Vorsichtsmaßnahmen nach dem Neuwagenkauf

06.10.2014 Alle Ratgeber

autokauf-leasing-finanzierung-barMit einem Neuwagen auf der Autobahn Vollgas zu geben und auszutesten, was das neue Gefährt in Sachen Tempo zu bieten hat, ist verlockend. Allerdings sind nach der Abholung des Wagens zunächst einmal Geduld und Vorsicht geboten beziehungsweise zu empfehlen. Zwar sind die Zeiten von sogenannten Einfahrölen, die beim „Warmfahren“ des Neuwagens zum Einsatz kamen, lange vorbei, dennoch braucht der Motor eine Weile um „auf Betriebstemperatur zu kommen“. Und auch andere Komponenten des Autos sollten auf den ersten Strecken schonend behandelt werden, um ihr volle Leistungsfähigkeit entfalten zu können.

Verschleiß am Motor vorbeugen: Warmfahren und Ölkontrolle


Die Zylinder eines neuen Triebwerks weisen fertigungsbedingt grundsätzlich eine gewisse Rauheit auf. Dies hat eine höhere innere Reibung des Motors zur Folge. Auf den ersten 1.000 Kilometer sollte der Fahrer deshalb den Bleifuß vom Gas nehmen und seinen Neuwagen schonend behandeln. Genauer heißt dies, mit maximal Dreiviertel der möglichen Drehzahl zu fahren. Wer sich nicht an diese Empfehlung hält, riskiert ein großflächiges Abtragen der Zylinderoberflächen gegenüber der erwünschten Glättung. Folgen können hoher Ölverbrauch, Ablagerungen von  Verbrennungsrückständen sowie langfristig eine verringerte Lebensdauer des Motors sein. Vor dem Fahren im höheren Drehzahlenbereich sollte das Öl eine Temperatur von rund 80 Grad Celsius erreichen, um eine ausreichende Schmierwirkung zu erzielen.  Diese Regelung gilt nicht nur während des Einfahrens des Neuwagens auf den ersten 1.000 Kilometern, sondern auch im täglichen Umgang danach; insbesondere für Turbo- und Dieselmotoren, die erfahrungsgemäß einen höheren Ölverbrauch aufweisen als vergleichbare Ottomotoren. Vor allem bei neuen Motoren ist es wichtig, den Ölstand regelmäßig (z. B. bei jedem Tankstopp) zu kontrollieren. Das sorgfältige Warmfahren des Motors hat übrigens dauerhaft den positiven Nebeneffekt, dass Schadstoffemissionen und der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden.

Einfahren: Wo?


Während zu hohe Auslastungen des Motors auf den ersten Kilometern Tabu sind, haben Drehzahlschwankungen im mittleren Drehzahlenbereich einen positiven Einfluss auf die Abstimmung von Kolben und Zylindern. Es empfiehlt sich daher, den Neuwagen auf kurvigen Landstraßen statt bei konstanter Geschwindigkeit auf der Autobahn einzufahren.

Einspielen weiterer Komponenten


Genau wie das Triebwerk benötigen auch die Bremsen, die Reifen und die Stoßfänger eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis sie optimal arbeiten. Die Bremsbeläge und -scheiben müssen sich zunächst einschleifen. Beim Neuwagen ist deshalb oft ein stärkerer Pedaldruck notwendig, um die gewünschte Bremswirkung zu erzielen. Was die Stoßdämpfer anbelangt, so müssen sich diese ebenfalls erst „einspielen“. Daher kann es vorkommen, dass der Fahrer die ersten Routen noch als ein wenig unkomfortabel empfindet. Das Fahren auf Kopfsteinpflaster ist eine Möglichkeit, das Einfahren der Stoßdämpfer zu beschleunigen. Im Falle neuer Reifen ist insbesondere auf den ersten rund 300 Kilometern Vorsicht geboten, denn erst dann entfalten diese ihre volle Leistungsfähigkeit.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen beim Neuwagenkauf gehört im Übrigen auch das regelmäßige Lüften des Autos, um den Geruch des neuen Kunststoffs aus dem Wageninneren zu verdrängen. Zwar ist dieser an sich nicht gesundheitsgefährdend, eine dauerhafte Geruchsbelastung kann den Fahrer jedoch müde machen und somit die Sicherheit beeinträchtigen.

Neuwagen-Inspektion: Wann?


Eine frühe Inspektion des Neuwagens, bei der üblicherweise durch einen Ölwechsel abgeschmirgelte Metallspäne entfernt wurden, ist in der Regel dank hoher Fertigungsqualität der Motoren nicht mehr erforderlich – vorausgesetzt der Fahrer reizt die Leistung des Wagens nicht gleich auf den ersten Kilometern aus. Erstinspektion und anschließende Wartungen erfolgen in vorgeschriebenen Intervallen, die dem Serviceheft des Wagens zu entnehmen und je nach Modell und Hersteller unterschiedlich sind. Eine Laufleistung von 30.000 Kilometern oder eine Laufzeit von 12 Monaten sind übliche Intervalle, allerdings gibt es auch Hersteller die bereits früher oder aber später zur Inspektion auffordern. Um Gewährleistungs- und Garantieansprüche aufrecht zu erhalten, sollten Autohalter regelmäßig einen Blick ins Serviceheft werfen und Wartungen durchführen lassen.

Ein gepflegtes Scheckheft kann genau wie eine nachhaltige Pflege von Karosserie, Interieur und Technik ein entscheidendes Kriterium für die Steigerung des Verkaufswerts des gebrauchten Pkws sein.




Autor: Fabian Thomas

 
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