Audi A4 Allroad vs. VW Passat Alltrack Test: Kombi-Renaissance auf Umwegen

12.02.2014 Alle Testberichte

vw passat alltrack audi a4 allroad testLange waren sie die unumstrittenen Stars des automobilen Alltags, die Kombis. Dann kamen die SUVs - und es war vorbei mit der Herrlichkeit. Langsam aber holen die Kombinationskraftwagen wieder auf, wobei Allroad-Modelle, die in Aussehen und Ausstattung fürs Gelände adaptiert sind, der Aufholjagd mehr Traktion verschaffen sollen. Zwei hochwertige Vertreter dieser Spezies, den VW Passat Alltrack und den Audi A4 Allroad, haben wir getestet.

Audi A4 - mehr Dieselpower


Allroad, Alltrack, allright! - und schnurstracks hinein ins abwegige Vergnügen, bei dem jeweils ein Vierzylinder-Turbodiesel als Antreiber fungiert. Der 2.0 TDi im Audi A4 erzeugt dabei 177 PS und 380 Nm, der 2.0 TDi im Passat bringt es auf 170 PS und 350 Nm Spitzenzendrehmoment, das wie im Audi bereits ab 1.750 U/min anliegt.

Nominell hat der geländetaugliche VW-Kombi also etwas weniger Dampf unter der Haube - und das bestätigt sich auch auf der Landstraße und der Autobahn. Beim Beschleunigen von 0 auf 100 km/h ist er mit exakt 10 Sekunden bspw. um rund 1,5 Sekunden langsamer als der A4 Allroad; und von 0 auf 130 km/h verliert er sogar 2 Sekunden. 15,1 zu 17,1 Sekunden lautet hier das exakte Messergebnis.

Subjektiv spürbar ist der gemessen Unterschied jedoch kaum. Beide Turbodiesel starten lebhaft aus dem Drehzahlkeller und spurten zügig durch die Gänge. Beim Wechseln derselben geht indes die 7-Gang-Automatik des A4 spürbar flotter zu Werke als das 6-Gang-DSG des Passat. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass der Verbrauch des Audi-Diesels mit durchschnittlich 8 Litern bzw. 156 Gramm CO2 pro Kilometer quasi gleich hoch ist wie der des VW-Diesels mit 7,9 Litern (155g CO2/km).

Feinere Abstimmung im Passat, agileres Handling im A4


vw passat alltrack testIm Gelände hat der VW Passat dann allerdings einen kleinen Vorteil. Dank seines Offroad-Programms, das per Tastendruck eine eigen Offroad-Kennlinie für Getriebe, Differential und Motor einspielt, kraxelt er leichtfüßiger durchs Gestrüpp. Das Torsendifferential des A4-Quattro, das in der Theorie für einen schnelleren Kraftfluss an die Hinterräder sorgen sollte als die Haldex-Kupplung im Passat, fühlt sich in der Praxis nicht spürbar überlegen an.

Auch auf festem Untergrund macht der VW Passat Alltrack zunächst - dank der 1.100 Euro teuren Adaptivdämpfer - die bessere, weil komfortablere Figur. Für den A4 Allroad gibt es den Luxus der adaptiven Federn nicht - sie sind aber auch nicht notwendig, da der Audi-Kombi zwar straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt ist. Die härtere Federung bringt es zudem mit sich, dass der A4 agiler um die Kurven zieht und weniger schwankt als der Passat.

Den knappen Vorsprung im Handlingtest büßt der Ingolstädter wegen seiner verschwiegenen elektronischen Servolenkung jedoch wieder ein. Die um eine Radlänge besseren Bremsen - 35,5 gegenüber 36,3 Meter für das Bremsmanöver aus Tempo 100 - ändern am Gleichstand im Fahrdynamikkapitel nichts mehr.

VW Passat - mehr Volumen


Obwohl die beiden Kombis optisch mit dem höhergelegten Fahrwerk und den ausgestellten Kotflügeln stolz den gebirgstauglichen Halbschuhtouristen geben, sind auch sie in erster Linie für den Einsatz im Alltag gedacht. Und in diesem erweisen sich die fast 40 Jahre Kombi-Erfahrung, die im VW Passat stecken, als echter Trumpf.

Bei vergleichbaren Abmessungen und einem fast 10 Zentimeter geringeren Radstand schafft es der Passat nämlich seinen Passagieren fühlbar mehr Platz zu offerieren als der Audi A4. Bei diesem engen der längs eingebaute Motor und die flachere Dachlinie den Raum ein. Außerdem ist das Fond im Passat über die größeren Seitentüren einfacher zugänglich, vorne jedoch fühlen wir uns im A4 dank der tiefen Sitzposition in den komfortablen Stühlen besser ins Cockpit integriert.

audi a4 allroad testDoch kehren wir noch einmal zur Dachlinie des Audi A4 Allroad zurück und folgen wir ihrem Verlauf bis zum Heck. Die sportliche Linienführung des Ingolstädters führt auch dort zu einem geringeren Platzangebot, konkret in Form eines kleineren Stauvolumens und einer verminderten Sperrgut-Transportfähigkeit. Mit seinen 490 bis 1.430 Litern Stauraum sieht der Allroad gegen den Passat Alltrack kein Land, der souverän 588 bis 1.716 Liter wegsteckt und auch über die variablere Rückbank verfügt. Der Opel Insignia Country Tourer, ebenfalls ein Vertreter der Allroad-Kombigattung, liegt mit 540 bis 1.530 Litern zum Beispiel ziemlich genau zwischen den beiden.

Resümee: Die beiden Allroad-Kombis aus Wolfsburg und Ingolstadt können es im Gelände mit jedem SUV aufnehmen, echte Querfeldeinspezialisten sind aber auch sie nicht. Der VW Passat Alltrack und der Audi A4 Allroad rücken indessen die Allroundtalente des altbewährten Kombikonzepts wieder ins Licht.

Der VW Passat Alltrack ist dabei weniger agil und modern, dafür aber geräumiger, komfortabler und günstiger: mit dem getesteten 2.0 TDI auf MeinAuto.de ab 32.337 Euro und 22,65% Rabatt. Der Audi A4 Allroad ist der sportlichere und edlere Alltagsbegleiter, allerdings bringt er weniger praktische Talente mit und kostet etwas mehr; auf MeinAuto.de mit dem 177 PS starken 2.0 TDi ab 35.483 Euro, inklusive 14,75% Rabatt. (nau)

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