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Fahrbericht: Skoda Fabia Combi Greenline

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Tschechische Jutetasche

Skoda eröffnet seine Umweltreihe «Greenline» mit dem Fabia. Beim kleinsten Spross des tschechischen VW-Ablegers muss man sich aber von jeglichen Emotionen verabschieden.

Von Thomas Flehmer

Der Skoda Fabia Combi Greenline
Foto: AG/Flehmer
Aus blau wird grün. Nachdem Volkswagen vor zwei Jahren die Modellreihe «Bluemotion» ins Leben rief, kommt nun die tschechische VW-Tochter Skoda in den Genuss verbrauchsärmerer Fahrzeuge. Den Anfang der «Greenline»-Reihe macht der Skoda Fabia, das kleinste Fahrzeug im Sortiment. 109 Gramm CO2 pro Kilometer werden vom Polo-Pendant in die Luft gestoßen. Möglich machen das - wie bei VW - eine Gewichtsreduzierung, Leichtlaufreifen, 14 Zoll Leichtmetall-Felgen, eine verbesserte Aerodynamik durch eine Absenkung der Karosserie um 14 Millimeter, abgewandelte Kennlinien beim Motorsteuergerät und eine längere Übersetzung des Getriebes. Daten, die das Wuppertaler Institut für Umweltverträglichkeit Öko-Trend bewogen, den kleinen Skoda mit dem Auto-Umwelt-Zertifikat auszuzeichnen.

Mühsame Anfahrt

4,1 Liter Diesel soll der mit einem 1.4 TDI-Motor und 59 kW/80 PS ausgestattete Fabia Combi Greenline laut Skoda nur noch verbrauchen. Zwei Testfahrten mit unterschiedlichem Charakter konnten diesen Wert zum einen unterbieten, zum anderen nicht erreichen. Eines aber hatten beide Testläufe gemeinsam: Emotionen dürfen auf der grünen Linie beim Fabia nicht erwartet werden. Der kleine Tscheche verströmt eher die Anfänge der Grünen-Bewegung in Deutschland, als die Jutetasche den Plastikbeutel verdrängte, in Hörsälen gestrickt wurde und der bayrische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß über einen eigens ausgeführten Landstraßentest bei Tempo 80 lästerte. Die erste Testfahrt zielte klar auch Verbrauchseinsparung ab. Bei 33 Grad Celsius wurde die Klimaanlage ausgelassen, das Radio abgeschaltet, die Fenster geschlossen. Mühsam kam der Fabia auf Touren und in den unteren Drehzahlbereichen darf auch nicht mit Turbo-Unterstützung gerechnet werden.

Schnelles Hochschalten nicht empfehlenswert

Sehr, sehr lange Übersetzung
Foto: AG/Flehmer
Ein schnelles Hochschalten verbietet sich dabei aufgrund der länger ausgelegten Getriebe-Übersetzungen. So greift zum Beispiel der dritte Gang erst bei 50 - 55 km/h so richtig, vorher besteht die Gefahr, noch einmal in den zweiten Gang herunterschalten zu müssen. Während das auf ebenen Strecken halbwegs ausgeglichen werden kann, ist der Fabia aber schon bei leichten Steigungen in der Umgebung von Salzburg aufgeschmissen - ein Herunterschalten bleibt unvermeidbar. Mit 80 km/h wurde dann die Landstraße im fünften und höchsten Gang bezwungen. Auch hier durfte das Tempo nicht viel weiter hinuntergehen, um einen weiteren Schaltgang zu vermeiden. Klar, dass es für den Fabia bergab nur im Rollen und ohne zusätzliches Gasgeben geht. Dabei zeigen die Leichtlaufreifen ihre Wirkung. Auch ohne zusätzliche Unterstützung des rechten Fußes kommt der Skoda den vorausfahrenden Autos näher - ebenso bei der Anfahrt an eine rote Ampel. Dort wird dann der Motor ausgeschaltet, ein Start-Stop-System fehlt hier leider.

3,5 Liter auf 100 Kilometern

Sparsame Fahrweise wird belohnt
Foto: AG/Flehmer
Der Dank am Ende der Testfahrt las sich mit 3,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer ab. Doch die Fahrweise entsprach letztendlich nicht den normalen Bedingungen. Schon auf den wenig befahrenen Straßen behinderte der Skoda den nachfolgenden Verkehr. Die folgenden Fahrzeuge mussten häufiger abbremsen, um dann wieder zu beschleunigen. Während sich der Fabia-Fahrer über den Minder-Verbrauch freut, müssen die folgenden Verkehrsteilnehmer derzeit noch mit einem höheren CO2-Ausstoß rechnen, da trotz der erhöhten Kraftstoffpreise ein Umdenken beim Fahrverhalten noch nicht eingesetzt hat.

5,5 Liter unter normalen Bedingungen

Die Greenline-Modelle sind besonders gekennzeichnet
Foto: Skoda
Beim zweiten Test wurde der Fabia normalen Bedingungen unterzogen. Die Klimaanlage kühlte bei den heißen Temperaturen Fahrer wie Beifahrer zugleich, das Radio lief leise im Hintergrund, ab und zu wurde das Fenster geöffnet. Über die Landstraße ging es mit Tempo 100, die Beschwerlichkeit des 1215 Kilogramm leichten Kombis blieb trotz heftigeren Niederdrückens des Gaspedals bestehen. Auch hier fährt der Fabia Combi Greenline recht konservativ. Am Ende der zweiten Testfahrt standen runde zwei Liter Mehrverbrauch auf dem Bordcomputer. Dafür klebte das Hemd bei den tropischen Temperaturen nicht am Körper und auch der Verkehr wurde nicht aufgehalten. Selbst Überholvorgänge konnten ohne Ängste durchgeführt werden.

600 Euro teurer als Normalversion

Auch der Superb (r.) ist als Greenline-Variante ab Juli im Angebot
Foto: Skoda
Mit 17.940 Euro ist die grüne Version 600 Euro teurer als die vergleichbare Basisversion ohne Greenline-Attribute. Doch allein die Leichtmetallfelgen, die in der Ausstattungsvariante Ambiente sonst nicht mit an Bord sind, amortisieren den teureren Preis fast völlig. Was auf der Strecke bleibt, ist die Fahrfreude, die beim kürzer ausgelegten normalen 1.4 TDI noch eher zu finden ist. Oder man wartet den Juli ab, spart noch etwas mehr an, und greift beim Superb zu. Denn das Topmodell läuft demnächst auch auf Skodas Grüner Linie.

Copyright: NZ Autoportal GmbH (Autogazette.de)


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