Tiertransport: Autofahren mit Vierbeinern

25.10.2016 Alle Ratgeber

Für Hunde im Auto gibt es keine offizielle Anschnallpflicht. Allerdings gelten der beste Freund des Menschen sowie andere Tiere im Fahrzeug als Ladung. Gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) ist diese ordnungsgemäß zu sichern.


Zum Wohl des Tieres, der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer sind Sicherheitsvorkehrungen unabdingbar. Denn bereits bei stärkerem Bremsen drohen Verletzungen für Hund und Passagiere. Wenn bei einem Verkehrsunfall Personen- oder Sachschäden aufgrund eines nicht gesicherten Vierbeiners entstehen, drohen dem Fahrer hohe Bußgelder bis hin zu zivilrechtlichen Haftungsfolgen.

Vom Anschnallgurt bis zur Transportbox – was ist geeignet?


Für die Sicherung von Vierbeinern im Pkw gibt es verschiedene Wege. Der Fachhandel bietet beispielsweise folgendes für einen adäquaten Tiertransport an:

Welche Sicherungsart sich am besten eignet, hängt i. d. R. vom Fahrzeug, den Gewohnheiten und vor allem der Größe sowie dem Gewicht des Tieres ab. Hier erfahren Sie, welche Fahrzeuge sich für den Tiertransport eignen.

Sicherungsgurt


hund_auto_ruckbank_geschirr_119103931Rückhaltegurte für Hunde gibt es in einfacher und doppelter Ausführung, d. h. der Vierbeiner wird an einem oder zwei Gurtanschlüssen des Autos befestigt. Bei Verwendung von Anschnallgurten sollte der Tierhalter unbedingt auf einen korrekten und schmerzfreien Sitz achten. Auf keinen Fall darf das Zubehör am Halsband angebracht werden. Es besteht das Risiko, dass der Hund bei einem Aufprall oder stärkeren Bremsungen stranguliert wird. Stattdessen eignet sich ein Brustgeschirr, um das Tier auf dem Rücksitz anzuschnallen. Es ist darauf zu achten, dass der Gurt nicht zu lang ist, d. h. nicht zu viel Bewegungsspielraum lässt, da er sonst seinen Zweck nicht erfüllt.

Sicherheitsgurte im ADAC Test


Dass sich Sicherungsgurte tendenziell nur für kleine und leichte Hund eignen, zeigte der ADAC in einem Crashtest. Ein einfaches Rückhaltesystem mit Gurt stellte im Versuch mit einem 22 Kilogramm schweren Vierbeiner-Dummy keinerlei Rückhaltung des Tieres sicher. Bei der doppelten Anbindung mit zwei Schnallen auf der Rücksitzbank war der Rückhalteffekt nur im akzeptablen Bereich.

Achtung: Auch wenn ein Sicherheitsgurt vorhanden ist, gehört ein Hund nicht auf den Beifahrersitz. Die Bewegungen des Vierbeiners können den Fahrer ablenken. Darüber hinaus sind die Reaktionen von Tieren in Gefahrensituationen niemals genau abzuschätzen. Ebenso besteht das Risiko, dass das Tier bei einem Unfall in Richtung Fahrer oder Windschutzscheibe geschleudert wird.

Transportboxen


hund_auto_kafig_kofferraum_111540496Einen besseren Schutz als Anschnallgurte bieten Transportboxen, in erster Linie für das Tier, aber in der Folge auch für den Menschen. Auch wenn die beengten Räume für den Schützling zunächst „befremdlich“ erscheinen, zahlt es sich in Sachen Sicherheit aus, die treuen Begleiter für den Transport im Fahrzeug an die Autoboxen zu gewöhnen. Beim Fachhändler finden Tierfreunde nicht nur Hundeboxen in verschiedenen Größen, sondern auch Katzenboxen oder Behältnisse für kleinere haarige Begleiter. Zusätzliche Gurte sind bei Verwendung einer Kiste nicht erforderlich, jedoch gibt es einiges beim Aufstellen zu beachten.

Boxen quer zur Fahrrichtung montieren


Boxen, die im Fahrgastraum transportiert werden, sollten quer zur Fahrrichtung stehen und – wenn möglich – im Fußraum eingeklemmt werden. Bei Transport auf der Rückbank ist eine zusätzliche Sicherung der Behältnisse mit überkreuzenden Dreipunktegurten des Pkw zu empfehlen.

Beschaffenheit der Transportmittel


Transportboxen sollten gerade so groß sein, dass sich das Tier darin bequem drehen kann. Zu viel Spielraum vergrößert das Risiko eines „Freiflugs“ des Schützlings bei einem Unfall. Es ist unbedingt auf einen guten Luftaustausch zu achten. Allerdings sollte das Tier vor Zugluft, z. B. durch die Klimaanlage, geschützt sein. Aus Stabilitätsgründen ist von sogenannten Softboxen im Straßenverkehr abzuraten. Besser geeignet sind Boxen aus festem Material. Der „Klassiker“ besteht aus Aluminium, ist stabil und hygienisch, d. h. leicht zu reinigen. Idealerweise hat die Box eine abnehmbare Rückwand, so dass das der Hund im Notfall durch den Innenraum aussteigen kann. Für kleinere Begleiter reichen zumeist Kunststoffbehälter. Schmale Boxen, wie z. B. für Katzen, sind am besten im Fußraum hinter dem Vordersitz aufgehoben. Hier haben sie den besten Halt.

Besonders bei größeren Hunden ist die Unterbringung einer Transportbox im Innenraum – ausgenommen bei Vans oder Kleinbussen – aus Platzgründen oft nicht möglich bzw. nicht zu empfehlen. Auch die Sitzpolster leiden unter der Belastung. Das Tier sollte im Kofferraum untergebracht sein, dort möglichst auch abgeschirmt in einem Transportkäfig. Wie im Innenraum sollte die Box auch hier quer zur Fahrtrichtung stehen, um die Belastung auf den Körper des Tieres beim Bremsen zu reduzieren. Zusätzlich ist es ratsam, ein festes Trenngitter zur Abtrennung der Fahrgastzelle einzubauen. Ideal für den Schutz der Insassen ist ein Gitter, das vom Kofferraumboden bis zum Dach reicht.

Trenngitter und Transportbox – die beste Lösung für größere Hunde


Im Handel sind zumeist auf die verschiedenen Automodelle zugeschnittene Trenngitter erhältlich. In vielen Pkws sind bereits Befestigungsmöglichkeiten vorhanden, die sich für die Fixierung nutzen lassen. Von einer Verwendung der ebenfalls verfügbaren Trennnetze ist eher abzuraten. Sie bieten zumeist nicht genügend Rückhaltekraft und bergen die Gefahr, dass die Tiere sich darin verfangen. Beim Transport von Tieren im Kofferraum ist im Übrigen darauf zu achten, dass andere Ladung wie Gepäck ebenfalls ausreichend gesichert ist. Hier finden Sie weitere Hinweise zur richtigen Ladungssicherung.

Das richtige Auto für den Tiertransport


Wer beabsichtigt sein Haustier im Auto zu befördern, sollte dies bereits beim Autokauf berücksichtigen. Ein Kleinstwagen ist sicher nicht geeignet, um einen großen Hund regelmäßig mitzunehmen. Genauso wenig wie es „das“ Familienauto gibt, lässt sich „das richtige Auto für den Vierbeiner“ nennen. Allerdings haben sich aufgrund des geräumigen Platzangebotes besonders Kombis, Vans und SUVs als tierfreundliche Fahrzeuge erwiesen.

Kombis eignen sich für große Tiere


Ein besonders großes Kofferraumvolumen haben z. B. die Modelle

Aber auch Vans wie der Opel Zafira oder der VW Touran können zum Transport von großen Vierbeinern genutzt werden. Für kleine Tiere eignen sich bei richtiger Ausstattung und passendem Zubehör aber durchaus auch Klein- und Mittelklassewagen.

Zubehör für Tierbesitzer


hund_auto_rampe_26592817Einige Hersteller bieten optionale Extras für Hunde- und andere Tierbesitzer. Hundefreundliche-Accessoires für den BMW 3er sind beispielsweise rutschfeste Gummimatten und robuste Trennwände. Auch Skoda bietet unteranderem passgenaue Matten an. Für Modelle wie den Skoda Fabia Combi, den Superb Combi und den Octavia Combi sind darüber hinaus Gepäckraumteiler erhältlich. Beim Neuwagenkauf können Materialqualität im Innen- und Kofferraum sowie tiergerechtes Originalzubehör vom Hersteller zu den Entscheidungskriterien gehören.

SUVs – sportliche Modelle für Freizeit und Hundetransport


Im SUV-Segment bietet beispielsweise der VW Tiguan mit seiner verschiebbaren Rücksitzbank eine gute Lösung für die Mitnahme eines größeren Tieres. Aber auch andere Sport Utility Vehicles wie z. B. Seat Ateca, Skoda Kodiaq und Opel Mokka sind dank großzügigem Platzangebot für Vierbeiner geeignet. Man muss jedoch beachten, dass bei diesen Fahrzeugen die Ladekante des Kofferraums höher ist und einige Vierbeiner so Probleme beim Einsteigen haben. Abhilfe schafft aber eine Rampe, die im Fachhandel zu kaufen ist.

Ob ein Fahrzeugmodell zu dem eigenen Haustier passt, ist individuell zu testen. Ein Hund sollte im Kofferraum grundsätzlich aufrecht stehen können, ohne an die Decke zu stoßen. Stets gilt: Die Sicherheit von Mensch und Tier stehen an erster Stelle.

Bildquellen: ©K. Thalhofer-fotolia.com, ©janevans35-fotolia.com, ©Andrey Popov-fotolia.com




Autor: Fabian Thomas

 
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