BMW 2er Gran Tourer Test: groß auf Tour mit der Familie

18.06.2015 Alle Testberichte

VW hat einen, Mercedes ebenso und auch bei Ford fehlt er nicht. Wovon hier so geheimnisvoll die Reden ist? Von kompakten Vans wie dem VW Touran, der Mercedes B-Klasse oder dem C-Max von Ford. Und BMW? BMW hat jetzt sogar zwei, den vor rund einem Jahr vorgestellten 2er Active Tourer und den gerade präsentierten 2er Gran Tourer. Dieser soll zwar weniger sportlich, dafür aber umso praktischer sein. Doch testen wir ihn einfach, den 2er Gran Tourer.

2er Gran Tourer: viel mehr Van als der Active Tourer


bmw 2er gran tourer 2015Den praktischen Tugenden des 2er Gran Tourer soll auch gleich unsere ungeteilte Aufmerksamkeit gelten. Der Gran ist im Grunde - seine Entwickler mögen uns den banalen Vergleich verzeihen - ein langgezogener 2er Active Tourer, der zwar 1.250 Euro extra kostet, aber mehr Platz, mehr Stauraum, mehr Variabilität - und ergo mehr Familienfreundlichkeit bieten soll. Doch so einfach wie hier dargestellt war die Verwandlung des Active in den Gran Tourer selbstredend nicht. Zunächst galt es, den Zuwachs von knapp 21 Zentimetern  klug auf die neue Fahrzeuglänge von 4,56 Meter zu verteilen. BMWs Entwickler entschieden sich für einen 11 Zentimeter weiteren Radstand (2,78 Meter) und einen um 10 Zentimeter größeren Überhang hinten. Das schafft zum einen mehr Platz im Kofferraum, der im Gran Tourer 805 bis 1.905 Liter fasst und damit den des Active Tourer geradezu mickrig erscheinen lässt (468 - 1.510 Liter). In dieser Hinsicht ist die größere Nähe zur Familie also kein leeres, sondern ein üppig füllbares Versprechen. Gerade Stauraum kann es für eine Familie ja nie genug geben - und der Gran Tourer misst sich hier mit den Großen dieser Zunft: Zum Beispiel dem gleich großen VW Touran (695 bis 1.989), dem etwas längeren Ford S-Max (985 und 2.020) oder dem fast dreißig Zentimeter größeren Seat Alhambra (804 bis 2.410 Liter).

Durch die Verteilung des Längenzuwachses auf Überhang und Radstand ergibt sich zum anderen aber noch ein weiterer Vorteil: es steigt die Variabilität und es steigt der Freiraum im Innenraum. In puncto Anpassungsfähigkeit trumpft der neue Van aus München unter anderem mit einer längs um 13 Zentimeter verschiebbaren Rückbank auf. Außerdem mit in der Neigung verstellbaren Rücksitzlehnen, einer optionalen dritten Sitzreihe (790 Euro Aufpreis), auf der kleine Kinder gut Platz finden, wenn sie es denn einmal dorthin geschafft haben; und einem ebenfalls optionalen, umklappbaren Beifahrersitz, der die Ladefläche auf mehr als zweieinhalb Meter erweitert.

BMW gibt sich auch beim 2er keine motorischen Blöße


Da kann der Active Tourer nicht mithalten und auch in Bezug auf die Platzverhältnisse lässt ihn der Gran Tourer - schon nach einem Jahr - alt aussehen. Dank der steiler aufragenden Seiten und dem höheren Dach offeriert der Neuling trotz der exakt gleichen Fahrzeugbreite nämlich spürbar mehr seitlichen Bewegungsspielraum. Der große Tourer hat deshalb zwar vielleicht nicht die vorteilhaftesten Proportionen, dafür passen aber sogar 3 Kindersitze nebeneinander ins Fond - praktisch für Familien mit vielen Kindern oder wenn einmal das Kind der Freunde mitfährt. Ebenfalls sehr praktisch finden wir, dass es im 2er Gran Tourer vor Staufächern, Seitentaschen und Becherhaltern nur so wimmelt. Vierzig Liter zusätzlicher Stauraum sollen so zusammenkommen - wir glauben es in diesem Fall ohne es nachgemessen zu haben.

Verlassen kann man sich seit jeher auch auf die BMW-Motoren, doch bei ihnen wollen wir es uns nicht nehmen lassen, die Probe aufs Exempel zu machen. Um den Gesamteindruck schon vorweg zu nehmen: Die drei Turbobenziner und die fünf Turbodiesel, die zwischen 95 und 192 PS leisten, erfüllen durchwegs hochkultiviert, drehfreudig und sparsam ihren Dienst, ob per Hand oder per Automatik übersetzt, ob per Allrad- oder per Frontantrieb (nein, das ist kein Druckfehler) angekurbelt. Zwei Beispiele gefällig? Aus dem Ottomotoren-Reich haben wir den stärkeren der beiden Dreizylinderbenziner angetestet, den 218i mit 136 PS und 220 Nm maximalem Drehmoment. Er treibt den Van spritzig an, ohne rohe Gewalt anzuwenden: nach 9,5 Sekunden sind wir bereits mit 100 km/h unterwegs, in der Spitze bringt es der 218i auf 205 km/h; und beim Verbrauch auf einen NEFZ-Schnitt von 5,3 Liter (123 Gramm CO2). Im Test haben wir knapp sieben Liter gebraucht.

Gran Tourer: weniger sportlich, aber ebenso sicher wie der Active Tourer


bmw 2er gran tourer 2015 hintenÄhnlich kraftvoll, aber fast einen Liter sparsamer geht der 218d zu Werke. Der Vierzylinder leistet 150 PS und 330 Nm, beschleunigt den Gran Tourer in 9,3 Sekunden auf 100 und maximal auf 205 km/h - und verbrennt bei alledem nur 4,4 Liter nach Norm und 5,5 Liter im Test. BMW verlangt für ihn allerdings 3.700 Euro mehr als für den 218i.

Bleibt uns zum Schluss noch der kurze Blick aufs Fahrwerk und die Sicherheit. Der Gran Tourer lenkt sensibel, federt straff aber nicht unkomfortabel und läuft zielsicher gerade aus. Wenn es drauf ankommt, bremst er außerdem scharf und wenn es gewünscht (und leistbar) ist, kann die gute Basissicherheit noch mit zahlreichen elektronischen Helfern aufgerüstet werden (vom Kollisionswarner bis zum Spurhalteassistenten).

Fazit: Mit dem neuen 2er Gran Tourer hat BMW jetzt auch einen echten Van für die Jungfamilie, einen, der sich anders als der Active Tourer die sportlichen Kompromisse verkneift. Bei MeinAuto.de kostet der 2er Gran Tourer ab 21.327 Euro, also gut 6.000 Euro respektive 22,3% weniger als beim Hersteller ums Eck. (nau)

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