Marderschäden am Auto: Welche Bauteile sind betroffen und was zahlt die Versicherung?

08.04.2015 Alle Ratgeber

autopanneSteinmarder sind für Autofahrer bundesweit ein „tierischer“ Albtraum. Vor allem im Frühjahr – in der Paarungszeit – nehmen die Schäden in Motorräumen von Fahrzeugen zu. Nicht selten entstehen hohe Reparaturkosten.

Fahrzeughalter, denen keine Garage zur Verfügung steht, haben die Möglichkeit, mit verschiedenen Abwehrmanövern gegen die katzengroßen Raubtiere vorzugehen. Nicht immer jedoch sind diese effektiv, weil die Tiere sich schnell an veränderte äußere Umstände gewöhnen und häufig neue Wege finden, um unter die Motorhaube zu gelangen. Manche Autofahrer treffen gar keine Maßnahmen gegen die Beißattacken und stellen Schäden an ihrem Pkw erst nach mehreren Wochen fest.

Betroffene Autobauteile


Meist zerfressen die Tiere Gummibauteile und weiche Kunststoffe. Am häufigsten sind die Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung, Gummimanschetten, Zündkabel, Kunststoffschläuche, Kühl- und Scheibenwaschwasserschlauch, Faltenbälge an Lenkung und Antriebswellen, die Stromleitungen und deren Isolierungen betroffen.

Zu Schäden durch Marder an Bremsschläuchen, Keilriemen, Reifen und Kraftstoffleitungen gibt es laut ADAC keine dokumentierten Fälle.

Mögliche Folgeschäden: Vorsicht Unfallgefahr!


Wenn die Tiere Kühlwasserschläuche beschädigen, besteht das Risiko, dass die Kühlflüssigkeit ausläuft und der Motor überhitzt.

Auch angebissene Zündkabel können die Funktionsweise des Antriebs erheblich beeinträchtigen. Der ADAC rät dringend davon ab, mit dem Auto zu fahren, wenn ein Schaden dieser Art auftritt und der Motor unrund läuft. Sobald Kraftstoff nicht vollständig verbrannt wird, treten nicht selten Defekte am Katalysator auf.

Durch Zerstörung von Gummimanschetten, z. B. an Antriebsgelenken oder Lenkungsteilen, dringt nach und nach – häufig unbemerkt – Schmutz ein. Darüber hinaus trocknet die Fettschicht aus. Durch die fehlende Schmierung kommt es zu Schäden der Bauteile und unter Umständen zu einer Gefährdung der Fahrsicherheit.

Die genannten und andere mögliche Folgeschäden führen häufig dazu, dass kleine und große Reparaturen anfallen. Für Autofahrer ist es wichtig zu wissen, ob die Autoversicherung für Marderschäden aufkommt?

Versicherung – Beschädigungen nicht immer abgedeckt


Nicht alle Autoversicherungen übernehmen die Reparaturkosten von Defekten, die aufgrund von Marderbissen auftreten. Wer sein Auto in einem Gebiet abstellt, in dem bekanntermaßen viele der Raubtiere aktiv sind, sollte besonders auf die Konditionen und Leistungen seiner Versicherung schauen und verschiedene Anbieter vergleichen.

Zu beachten ist, dass einige Versicherungen nur die Reparaturkosten für die unmittelbar „angenagten“ Teile zahlen, andere auch Leistungen für Folgeschäden bis zur abgedeckten Höhe.

Hat ein durch einen Marderbiss zerstörter Kühlwasserschlauch beispielsweise einen Motorschaden verursacht, bezahlt eine Versicherung, die nicht für Folgeschäden aufkommt, nur das Austauschen des Schlauches. Ist eine Eigenbeteiligung vereinbart worden, bekommt der Versicherte häufig gar keine Leistungen. Der Kühlschlauch selbst kostet zwar nicht die Welt, jedoch muss der Fahrer auch die Reparaturaufwendungen für den Antrieb selbst tragen.

Es gilt – wie so oft – Vorbeugen ist besser als Heilen. Autofahrer sollten versuchen das Eindringen der Marder in den Motorraum durch gezielte Abwehrmaßnahmen zu verhindern, um Defekten, hohen Reparaturkosten, Gefahren und Ärger mit der Versicherung vorzubeugen.




Autor: Fabian Thomas

 
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