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Fahrbericht: Skoda Octavia 1.4 TSI

Von Frank Mertens
Der neue Skoda Octavia Kombi
Foto: Skoda

Die Konkurrenz schaut nicht erst seit diesen krisenhaften Tagen neidvoll auf Skoda. Während das Gros der Hersteller mit drastischen Absatzeinbußen leben muss, trotzt die VW-Tochter mit zweistelligen Wachstumsraten dem negativen Markttrend. Weltweit verzeichnete Skoda in den ersten neun Monaten des Jahres mit 531.000 verkauften Fahrzeugen ein Plus von 14,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ende des Jahres sollen 700.000 Skodas einen neuen Besitzer gefunden haben. Das wären 70.000 Fahrzeuge mehr als 2007. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hat der Octavia, das weltweit erfolgreichste Skoda-Modell.

Überarbeitetes Design

Damit das so bleibt, geht der Octavia mit einem überarbeitetem Design und einem neuen Benzinmotor zum Jahreswechsel in die zweite Hälfte seines Lebenszyklus. Sicher, aus dem Octavia ist auch nach dem Facelift keine Schönheit geworden. Doch die Auffrischungskur hat sowohl der Limousine als auch dem Kombi sichtlich gut getan, er wirkt damit frischer, schlicht moderner. Seien wir außerdem ehrlich. Für emotionale Autos ist im VW-Konzern Audi zuständig, für grundsolide Fahrzeuge Skoda. Diesem Anspruch wird der neue Octavia gerecht. Mehr noch - wie der Superb versprüht er sogar einen Hauch von Premium in der Mittelklasse.

Der neue TSI-Motor im Skoda Octavia
Foto: Skoda

Bei der Gestaltung haben die Designer Anleihen beim Superb genommen. Das ist bereits an der Front zu sehen, wo die Scheinwerfer wie beim großen Bruder weit in den Kotflügel hineinreichen. Wer will, kann den Octavia optional mit Xenon-Scheinwerfern und Kurvenlichtfunktion ordern. Die Nebelscheinwerfer fungieren zugleich als Tagfahrlicht. Die Motorhaube mit dem in Chrom eingefassten Kühlergrill ist zudem voluminöser ausgefallen als beim Vorgänger. Bei der Seitenansicht fallen die größeren Außenspiegel mit integrierten Blinkern ins Auge, von hinten die neuen Rückleuchten.

Neues Lenkrad

Das Cockpit im neuen Skoda Octavia
Foto: Skoda

Die Schönheitskur setzt sich auch im Innenraum fort, der wie bislang durch eine gute Verarbeitung überzeugen kann. Neben neuen Materialien kommen zudem neugestaltete Instrumente zum Einsatz. Das sieht nicht nur tadellos aus, sondern liegt wie das neue Lenkrad auch gut in der Hand. Doch Optik ist das eine, die Fahreigenschaften das andere. Aber auch hier verdient sich der neue Octavia Bestnoten. Insbesondere dann, wenn man mit dem bereits seit längerem bei VW eingesetztem 1.4 TSI-Motor (90 kW/122 PS) unterwegs ist. Dass dieser Motor nun auch den Weg zu Skoda gefunden hat, ist ein deutlicher Zugewinn für den Octavia. Der Vierzylinder ist ein Ausbund an Laufruhe und bringt es auf ausreichend Spritzigkeit. Sein maximales Drehmoment von 200 Nm stellt der Motor zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. In 9,7 Sekunden sprintet er auf 100 km/h, die Spitze ist bei 203 km/h erreicht. Der Verbrauch wird vom Hersteller mit 6,6 Litern angegeben.

Mehr braucht man nicht

Wer sich für diese Motorisierung entscheidet, der erkennt schnell, dass man mehr als 122 PS nicht braucht. Im Zusammenspiel mit der direkten Lenkung und dem gut abgestimmten manuellen Sechsganggetriebe macht es richtig Spaß, im neuen Octavia unterwegs zu sein. Dabei kann es dank eines straffen, aber dennoch komfortablen Fahrwerks auch etwas sportlicher zur Sache gehen. Wem das nicht reicht, der hat auch noch einen 1.8er TSI mit 160 PS und für die RS-Variante einen 2.0 TSI mit 200 PS zur Auswahl.

So sieht die neue Limousine des Skoda Octavia aus
Foto: Skoda

Doch wie schaut es nun mit dem Preis aus? Dazu will der Hersteller noch nichts verraten. Ein satter Zuschlag zum Vorgänger ist angesichts des schwierigen Marktumfeldes nicht zu erwarten. Ein Preisaufschlag von rund 300 Euro erscheint realistisch. Das aktuelle Basismodell der Limousine mit dem 1,4-Liter-Benziner (59 kW/80 PS) steht derzeit mit 15.140 Euro in der Preisliste, der Kombi mit 16.280 Euro.

Kein Common-Rail-Diesel

Das Heck des neuen Skoda Octavia
Foto: Skoda

Alle die, die indes einen Diesel wollen, müssen sich derzeit noch mit den TDI-Motoren (1.9 TDI/105 PS, 2.0 TDI/140 PS) mit Pumpe-Düse begnügen. Bis auf die RS-Variante steht beim Octavia kein moderner Common-Rail-Motor zur Verfügung. Schade, dass Skoda innerhalb des VW-Konzern bei technischen Neuerungen erneut warten muss. Dem Erfolg des Unternehmens hat das indes bislang aber keinen Abbruch getan.


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