Sicherheitstipps: Autofahren bei Nacht

27.01.2017 Alle Ratgeber

Im Dunkeln ist die Sicht auf den Straßen schlecht, die Müdigkeit beeinflusst das Konzentrationsvermögen beim Fahren und der Gegenverkehr blendet. Durch die natürliche Beschaffenheit unseres Auges nehmen wir  bei schlechtem Licht eine geringere Tiefenschärfe war.

Viele Unfälle passieren nachts


adac_erste_hilfe_unfall_2016 Quelle: ADAC


Laut ADAC-Statistik passierten im Jahr 2015 fast zwanzig Prozent aller Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen bei Nacht. Das entspräche etwa dem Anteil der Nachtfahrten am gesamten Verkehrsaufkommen. Bei 15.144 registrierten Nachtunfällen kamen 59.017 Personen zu schaden. Die Gefahr als Autofahrer bei einem nächtlichen Unfallgeschehen tödlich zu verunglücken ist besonders hoch. In 2015 forderten 29,3 Prozent aller Nachtunfälle Todesopfer. Besonders bei nächtlichen Verkehrsunglücken auf Landstraßen kommen viele Menschen ums Leben. 49 % aller Nachtunfälle außerorts endeten 2015 tödlich.

Trotz der erschreckenden Statistiken sind nächtliche Autofahrten manchmal nicht zu vermeiden und insbesondere in der Urlaubszeit sehr beliebt, um das alltägliche Stauaufkommen möglichst zu umgehen.

Gutes Licht ist das A und O


Mercedes SLK 2014 Bi-Xenon Scheinwerfer abbiegelichtFür das Autofahren bei Nacht ist es von zentraler Bedeutung, von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, aber auch selbst einen guten Blick auf die Straße und Umgebung zu haben. Die Straßenausleuchtung ist ein zentraler Sicherheitsaspekt, an dem Autofahrer nicht sparen sollten.  In der Regel bieten Xenon- und LED-Scheinwerfer eine stärkere Helligkeit und homogenere Ausleuchtung als Autolampen mit Halogenbirnen. Die Lichtfarbe der üblicherweise teureren Xenon- und LED-Leuchten sorgt zudem für bessere Kontraste. Durch das bläuliche Licht lassen sich beispielsweise Fahrbahnmarkierungen und Verkehrsschilder oft besser erkennen als bei der Ausleuchtung mit Halogenscheinwerfern. Weitere Informationen zu den gängigen Lichtsystemen finden Sie in unserem Autolicht-Vergleich zwischen Xenon-, Halogenlampen und LEDs. Der Einsatz von Fernlicht ist immer dann zu empfehlen, wenn kein Gegenverkehr entgegen kommt. Eine gute Straßenausleuchtung schont die Augen und hilft so indirekt auch gegen Müdigkeit.

Um in der Dämmerung, bei schlechten Sichtverhältnissen und bei Nachtfahrten von einer idealen Scheinwerferleistung zu profitieren und den Gegenverkehr nicht durch Streulicht zu blenden, sollten sämtliche Front- und Rückleuchten unbedingt sauber sein. Einige Systeme verfügen über eine Scheinwerferputzanlage, andere sind regelmäßig von Hand zu reinigen. Ebenso ist es wichtig, die Autoscheinwerfer in regelmäßigen Abständen kalibrieren zu lassen, denn die Bedeutung der richtigen Höhe der Lampen für eine optimale Straßenausleuchtung ist nicht zu unterschätzen. Wenn das Auto schwer beladen ist, sollten die Scheinwerfer deshalb unbedingt neu ausgerichtet werden. Weitere Informationen zum richtigen Einstellen der Leuchten sowie Tipps rund um das Autolicht haben wir in unserem Sicherheitsratgeber zusammengefasst.

Unterwegs in der Nacht: Tipps für Autofahrer


muedigkeitswarner-1c - KopieFür eine freie Sicht auf die Straßen sollten neben den Scheinwerferanlagen auch die Autoscheiben sauber sein. Für das Fahren bei Nacht empfiehlt sich eine erhöhte Sitzposition für den Fahrer, denn sie reduziert die Gefahr, vom Gegenverkehr geblendet zu werden.  Um sich selbst vor Blendungen durch entgegenkommender oder nachfolgender Pkws zu schützen, sollten Sie außerdem nie direkt in die Scheinwerfer anderer Verkehrsteilnehmer schauen und den Rückspiegel entsprechend einstellen. Wenn Sie keine gute Sicht haben, reduzieren Sie die Geschwindigkeit! In der Dunkelheit sind Entfernungen schlechter einzuschätzen.

Sekundenschlaf ist lebensgefährlich


Mit Müdigkeit beim Autofahren ist nicht zu spaßen. Ein Sekundenschlaf von nur einer Sekunde entspricht bei Tempo 50 bereits einem Blindflug von 14 Metern. Bei höheren Geschwindigkeiten ist das Ausmaß entsprechend gravierender.  Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Müdigkeit und sehr lange Wachzeiten ähnliche Auswirkungen auf die Konzentration und Reaktionsfähigkeit haben können wie Alkohol. Bei langen Nachtfahrten sollten Sie deshalb regelmäßige Pausen einlegen. Frische Luft hilft, der Müdigkeit vorzubeugen. Die Temperatur im Auto sollte zudem nicht zu hoch sein. Wenn möglich, sollten sich mehrere Fahrer abwechseln.

Hilfreiche Assistenzsysteme für das Fahren bei Nacht


Renault Twingo 2016 innen spurhalte assistentModerne Pkw-Assistenzsysteme können Autofahrer nicht nur tagsüber, sondern auch nachts unterstützen. Als sinnvolle Systeme gelten beispielsweise:

Volvo Automatische Tier Erkennung zur Vermeidung von Wildunfällen 2015 WaldNachtsichtassistenten sind nur bedingt zu empfehlen, weil nicht alle Systeme Menschen in dunkler Winterkleidung erkennen. Auch der Müdigkeitswarner hilft nur mit Einschränkung, denn nicht alle müden Fahrer zeigen für den Assistenten erkennbare typische Verhaltensweisen.

Beim Fahren in der Nacht sollten Sie zu guter Letzt – wie auch am Tage – vorausschauend fahren. Denn auch andere Verkehrsteilnehmer können müde sein, eine eingeschränkte Sicht haben oder gar unter Alkoholeinfluss stehen. Ebenso ist besonders nachts mit Tieren auf der Fahrbahn zu rechnen, da diese im Scheinwerferlicht stehen bleiben. Beachten Sie Hinweisschilder und die vorgegebenen Tempolimits.




Autor: Fabian Thomas

 
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