Tipps zum Einparken – worauf ist zu achten?

17.06.2016 Alle Ratgeber

Autofahren stellt für viele Menschen einen elementaren Grundsatz von Freiheit und Mobilität dar. Zuletzt hat der Staat deshalb das „Fahren mit 17“ reguliert, um junge Menschen schon früh an die Sache heranzuführen. Doch selbst dem besten Fahrer bereitet es mancherorts Schwierigkeiten, sich in engen Einbahnstraßen oder verqueren Kreuzungen zurechtzufinden. Hinzu kommt das Problem, dass Falschparker den ohnehin begrenzten Raum des Parkplatzes einschränken – setzt man diese „falsche Parkreihe“ nun fort, droht das Risiko eines Bußgeldes.

Die Grundlagen: Orientierungspunkte ausmachen


Bild 1 - Einparken
Einparken ist auch für gestandene Autofahrer mitunter ein Problem - in diesem Artikel sollen die wichtigsten Tipps und Informationen zu dieser Thematik aufgezeigt werden.
Ist die Fahrprüfung erst einmal erfolgreich absolviert, folgt im Laufe der Zeit kaum noch eine richtige Auseinandersetzung mit Fahr- oder Verkehrsregeln. Von nun an gilt es, eigene Erfahrungswerte zu sammeln und sich eine bestimmte Fahrweise zu Eigen zu machen. Je nach Fahrzeugtyp und Fahrzeuggröße kann dann entsprechend vorgegangen werden.

  • A- und C-Säule: Um die Größenverhältnisse richtig abzuschätzen, sollte man sich mit der Stellung der Vorder- und Hinterachse vertraut machen. Die A-Säule verläuft im Bereich des Gaspedals und der Bremsen, die C-Säule hingegen auf Höhe der Mitte des Hinterrades. Je nachdem, ob vor- oder rückwärts eingeparkt wird, diesen diese Punkte als Orientierungspunkte.

  • Lenker einschlagen: Wer die vorgenannten Säulen an seinem Fahrzeug kennt, weiß damit auch prinzipiell um den Zeitpunkt des richtigen Einschlagens. Denn erst bei Erreichen dieser Schwelle sollte voll eingelenkt werden. Denn damit bleibt genügend Spielraum, um unter örtlichen Bedingungen noch die eigene Parkposition zu korrigieren. Je langsamer und flüssiger diese Manöver ablaufen, desto geringer das Risiko einer falschen Parkposition.


Im Weiteren gibt es in Deutschland grundsätzlich drei verschiedene Aufstellungsarten, die Art und Weise der Parkposition des Fahrzeuges wiedergeben. Weitere Informationen zu Längs-, Schräg- beziehungsweise Senkrechtstellung finden sich bedarfsweise in den folgenden Absätzen.

Ratschläge, um richtig rückwärts zu parken


Vorwärts oder rückwärts einparken macht, schenkt man jüngsten Umfragen genügend Aufmerksamkeit, für das Gros der Fahrer keinen Unterschied. Jeweils 1/5 der Befragten geben an, dass vorwärts beziehungsweise rückwärts einparken ein Problem für sie darstellt. Aus verkehrstaktischen Gründen ist es jedoch sinnvoll, möglichst rückwärts einzuparken. Das Fahrzeug ist aufgrund der Aufteilung wesentlich manövrierfähiger, was vor allem damit zusammenhängt, dass der Radius deutlich kleiner ausfällt. Nicht zuletzt macht es einen Unterschied, mit der Fahrzeugfront sich im Anschluss wieder in das Verkehrsgeschehen einzugliedern.

FahrmanöverErläuterungen
Parklücke abschätzen und Standposition einnehmenUm rechtsseitig rückwärts einzuparken, sollte das Fahrzeug auf Höhe des benachbarten Parkplatzes halten. Blinker setzen, Verkehrsteilnehmer abschätzen, Rückwärtsgang einlegen.
Zurücksetzen und EinschlagenDas Fahrzeug zurücksetzen und auf Höhe des Überschneidungspunktes „Hintertür rechts (Türgriff)/Rücklicht links (benachbartes Fahrzeug), anschließend voll rechtseitig einschlagen.
Fließende RückwärtsbewegungBei Markierung der Bordsteinkante (links unten, Heckscheibe) halten, scharf links einschlagen und leicht nach hinten beschleunigen. Notfalls dieselben Schritte für den richtigen Einparkwinkel wiederholen.

Einparken in eine Parkbox


Schwierigkeiten können auch dann auftreten, wenn in Parkhäusern oder speziellen Parkboxen gehalten werden muss und kein Parkassistent den Fahrer unterstützt. Diese finden sich häufig auf Parkplätzen von Supermärkten oder in Innenstädten.

  1. Blinker rechts setzen, Rückwärtsgang einlegen, die Spiegelposition bleibt auf 0. Anschließend empfiehlt es sich, zwei oder drei Parkboxen weiter zu rollen. Rückwärts einparken ist auch hier die Grundlage, um möglichst gut manövrieren zu können. Die seitliche Entfernung zum benachbarten Fahrzeug sollte etwa 1,50 bis 2,00 Meter betragen.

  2. Das rechte, hintere Fenster als Guckloch nutzen und dabei das rechte, hintere Rücklicht des benachbarten Fahrzeuges anpeilen. Relativ stark nach rechts einlenken und beschleunigen. Während des Rückwärtssetzens muss das hintere Rücklicht weiter beobachtet werden, sodass es in etwa derselben Position verharrt. Notfalls den Abstand durch den rechten Außenspiegel doppelt überprüfen, ggfs. Fahrmanöver abbrechen und zur Ausgangsposition zurück.

  3. Mit leichter Kupplung weiterfahren, notfalls das Lenkrad etwas auflockern. In dem Moment, wo das Fahrzeug eine gerade Position einnimmt, den Lenker ausrichten und nach vorne blicken. Etwa 1,5 Umdrehungen nach links bringen die Position ins Trockene, sodass die seitlichen Abstände überprüft werden können. Nun mit geringer Geschwindigkeit das Fahrzeug so weit wie nötig in die Parkbox bewegen.


An diesen Orten könnte es „eng“ werden


Die sogenannte Parkplatznot, also die künstliche Verknappung von Parkplätzen, ist ein bekanntes Phänomen im öffentlichen Raum. Insbesondere im Bereich von Flughäfen, Bahnhöfen oder engen Seitenstraßen sind die Größenverhältnisse dermaßen eingeschränkt, dass Falschparker diese weiter minimieren.

Bild 2 - Großparkplatz
Einparken auf großen Parkplätzen wird allgemein als leichter empfunden als herkömmliches rückwärts einparken am Straßenrand. Letztlich lässt sich jedoch alles durch simple Tricks beherrschen

  • An Flughäfen dominieren Kurzparker, zusammen mit Taxifahrern belegen sie den Großteil der Parkplätze. In der Regel sind dies Parkplätze mit einer Senkrecht- beziehungsweise Querstellung – auf geringem Raum wird also eine maximale Parkfläche geschaffen. Hier besser rückwärts einparken, um schneller wieder aus der Parklücke austreten zu können.Die Suche nach einem alternativen Parkplatz, der nicht direkt am Flughafen liegt, verlangt zwar eine gewisse Vorabrecherche, sorgt umgekehrt aber für eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis – und damit für viel weniger Stress.

  • Im Bereich von Anwohner- oder Nebenstraßen gibt es im Normalfall schräg ausgerichtete Parkplätze. Hierdurch verringert sich der sogenannte Aufstellungswinkel, also der Freiraum für passende Parkmanöver. Empfehlenswert ist es dann, vorwärts einzuparken.

  • In Tiefgaragen ist der Platz ebenso eng bemessen, was sich vor allem auf die Breite der Parkplätze auswirkt. Es ist oftmals gar nicht anders möglich, also in die Parkreihe einzusetzen und dabei eine leichte Querstellung einzunehmen. Möglich wird das normalerweise nur durch kompaktes, vorwärts-gerichtetes Einparken. Der seitliche, rechte Abstand sollte mindestens 2,5 Meter betragen.


Fazit


Beim Einparken treten verschiedene Faktoren zu Tage, die vom Fahrer nicht immer berücksichtigt werden können. Die klassischen Parkpositionen, wie sie auf Großraum- oder Flughafenparkplätzen üblich sind, ermöglichen ein rückwärtiges Einparken. Je enger der Parkraum gestaltet ist, desto eher empfiehlt sich ein vorwärts gerichtetes Einparkmanöver. Parken auf der rechten Fahrbahnseite ist mit den wenigsten Komplikationen verbunden. Denn anders käme erschwerend hinzu, das Fahrzeug beim Ausparken wieder dem möglichen Gegenverkehr auszusetzen. In jedem Fall muss der tote Winkel soweit Berücksichtigung finden, um die Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmer auf ein Restrisiko zu minimieren. Wer diese Aspekte beachtet, wird mit dem Einparken grundsätzlich wenige Probleme haben.

 

Bildquellen: Abbildung 1: © psychotraffic (CC0-Lizenz) / pixabay.com - Abbildung 2: © MichaelGaida (CC0-Lizenz) / pixabay.com




Autor: Fabian Thomas

 
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