Reisen mit dem Auto: Worauf man achten sollte

22.01.2014 Alle Ratgeber

Das beliebteste Reiseverkehrsmittel der Deutschen ist der eigene Pkw. Daran hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundsätzlich nichts geändert. Im ADAC-Reisemonitor 2013 gaben 50,8 Prozent der 4000 Befragten an, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren. Dahinter rangierten das Flugzeug (ca. 39 %) und erst mit großem Abstand die Bahn (3,3 %).

Die Vorteile einer Autoreise liegen auf der Hand: An- und Abreisetage sowie Zwischenstopps lassen sich flexibel planen. Sperriges Reiseequipment wie eine Sportausrüstung oder ein Fahrrad sind mit dem richtigen Zubehör bequemer zu transportieren als mit dem Flugzeug oder im Zug. Ferner besteht die Möglichkeit, ein Boot oder gar eine Unterkunft auf Rädern an den Pkw anzuhängen. Und auch das Haustier kann mit an Bord. Neben all diesen pragmatischen Gründen greift das finanzielle Motiv: Gerade für große Familien erweist sich das Verreisen mit dem Auto im Vergleich zu anderen Transportmitteln häufig als die kostengünstigere Variante.

Damit die Reise so angenehm und stressfrei wie möglich verläuft, empfiehlt es sich, rechtzeitig mit der Urlaubsplanung zu beginnen. Dabei ist die Grundvoraussetzung für eine gute und sichere Fahrt erst einmal der Kauf eines adäquaten Fahrzeugs. Ist dies bereits vorhanden, so gilt es, das Auto für den Urlaub zu rüsten. Eine Mängelkontrolle und eine Überprüfung des Sicherheitszubehörs auf Vollständigkeit sollten sich Autohalter vor jeder längeren Fahrt zur Pflicht machen.

Worauf sollte ich beim Autokauf achten?


Beim Kauf eines urlaubstauglichen Pkws können die scheinbar banalen Dinge später entscheidend für das Gelingen der Reise sein. Zu den wichtigsten Ausgangsfragen gehört selbstverständlich die Entscheidung über die Größe des Fahrzeugs. Ist ein Kombi ausreichend oder ist ein Van vielleicht die bessere Wahl? Es empfiehlt sich, die Maße von Koffer- bzw. Laderaum und Fußräumen detailliert zu prüfen und unter Umständen das Verstauen von Gegenständen, wie z.B. einem Kinderwagen, auszutesten. Nicht in jedem Auto lassen sich mehrere Kindersitze nebeneinander auf der Rückbank befestigen.

Insbesondere bei der Wahl der Ausstattungsoptionen, aber auch hinsichtlich der Leistungsstärke des Motors und der Belastungskapazität des Autos sollten Fahrer ihrer Urlaubspläne im Auge behalten. Wer beispielsweise die Skiausrüstung oder das Surfbrett auf seine Reise mitnehmen will, benötigt entsprechende Dachträger bzw. -boxen, die es je nach Marke und Fahrzeugtyp in unterschiedlichen Mengen und Varianten gibt. Beim Transport von Fahrrädern ist abzuwägen, ob ein Heck- oder Dachträger praktischer ist. Durch die Wahl einfach zu montierender Konstruktionen lässt sich später viel Zeit beim Be- und Entladen einsparen. Im Idealfall gilt auch hier: Ausprobieren. Für das Mitführen eines Anhängers oder eines Caravans ist nicht nur eine passende Anhängerkupplung nötig. Auch der Motor und das Gewicht des Autos müssen angemessen sein.

Weitere Individualisierungen wie Getränkehalter, zusätzliche Ablagefächer oder Kühlboxen sowie eingebaute Navigationsprogramme oder internetbasierte Unterhaltungs- und Informationssysteme können natürlich zum Komfort während einer langen Fahrt beitragen. Es stellt sich aber die Frage, ob sich der Kunde diesen Luxus leisten kann und will. In eine gute Klimaanlage zu investieren macht für Urlaubsfahrten im Sommer sicherlich Sinn. Definitiv nicht sparen sollten Autohalter auch in puncto Sicherheitsausstattung. Um herauszufinden, welche Fahrzeuge einen besonders effektiven Insassenschutz bieten, lohnt es sich u.a., die Ergebnisse des Euro NCAP Crashtests zu studieren.

Wie mache ich mein Auto urlaubstauglich?


Die Vorbereitung einer längeren Autoreise sollte zum Wohlbefinden und zur Sicherheit aller Insassen nicht auf den letzten Drücker erfolgen. Vor der Abfahrt empfiehlt sich ein Rundum-Check des Fahrzeugs. Dazu zählt u.a. die Überprüfung der Technik, des Ölstands, der Bremsanlage und Bremsflüssigkeit sowie die Kontrolle von Reifendruck und -profil. Scheibenreiniger und Kühlwasser muss der Fahrer bei Bedarf nachfüllen. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Pneus liegt bei 1,6 Millimetern. Der ADAC rät jedoch dazu, Sommerreifen bei einer Restprofiltiefe von 3,0 Millimetern und Winterreifen bei 4,0 Millimetern auszuwechseln. Mitglieder des ADAC können die Überprüfung ihres Fahrzeugs übrigens wahlweise in einem ADAC Prüfzentrum in ihrer Nähe durchführen lassen.

Ist das Auto „fit“ für die lange Fahrt, geht es an‘s Beladen. Hier gibt es einiges zu beachten, wie z.B. die maximale Ladekapazität. Diese ist stets einzuhalten. Für das Gewicht des Dachgepäcks und die Belastung von Boxen und Trägern gibt es ebenfalls Grenzen, die in den entsprechenden Handbüchern zu finden sind. Wer „on top“ packt, muss die gesteigerte Fahrzeughöhe bei seiner Fahrweise einkalkulieren. Die Scheinwerfereinstellungen sind an das jeweilige Beladungsgewicht anzupassen.

Schwere Koffer gehören in den Kofferraum – und zwar möglichst nach unten. Fixierungen mit Bändern oder Netzen können zusätzliche Stabilität geben. Die Rückbank sollte frei bleiben, so dass Gepäckstücke sich im Falle von Bremsmanövern nicht in tödliche Geschosse verwandeln.

Was sollte ich mitnehmen? Worauf ist bei Auslandsreisen zu achten?


Je nachdem, in welches Land der Urlaub führt, sind unterschiedliche Reisevorkehrungen zu treffen. Für alle „Road-Trips“ gilt jedoch, dass ein Verbandskasten (Haltbarkeit prüfen), ein Warndreieck, Warnwesten, ein Abschleppseil, ein Starthilfekabel, eine Taschenlampe und idealerweise ein Feuerlöscher mit an Bord sein sollten. Ausreichende Mengen an Flüssigkeit und Decken im Winter stehen ebenfalls auf der Checkliste. Keinesfalls vergessen sollten die Urlauber wichtige Dokumente wie den Führerschein oder die Versicherungsunterlagen. Diese sind griffbereit mitzuführen.

In Abhängigkeit vom Zielland müssen sich Reisende u.U. rechtzeitig um weitere Unterlagen bemühen. Hierzu zählt z.B. die Beantragung eines internationalen Führerscheins. Vor allem im osteuropäischen Raum, aber auch in einigen anderen Ländern, ist bei der Einreise bzw. im Falle eines Unfalls die grüne Versicherungskarte vorzuzeigen. Diese dient ­­­­dazu, einen Versicherungsschutz nach den Bestimmungen des Gastlandes nachzuweisen. In jedem Fall ist es hilfreich, sich vorab über die KFZ-Versicherungsbestimmungen des Reiselandes zu informieren. Insbesondere bei fehlenden Kenntnissen der Landessprache empfiehlt es sich, den Europäischen Unfallbericht mitzuführen.

Weil die Nichteinhaltung landesspezifischer Vorschriften reisenden Familien teuer zu stehen kommen kann, sollten sich diese vorab ausführlich über Gesetze informieren, um Strafen zu entgehen. Zu beachten sind beispielsweise variierende Regelungen und Bestimmungen hinsichtlich der Tempolimits, der Licht- und Warnwestenpflicht, der Promillegrenze sowie der Meldepflicht bei Unfällen. Bei einigen Routen müssen sich die Urlauber auf Maut-Gebühren für Autobahnen, Brücken, Tunnel, u.a. einstellen und sich gegebenenfalls im Voraus eine Vignette kaufen.

Wenn alle Vorkehrungen für die Fahrt getroffen sind, kann es endlich losgehen. Wer aus einem stressfreien Traumurlaub mit dem Auto entspannt in die Heimat zurückkommt, wird erkennen, dass sich die Planung im Voraus ausgezahlt hat.

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Autor: Fabian Thomas

 
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