Audi A3 Sportback g-tron Test: preiset den 1A-Erdgasmotor

04.11.2014 Alle Testberichte

Der Wert eines Audi A3 ist eigentlich über jeden Zweifel erhaben. Anders sieht es mit der Wertschätzung für Erdgasantriebe aus, die bei vielen als lahme Krücken verschrien sind. Trotzdem hat Audi nun seinen A3-Topseller, den fünftürigen Sportback, mit einem Gasbrenner kombiniert, erstmals in der Firmengeschichte. Ob die Ehe des A3 Sportback mit dem g-tron Erdgas-Benzin-Einspritzer eine genüssliche oder gruselige ist, soll unser Test klären.

G-tron: zarte Flamme oder loderndes Feuer?


Audi A3 Sportback g-tron Dabei wollen wir diesmal nicht langsam Spannung aufbauen, bis der Funke endlich zündet. Wir fackeln nicht lange, steigen einfach aufs Gas und harren der Dinge, die da aus den vier Zylindern unter der Motorhaube kommen. Lange brauchen wir jedoch nicht zu warten, bis sich die 110 Pferde des Vierzylinder-Reihenmotors, der entweder mit Gas oder Benzin direkt eingespritzt wird, bemerkbar machen. Ab 1.500 Touren packt nämlich das maximale Drehmoment von 200 Nm mit an und lupft den A3 Sportback g-tron kräftig aus dem Stand: 10,8 Sekunden dauert bspw. der Sprint auf Tempo hundert, wobei es keinen Unterschied macht, ob Gas oder Superbenzin verbrannt wird - wenigstens nicht was die Fahrleistung anbelangt. Für Vortrieb sorgt der 1,4-Liter-Turbogasbenziner übrigens bis 197 km/h, wobei auch im vierten und fünften Gang genug Schub vorhanden ist. Seinem Stromkumpanen, dem A3 e-tron, kann der g-tron aber nicht folgen. Der hastet dank 204 PS und 350 Nm von 0 auf 100 km/h in 7,6 Sekunden auf und davon, dafür aber kostet er auch satte 11.000 Euro mehr.

Obwohl der A3 g- mit dem A3 e-tron also nicht mithalten kann, haben sich nach den ersten Überholmanövern die Befürchtungen, dass der Gasbrenner nur auf Halbgas läuft, in Luft aufgelöst. Luft ist auch das probate Stichwort, um die Vorteile des Erdgaskonzepts zu besprechen. Mit Gas betrieben stößt der Sportback zum Beispiel deutlich weniger Kohlendioxid aus als mit herkömmlichem Benzin, und zwar rund 20% oder umgerechnet 30 Gramm pro Kilometer (rund 90 anstatt 120 Gramm). Mehr Luft bleibt außerdem finanziell, denn Erdgas hat nicht nur einen deutlich höheren Brennwert als Benzin und Diesel, es ist auch noch günstiger.

Gas schont die Geldbörse & der A3 erfreut das Fahrerherz


Das führt dazu, dass der g-tron im Gasbetrieb weniger Kraftsofft verbraucht und außerdem günstiger unterwegs ist. Allerdings haben die Vorzüge einen Haken - doch dazu gleich. Vorher noch zu den Verbrauchswerten. Laut Audi gönnt sich der Turbo-Benzin-und-Gaseinspritzer auf 100 Kilometer 5,2 Liter bzw. 3,3 kg Erdgas (CNG). Mit der 1.900 Euro teuren 7-Gang-S-tronic fährt der g-tron sogar noch sparsamer (5 Liter Benzin, 3,2 kg CNG) - und auch einen Deut elastischer. In der Praxis steigen die theoretischen Verbrauchswerte dann wie üblich ein wenig an, doch selbst bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 km/h verbrennen die vier Kammern auf der Autobahn nur 3,9 kg Gas. Im Test-Drittelmix notieren wir am Ende einen ausgezeichneten Verbrauchswert von rund 4,5 Litern - zum Vergleich: der VW Golf TGI und die Erdgas-B-Klasse brauchen zwischen 5,3 und 6 kg Erdgas.

Und wo hängt der Haken? Zum einen im mit 14,4 kg verhältnismäßig klein bemessenen CNG-Tank und zum anderen in der noch immer recht geringen Dichte der Erdgastankstellen. Problematisch ist letzteres aber nur finanziell, denn der A3 Sportback g-tron verfügt auch über einen 50 Liter großen Benzintank. Der liefert den Kraftstoff, wenn das Erdgas ausgegangen ist, allerdings kostet der gefahren Kilometer dann fast doppelt so viel; selbst Diesel ist pro Kilometer gut ein Drittel teurer als Erdgas. Neben der Erdgas-Reichweite muss der g-tron-Fahrer noch eine weitere Einschränkung hinnehmen: Aufgrund des zusätzlichen Tanks sinkt das Kofferraumvolumen von 380 auf 280 Liter. Dem feinen Federungskomfort und der quirligen Dynamik tut das Zusatzgewicht (55 kg) allerdings nicht den geringsten Abbruch.

A3 Sportsback - Interieur vom Feinsten


Audi A3 Sportback g-tron hintenAuch im Innenraum bietet der A3 Sportback g-tron alle Vorzüge, die dem traditionell betriebenen Fünftürer eignen. Inspiziert und erfühlt man die Materialien und deren Verarbeitung, ist sofort klar, dass hier eine Meisterhand am Werk war. Auch die Bedienung lässt kaum Fragen und Wünsche offen, das Platzangebot ist ausgesprochen zuvorkommend, die Variabilität indessen immer noch Mittelmaß. Auch innen weißen g-tron-Schriftzüge im Übrigen darauf hin, dass man hier in einem Erdgasauto sitzt.

Resümee: Der A3 Sportback g-tron unterscheidet sich optisch lediglich durch den modifizierten Diffusor und die g-tron Schriftzüge vom normalen A3 Sportback; von seiner Leistung ist er einem gleichstarken A3 1.2 TFSI vollkommen ebenbürtig. In Bezug auf die Effizienz hingegen sticht der g-tron seine Benzin- und Diesel-Brüder locker aus, die einzigen Wermutstropfen sind das geringe Volumen des Gastanks und das verringerte Volumen des Gepäckraums. Und der Preis? Bei MeinAuto.de gibt es den Audi A3 Sportback g-tron bereits ab 22.186 Euro, knapp 4.500 Euro respektive 17% günstiger als in der Herstellerliste. Der A3 Sportback 1.2 TFSI mit ebenfalls 110 PS ist aber bspw. noch um einiges günstiger, ihn finden Sie bei uns schon ab 18.327 Euro. (nau)

Auf MeinAuto.de gibt es darüber hinaus noch viele weitere günstige Autos, etwa den gasbetriebenen VW Golf 1.4 TGI ab 17.934 Euro und 24,9% Rabatt; das Erdgas-B-Klassemodell B 200 Natural Gas Drive ab 29.942 Euro und 9%; oder den Ford Focus 1,6 LPG ab 18.133 Euro und 23% Preisnachlass.

Besonders lukrativ ist der Neuwagenkauf dabei in Kombination mit einer Autofinanzierung, etwa einem zinsgünstigen Autokredit oder dem für Geschäftskunden besonders attraktiven Auto Leasing.









 
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