Selbst ist der Autobesitzer: Vier Dinge, die jeder selbst reparieren kann

15.04.2016 Alle Ratgeber

Manche Reparaturen können wirklich nur vom Fachmann erledigt werden. Einiges können Autobesitzer aber auch zum Selbstkostenpreis erledigen und so viel Geld sparen.

Nicht jedes kleine Problem am Fahrzeug erfordert gleich einen teuren Aufenthalt in der Werkstatt. Hier lesen Sie, was die meisten Autofahrer auch selbst bewerkstelligen können.

Bild 1 - gebrochenes Rad altEs gibt Reparaturen und Wartungen am Auto, die sind schwierig, benötigen Fachkenntnisse und nicht zuletzt auch teures Spezialwerkzeug: Welcher Otto Normalverbraucher würde es schon schaffen, an seinem Motor die Zylinderkopfdichtung zu wechseln? Und auch wenn Probleme mit der Elektrik den Fahrer plagen, ist es einfacher, den Fachmann ranzulassen, als sich selbst mit Schaltplänen und Prüflampe unter das Armaturenbrett zu zwängen. Aber es gibt auch bei Neuwagen nach wie vor einige Aufgaben, die in der Werkstatt teuer sind, aber dennoch nicht kompliziert, sodass sie selbst von Autobesitzern mit minimalen Fingerfertigkeiten und einem Grundstock an Gebrauchswerkzeug erledigt werden können. Vier davon fasst dieser Artikel für Sie zusammen.

Übrigens: In Zeiten, in denen immer mehr Elektronik unter der Haube verbaut ist, können Bits und Bytes auch dem Fahrer beim Schrauben sehr nützlich sein: Wartungspläne, Reparaturanleitungen und Co. gibt es im Web oftmals kostenlos zum Download. Durch Regelmäßige Kontrollen lassen sich Autopannen mit Glück vermeiden.

1. Luftfilter reinigen


Bild 2 - Luftfilter
Zwischen den Lamellen unterhalb des hier orangenen Dichtrandes sammelt sich der Dreck im Luftfilter.


Der Luftfilter ist eines der wichtigsten Elemente des Wagens, denn er übernimmt die Reinigung der Luft, die der Motor zum Verbrennen des Kraftstoffs benötigt – würde er ungefilterte Luft ansaugen, würden die darin vorhandenen Staubteilchen schon nach kürzester Zeit die glatt geschliffene („gehonte“) Innenseite der Zylinderwände verkratzen und den Motor zerstören.

Das Reinigen ist leicht: In den meisten Autos sitzt der Luftfilter an den Seiten des Motorraums hinter einem der Frontscheinwerfer: Eine große Kunststoffkiste mit einem dicken Rohr oder Schlauch Richtung Motor, kaum zu übersehen. Sie ist meist mit Schnellverschlüssen oder Schrauben verschlossen. Sind diese geöffnet, kann der Deckel dieses Luftfilterkastens abgehoben werden. Darunter sitzt das Filter-Element, meist aus einem Papier-Gewebe. Dieses muss nun herausgenommen werden. Wer einen Kompressor besitzt, kann die nun folgende Reinigung dem Luftstrom überlassen. Ansonsten reicht auch ein Handfeger, mit dem einfach der Schmutz aus den Lamellen gekehrt wird. Anschließend noch den restlichen Dreck aus dem Boden des Luftfilterkastens aussaugen und alles wieder zusammenbauen.

2. Zündkerzen wechseln


Bild 3 - Zündkerze
Die gebogene Elektrode an der Spitze der Zündkerze verschleißt durch den Funkenschlag mit der Zeit.


Beim Benzinmotor läuft ohne sie nichts: Zündkerzen sorgen dafür, dass das Kraftstoff/Luft-Gemisch in den Zylindern entflammt wird. Doch durch die zahlreichen Zündvorgänge unterliegen sie Verschleiß und müssen in regelmäßigen, vom Hersteller angegebenen Intervallen (heute zwischen 30- und 60000 Kilometern laut einem Experten der "Die Welt") getauscht werden – das Intervall findet sich meist in der Bedienungsanleitung des Wagens. Oft kann durch einen Zündkerzenwechsel auch der Spritverbrauch gesengt werden.

Um die Zündkerzen zu wechseln, muss der Motor absolut kalt sein. Danach kann die Abdeckung auf der Oberseite des Motors abgeschraubt werden. Darunter sitzt bei modernen Fahrzeugen das Zündelement, das die Kerzen mit Spannung versorgt. Auch dies muss abgeschraubt werden, danach sollten die Zündkerzen schon sichtbar sein.

Wichtig: Bevor sie mit einem passenden Zündkerzenschlüssel herausgeschraubt werden, muss sichergestellt sein, dass durch die offenen Gewinde kein Schmutz in die Brennräume gelangen kann. Anschließend die Kerzen alle herausschrauben. Eine davon als Muster mit zum Fachmarkt nehmen, denn auf ihr ist der Wärmewert angegeben, der für fast alle Motoren unterschiedlich ist. Die neuen Zündkerzen vorsichtig einsetzen, sie müssen sich ohne Kraft bis zum Anschlag eindrehen lassen. Dann mit etwas mehr Kraft anziehen. Jetzt können die Anbauteile wieder in umgekehrter Reihenfolge installiert werden.

Tipp: Ein Aufkleber im Motorraum sollte mit Datum und Kilometerstand des letzten Wechsels beschriftet werden. Kommt es dereinst zur Frage „soll ich mein Auto verkaufen?“, weiß der Interessent so auf einen Blick, ob diese Arbeit noch auf ihn zukommt, oder durch Sie bereits erledigt wurde.

3. Rücklichter reparieren


Frontscheinwerfer von modernen Autos sind meistens eine Sache für die Werkstatt. Die hinteren Birnen können aber oft noch selbst getauscht werden.

Im Kofferraum sitzen auf Höhe der Rückleuchten meist Abdeckungen – oft per Clip befestigt und nicht schwerer zu öffnen als die Batterieklappe einer Fernbedienung. Ist dieser Deckel entfernt, wird die Innenseite des Rücklichts sichtbar, meist erst in Form eines Steckers mit diversen Kabeln. Dieser muss vorsichtig entfernt werden, oftmals ist er ebenfalls durch einen Clip gesichert. Danach kann die Halteplatte der Glühbirnen (geschraubt oder geclipst) ebenfalls herausgenommen werden. Die schadhafte Birne muss ein wenig in die Fassung gedrückt und einige Grade gegen den Uhrzeigersinn herausgedreht werden. Beim Fachhändler Ersatz mit gleicher Watt- und Voltzahl besorgen und in die Fassung stecken.

Tipp: Vor dem Einbau erst die Halteplatte mit dem Stecker verbinden und dann das Licht einschalten, um die neue Birne auf Funktion zu prüfen. Dann alles wieder zusammenbauen.

4. Kühlflüssigkeit ergänzen


Ohne Kühlflüssigkeit würde ein Motor nach wenigen Minuten überhitzen und zerstört werden. Die Kontrolle des Kühlmittelkeitsstandes sollte daher mindestens einmal pro Monat erfolgen.

Bild 4 - motor Kühlmittelbehälter
Der Kühlmittelbehälter sitzt meist an der Seite im Motorraum und ist durch den Schraubdeckel und die vielen Schläuche erkennbar.


Der Kühlflüssigkeitsbehälter befindet sich ebenfalls im Motorraum, meist links oder rechts vom eigentlichen Motor. Erkennbar ist er daran, dass diverse Schläuche von ihm wegführen. Oft besteht er aus einem transparenten Kunststoff mit eingeprägten „Min-Max“-Markierungen. Liegt der Füllstand zwischen diesen Linien, ist alles okay. Ist er geringer, muss bei kaltem Motor der Schraubdeckel geöffnet und etwas Wasser nachgefüllt werden, bis die Markierung wieder erreicht wird – fehlt viel Wasser, sollte auch passendes Frostschutzmittel ergänzt werden.

Wichtig: Sinkt das Flüssigkeitslevel regelmäßig unter die Markierung, so liegt ein Kühlmittelverlust vor, den sich eine Werkstatt genauer ansehen sollte, um größere Schäden zu vermeiden.

Fazit zur Eigenreparatur


Autos zu reparieren und zu warten ist beim Fachmann eine teure aber meist unvermeidbare Angelegenheit. Besonders durch regelmäßige Kontrolle des Kühlflüssigkeitsstandes sowie des Wechsels von Zündkerzen und Luftfilter können Autobesitzer allerdings auch selbst sehr viel dazu beitragen, dass Schäden vermieden, beziehungsweise so frühzeitig erkannt werden, dass nicht noch weitere, viel teurere Reparaturen folgen.

Bildquellen: WikiImages, jpj2000nl, Josch 13, Dale86 - Alle (CC0-Lizenz) © pixabay.com




Autor: Fabian Thomas

 
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