel Luxus


bmw x3 2015 hintenDoch wer außergewöhnliche Leistung fordert, der muss eben einiges investieren. Und so verhält es sich denn auch bei den beiden letzten Programmpunkte unseres Tests: der Fahrdynamik und dem Innenraum. Der X3 35i wird aber Werk bspw. mit einer sehr guten Basisabstimmung ausgeliefert, die unterstützt vom serienmäßigen Allradantrieb das SUV messerscharf und wieselflink seine Spur ziehen lassen. Mit den dynamischen Dämpfern - Aufpreis knapp 1.000 Euro - tut der X3 das freilich noch eine Spur feiner, denn neben der Dynamik ist dann auch der Komfort ausgezeichnet.

Und der Innenraum? Auch dort herrscht bereits in der Werkskonfiguration Luxus, Übersicht, viel Platz und besondere Ruhe vor. Mit ein paar Hundertern hier und einigen da wird's im X3 aber so richtig gemütlich - und auch noch eine Spur sicherer. Ein Beispiel soll uns hier genügen: Das empfehlenswerte Head-up-Display kostet etwa 1.100 Euro extra. Zum Schluss noch ein kurzer Blick in den Stauraum. Auch hier lässt sich der BMW X3 mit 550 bis 1.600 Litern nicht lumpen. Ein Audi Q5 schafft auch nicht mehr (540 bis 1.560), ein Volvo XC60 sogar spürbar weniger (495 bis 1.455).

Resümee: Der BMW X3 ist von Haus aus ein besonders edles, sehr agiles und geräumiges SUV. Mit dem Dreiliter-Sechszylinder 35i wird das Crossover-Modell aber zu einem rechten Feuerstuhl. Wobei so viel Feuer natürlich seinen Preis hat. In der Herstellerliste notiert der X3 35i gut 15.000 Euro über dem 184 starken Basisbenziner 20i. Bei MeinAuto.de gibt es auf die Listenpreise jedoch wie gewohnt satte Rabatte: So startet der X3 35i bei uns mit einem Preis von 49.208 Euro, knapp 6.200 bzw. 11,3% günstiger als in der Liste. (nau)

In unserem Autohaus bieten wir Ihnen aber noch viele andere preiswerte SUV an. So zum Beispiel den Opel Mokka ab 15.511 Euro und fast 20,6% Neuwagen Rabatt, den Mazda CX-5 ab 20.532 Euro und 17,5%, den Volvo XC60 ab 28.361 Euro und 22,6% oder den Ford Kuga ab 19.009 Euro und 25,8% Preisnachlass. Darüber hinaus offerieren wir Ihnen auch mehrere Möglichkeiten der Autofinanzierung, zum Beispiel eine flexible Schlussraten-Finanzierung oder ein höchst attraktives Auto Leasing.









 
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