Der bessere Passat
Mit der Kombi-Version des Flaggschiffs Superb komplettiert Skoda seine Combi-Reihe. Wer jetzt noch auf einen VW Passat setzt, hat nicht nur in Zeiten der Krise zu viel Geld übrig.
Von Thomas Flehmer
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| Der Skoda Superb Combi |
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| Foto: Skoda |
Lange und ausdauernd wurde diskutiert in Wolfsburg. Soll der Superb eine Kombiversion erhalten oder nicht. Die Entscheidung für den Combi des tschechischen Flaggschiffs dauerte immerhin gute acht Jahre und überdauerte die erste Generation des
Skoda Superb. Dass es so lange dauerte, ehe sich die Verantwortlichen aus der Konzernspitze entschieden, hat seinen guten Grund. Der
Skoda Superb Combi erweist sich als der bessere und günstigere
VW Passat Variant.
Dynamische Linienführung
Auf identischer Plattform gebaut sieht der 4,84 Meter lange Lademeister nicht nur besser aus als der biedere Kombi aus Wolfsburg, sondern rückt sogar in die Nähe der Markenschwester aus Ingolstadt, die ja bekanntlich die schönsten Kombis fabriziert. Besonders das Heck, bei der Limousine technisch sehr aufwändig gestaltet, hat eine dynamische Linienführung fernab von irgendwelchen Biedermännern. Dafür ist die A-Säule etwas zu dick geraten, was aber nur in Kurven mit großem Radius zum Tragen kommt. Ansonsten ist die Fahrt ein Genuss; man kann es nicht anders sagen. Im Innenraum erwartet einen zwar die Ausstattungsnormen der Kernmarke des Konzerns, aber sehr diskret und gut angeordnet. Die Sitze lassen jegliche Gefühle in Richtung Niedersachsen vergessen, vor allem im Fond. Dort können sich die mitreisenden Passagiere - wie von der Limousine gewohnt - verlaufen, so viel Platz ist vorhanden. Dieser Raum geht nicht auf Kosten des Volumens in der Gepäckablage. Dort stehen sagenhafte 633 Liter zur Verfügung, die sich auf fast schon nutzfahrzeughaftige 1865 Liter vergrößern lassen.
Superlative im Rückraum
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| Sehr viel Platz auf den hinteren Plätzen |
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| Foto: Skoda |
Nicht zu vergessen den Luxus, der sich den Mitreisenden auf den hinteren Sitzen bietet. Wie in der Limousine haben die Passagiere drei bis fünf eine enorme Bein- und Kopffreiheit, die sonst nicht einmal in der Oberklasse zu finden ist. Dafür müssen Fahrer und Beifahrer nicht einmal ihre Sitze nach vorn schieben. Nur zum Vergleich: Der auf identischer Plattform stehende Passat - beileibe kein schlechtes Auto - bringt es auf bis zu 1731 Liter Kofferraumvolumen und kann im Fond nicht annähernd solche Platzverhältnisse aufweisen.
Entspanntes Reisen
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| Mittelklasse mit Oberklasse-Genen |
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| Foto: Skoda |
Dass der Superb Combi ein wenig zu straff ausgelegt ist, erweist sich als Marginalie und fällt nur denjenigen auf, die hypersensibel sind. Denn ansonsten lässt sich der Lademeister unter den Lademeistern gut steuern und auch schalten, soweit nicht das immer wieder begeisternde DSG an Bord ist. Die siebengängige Doppelkupplung erweist sich besonders im 1.8 TSI mit 118 kW/160 PS als optimale Ergänzung. Der Benziner, der innerhalb von 8,6 Sekunden Tempo 100 km/h erreicht, ermöglicht ein entspanntes Reisen. Der Motor läuft ruhig, ist aber durchzugskräftig und kann bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h gut mithalten. 7,3 Liter gibt
Skoda als Verbrauch an, was einem CO2-Ausstoß von 170 Gramm pro Kilometer entspricht.
1.4 TSI stößt an Grenzen
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| Dynamische Linienführung |
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| Foto: Skoda |
Ganze 0,4 Liter weniger verbraucht der downgesizte 1.4 TSI mit 92 kW/125 PS. Das Star-Triebwerk aus dem Konzernregal passt gerade noch so zum Superb. In der Stadt völlig ausreichend, doch über Land und in den Bergen stößt der Turbo doch an seine Grenzen. Dagegen reicht der Einstiegsdiesel völlig aus. Der 2.0 TDI wird zwar noch von den letzten bei
Volkswagen verbliebenen Pumpe-Düse-Aggregaten angetrieben, doch die 103 kW / 140 PS bringen den 4,84 Meter langen Combi schnell in Bewegung. Doch je nach Bedürfnis sind die beiden Einstiegsaggregate für den Superb Combi wirklich ausreichend. Und 23.950 Euro, 750 Euro Aufschlag im Verhältnis zur Limousine sind ein wahrer Kampfpreis, der
VW Passat kostet mit dem identischen 1.4 TSI 2300 Euro mehr, verfügt aber über weniger Raum. So wird der ab Ende Januar erhältliche Superb spätestens zur Markteinführung erneut für reichlich Diskussionsstoff in Wolfsburg sorgen.
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