Fahrradträger: Vergleich der verschiedenen Systeme

25.08.2016 Alle Ratgeber

Wie transportiere ich ein Fahrrad am besten im Auto? Diese Frage stellt sich jedem, der sein Fahrrad mit in den Urlaub nehmen möchte. Möglichkeiten gibt es genug, der Kofferraum kommt aber nur bei sehr speziellen Autos in Frage. Bleibt also nur noch die Möglichkeit einer Außenbefestigung für das Zweirad.

Wir vergleichen hier in Zusammenarbeit mit dem Fahrradträgerhersteller Uebler verschiedenste Trägerarten und geben Auskunft über Sicherheit, Ergonomie und Tragkraft:
  1. Fahrradträger für die Anhängerkupplung
  2. Der Deichselträger bzw. Deichseladapter für Wohnwagen
  3. Der Dachträger
  4. Fahrradtransport am Kofferraumdeckel (Heckträger)
  5. Fazit zum Trägersystemvergleich

Fahrradträger für die Anhängerkupplung


uebler_X31S+Fzg+3Rad-schwarzDas Transportieren der Räder auf einem Kupplungsträger ist die einfachste und ergonomischste Lösung. Geringe Höhe, einfache Beladung, schnelle Montage. So lassen sich bis zu 4 Fahrräder gleichzeigt transportieren. Allerdings bedingt diese Variante, das das Fahrzeug über eine Anhängerkupplung verfügt. Diese sind in Europa genormt, so dass jeder „Kupplungsträger“ sich auch montieren lässt. Die Kosten für ein Nachrüsten liegen bei circa 300-400 Euro für das Material zzgl. dem Arbeitslohn. Außerdem brauchen Sie ein drittes Nummernschild für den Träger. Beim Kauf eines Neuwagens ist die Option eine Anhängerkupplung ab Werk zu bestellen aber meist gegeben und günstiger.

Welcher Träger ist der Beste?


Die Unterschiede zeigen sich meist schnell im Detail. So reicht die Preisspanne für Kupplungsträger von rund 150 Euro im Baumarkt bis zu rund 600 Euro für wirklich hochwertige Systeme, die im Fachhandel zu kaufen sind.

uebler_X31S-weißWichtig sind Eckdaten wie Eigengewicht, Transportkapazität und Größe. Grundsätzlich sollte man sich vor einem Kauf aber näher mit dem Produkt befassen. Ein persönlicher „Test“ ist – z.B. im stationären Fachhandel – immer eine gute Entscheidungshilfe. Folgende Fragen sollten Sie vor einem Kauf aber immer geklärt haben:
  • Wie wird Träger montiert?
  • Wie werden die Fahrräder befestigt?
  • Wie lässt der Träger sich zum Öffnen der Heckklappe bedienen?
  • Wie schwer kann ich den Träger belasten?

Testsiege und Vergleiche von renommierten Teststellen und Informationsorgane wie dem ADAC sind hier eine gute, ergänzende Orientierung – ersparen aber nicht den persönlichen Test.

Handhabung ist ein entscheidender Aspekt


kupplungstrager_P22-S_FZ+SchieneHochwertige, moderne Kupplungsträger zeichnen sich durch Bestwerte in Sachen Gewicht aus, lassen bei der Transportkapazität kaum Fragen aufkommen (bis 60 Kg sollten schon sein…) und bieten eine optimale Bedienungsergonomie für den Besitzer. Manche Systeme – wie z.B. der Uebler X21 S – lassen sich zudem noch auf ein besonders platzsparendes Packmaß „zusammenfalten“, was die Aufbewahrung extrem vereinfacht. Eine Entscheidung für ein hochwertiges System ist dafür dann aber auch meist eine Entscheidung für ein langlebiges Produkt, dass den Besitzer gerne auch über 10 oder mehr Jahre begleitet.

Kupplungsträger bieten darüber hinaus weitere Hilfen: z.B. Auffahrschienen, die das Beladen endgültig zum Kinderspiel machen, Hochwertige Taschen für Transport und Aufbewahrung, abschließbare, diebstahlsgeschützte Befestigungen des Trägers selber sowie der Fahrräder, etc.

In diesem Video zeigt Uebler die Funktionsweise des X21 nano:


Gewicht und Spritverbrauch als Kriterium


Auch die Sicherheitsaspekte sind ein wesentlicher Teil der Entscheidung. Mit 2 E-Bikes und bis zu 60 Kg Zuladung sollte die Sicherheit ganz klar im Vordergrund stehen. Folgende Regeln müssen deswegen eingehalten werden:
  1. Die maximale Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h sollte nicht überschritten werden.
  2. Abrupte Brems- und Ausweichmanöver sollten wenn es nicht anders geht vermieden werden.
  3. Scharfes Anfahren sollte ebenso vermieden werden.
  4. Regelmäßige Kontrollen der Haltepunkte und Schnellspanner.
  5. Der Träger muss eine korrekte Beleuchtung haben und mit einem Kennzeichen versehen sein.

Zudem - laut Studien des ADAC – verursachen Kupplungsträger den geringsten Sprit-Mehrverbrauch am Fahrzeuges. Man spricht von nur rund 10%. Und die Sicht nach hinten bleibt weitgehend ungetrübt. Lediglich beim Rangieren muss Vorsicht geboten werden, weil das Ende des Trägersysteme nur schlecht einsehbar ist. Manche modernere Systeme haben deshalb Sensoren integriert, die per optische und akustische Signalisierung den Abstand zum Hintermann anzeigen. Das ganze ähnelt der Park Distance Control beim Pkw und zeigt die Hinweise per Funk über ein Empfangsdisplay an.

Der Deichselträger bzw. Deichseladapter für Wohnwagen


Deichseltraeger_DT2-1Ein Caravan mit Zugfahrzeug? Ein Wohnmobil für den Jahresurlaub? Natürlich sind hier traditionell die meist fest verbauten Hecksysteme oft anzutreffen. Und doch sieht man immer mehr Camper mit einem Fahrradträger zwischen Pkw und Anhänger, der auf der Deichsel sitzt. Tipps für einen sicheren Sommerurlaub mit dem Wohnwagen finden Sie in unserem Ratgeber "Mit Anhänger in den Sommerurlaub".

Fest verschraubter Deichselträger


Der normale Deichselträger wird fest verschraubt und thront vor dem Anhänger oder Wohnwagen auf der der Deichsel. Er bietet platz für bis zu 2 Fahrräder und kann bei bedarf umgeklappt werden um den Zugang zum Deichselkasten freizugeben.

Ein Träger auf einem Deichseladapter


Deichseladapter+P21-1Ein Kupplungsträger mit einem Anhängerkupplungsadapter bietet den Vorteil, dass er auch außerhalb der Wohnmobilreise an einem normalen PKW mit Kupplung verwendet werden kann. Der Adapter wird – wie sonst bei reinen „Deichselträgern“ üblich – auf der Caravandeichsel verbaut bzw. verschraubt und schon lässt sich dort ein normaler Kupplungsträger aufsetzen. Wichtig dabei: Die Leuchten des Kupplungsträgers (Rückleuchten) dürfen nicht in Fahrtrichtung zeigen.

Faltbare Systeme bieten hier die Möglichkeit die Beleuchtung separat nach innen zu klappen. Und am Urlaubsort angekommen, kann der Kupplungsträger ganz einfach auch am beweglichen Zugfahrzeug verwendet werden. Eine flexible Kombinationslösung also.

Fahrradtransport auf dem Fahrzeugdach


Das ist die klassische Variante, jedoch auch die Mühsamste, weil die Räder über Kopfhöhe auf das Dach gehoben werden müssen. Insbesondere bei schweren Mountainbikes, Hollandrädern oder gar E-Bikes ist das ein erheblicher Kraftakt. Das Benutzen von Tiefgaragen ist praktisch ausgeschlossen. Und manchen ist es schon mal passiert, dass in fremden Städten die maximale Durchfahrtshöhe nicht beachtet worden ist.

Zudem kann - laut Studien des ADAC - der Spritverbrauch des Fahrzeugs massiv um bis zu 35% ansteigen.

Fahrradtransport am Fahrzeugheck (Heckträger)


hecktrager_primavelo_T6_retDer Transport der Fahrräder auf einem Heckträger ist die „traditionellste“ Variante – die aber seit Jahren immer problematischer wird. Durch immer unterschiedlichere Karosserie- und neuen Kofferraumformen ist die Befestigung schwieriger und weniger sicherer geworden als früher.

Wenn, dann sollte die Wahl auf einen Heckträger fallen, der speziell für das entsprechende Fahrzeug entwickelt und getestet ist. Von den verfügbaren „Universalheckträger“ ist eher abzuraten, da die Montage durch die individuelle Anpassung meist sehr aufwändig ist und das Risiko einer Beschädigung von Lack oder Blech deutlich erhöht ist. Zudem ist die Montage meist nur mittels Werkzeug und kaum von einer Einzelperson durchführbar.

Verfügbarkeit führt zum Aussterben


hecktrager_4er_Traeger_retBei den speziell an einen Fahrzeugtyp angepassten Heckträgern besteht das Problem heute eher in der Verfügbarkeit für einzelnen Fahrzeugtypen. Bedingt durch die im Automobilbau angestrebte „Leichtbauweise“ werden gerade großflächige Materialien wie Heckklappen und die Gasdruckfedern zur Heckklappenfixierung immer weniger belastbar; durch die Reduzierung der Spaltmaße aus optischen Gründen verringert sich immer mehr die Möglichkeit einen Heckträger auch ausreichend sicher und stabil einzuhängen und durch die oft rasante Modellpflege macht es für qualitätsorientierte Hersteller oft wirtschaftlich keinen Sinn mehr speziell angepasste Systeme zu entwickeln. Eine „sterbende Art“ also…. Viele Hersteller bieten hier „noch“ ein Spektrum für ausgewählte Fahrzeugtypen – für die breite Masse an Fahrzeugen wird es jedoch schwierig etwas Geeignetes zu finden.

Zudem kann - laut Studien des ADAC - der Spritverbrauch des Fahrzeugs um bis zu 20% ansteigen und die Sicht nach hinten ist erheblich eingeschränkt.

Fazit zum Trägersystemvergleich


Final muss man attestieren: Der Siegeszug des Kupplungsträgers ist seit Jahren unaufhaltsam. Heute hat diese Gattung bereits an einen Anteil von rund 80% aller verkauften Transportlösungen für Fahrräder. Ein deutlicher Anteil, das die doch erheblichen Vorzüge klar widerspiegelt.

Gute, hochwertige Hersteller halten alle Varianten, die wir Ihnen vorstellen für Sie bereit und stellen so sicher, dass für nahezu jede Anforderung auch eine geeignete „Lösung“ gefunden werden kann. Wir empfehlen deshalb einen Fachhandel aufzusuchen und dort speziell ein Trägersystem für Ihr Fahrzeug zu suchen.

Logo_ueblerDieser Ratgeber wurde in Zusammenarbeit mit dem renommierten Fahrradträger Hersteller Uebler verfasst. Seit 50 Jahren produziert das deutsche Unternehmen hochwertiges Autozubehör und räumt regelmäßig Auszeichnungen von renommierter Fachinstitute und -zeitschriften für die eigenen Produkte ab. Weitere Informationen zu den Produkten erhalten Sie bei Ihrem lokalen Fahrrad- und Autozubehörhändler.




Autor: Fabian Thomas

 
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