Fahren im Stau: Wie verhalte ich mich richtig?

03.02.2015 Alle Ratgeber

adac stauStaus im Berufsverkehr sind auf deutschen Straßen an der Tagesordnung. Im Verkehrschaos zu stecken löst bei vielen Autofahrern Stress aus und kostet Nerven. Nicht selten führen Unkonzentriertheit sowie falsch eingeschätzte Abstände und Bremswege zu Unfällen im stockenden Verkehr. Auch ein nicht erkanntes Stauende ist eine häufige Gefahrenquelle. Oftmals kollidieren nicht nur zwei Fahrzeuge, sondern es entsteht eine Kettenreaktion mit zahlreichen Auffahrunfällen.

Idealerweise informieren sich Autofahrer vor Fahrantritt über die Verkehrslage und nutzt im Falle einer Staumeldung eine Alternativroute. Ist dies nicht möglich, helfen einige Verhaltensregeln, sicher ans Ziel zu kommen und mit seiner eigenen Fahrweise dazu beizutragen, dass sich der Stau schnell wieder auflöst.

Abbremsen und Warnblinker setzen


Wer ein Stauende vor sich sieht, sollte rechtzeitig die Geschwindigkeit reduzieren und die Warnblinkanlage einschalten, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu warnen. Von einem zu abruptem Bremsen ist jedoch unbedingt abzusehen. Es droht die Gefahr, dass dem Hintermann keine Zeit zum Reagieren bleibt und dieser auffährt.

Vorausschauend handeln


Noch wichtiger als in anderen Verkehrssituationen ist beim Fahren im Stau eine vorausschauende disziplinierte und defensive Fahrweise. Wer ständig schnell beschleunigt und stark abbremst,  beeinträchtigt den Verkehrsfluss negativ, fährt extrem unwirtschaftlich und erhöht die Unfallgefahr. Bei Stop-and-Go empfiehlt es sich, das Auto bei niedrigem Tempo und mit ausreichend Abstand zum Vordermann rollen zu lassen und nicht zu oft zum totalen Stillstand zu kommen. Eine zu große Lücke zum Vordermann ist jedoch nicht sinnvoll, denn sie bremst den nachfolgenden Verkehr unnötig aus.

An Engstellen beziehungsweise Unfallstätten, an denen Spuren gesperrt sind, ist das Reißverschluss-Prinzip vorgeschrieben. Hier ist es wichtig, sich nicht zu früh einzuordnen, sondern bis an die Verengung heranzufahren und erst dann die Seite zu wechseln. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch ein ausreichender Abstand zum Vordermann. Lücken für die sich einordnenden Verkehrsteilnehmer beschleunigen das Auflösen des Staus.

Spurwechsel als Stauverursacher


Bei Stop-and-Go ist es verlockend, jede kleine Lücke zu nutzen, um schneller voranzukommen oder zumindest das Gefühl zu haben, weniger Zeit zu verlieren. Das zu häufige Spurenwechseln führt jedoch gerade auf Autobahnen dazu, dass Staus entstehen oder sich verschlimmern. Wer andere Pkw-Fahrer durch das ständige Wechseln der Spur zum Bremsen zwingt, löst einen Ziehharmonika-Effekt beim nachfolgenden Verkehr aus und mutiert zum Gefahrenherd auf den Straßen. Besonders die Bremswege von schweren Lkws sind nicht zu unterschätzen. Auch Motorradfahrer sollten darauf verzichten, sich durch den Verkehr zu schlängeln, da sie leicht zu übersehen sind. Es drohen Zusammenstöße mit ausscherenden Autos, deren Fahrer nicht kontinuierlich in die Außen- und den Rückspiegel schauen.

Auch beim Auffahren und Einordnen auf der Autobahn ist eine vorausschauende Fahrweise gefragt, um stockenden Verkehr zu vermeiden.

Vorschriften bei Stau und stockendem Verkehr


Als weitere Verhaltensregeln im Stau gelten: nicht aus dem Wagen aussteigen, eine Rettungsgasse in der Mitte zweier Spuren für Polizei, Notarzt und Feuerwehr freihalten und nicht den Standstreifen befahren – es sei denn dieser ist freigegeben. Es empfiehlt sich im Übrigen, bei längerem Stillstand den Motor abzuschalten. So lässt sich Sprit sparen und auch die Umwelt des umliegenden Gebiets schonen.

Bild: ADAC




Autor: Fabian Thomas

 
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