Damit der Neue neu bleibt – so pflegen Sie Ihren Neuwagen

12.12.2014 Alle Ratgeber

Hyundai ix35 Black & SteelNeuwagen büßen innerhalb der ersten vier Jahre teilweise bis zu über 40 Prozent ihres Wertes ein. Der Restwert schwankt natürlich auch bei bester Pflege stark je nach Klasse, Hersteller und Modell. Derzeit am stabilsten sind Modelle des tschechischen Herstellers Skoda, wie das Handelsblatt berichtet.

Egal, ob das Auto innerhalb weniger Jahre weiterverkauft oder möglichst lange genutzt werden soll, jeder Neuwagenbesitzer hat ein großes Interesse daran, dem Wertverlust seines Autos vorzubeugen und möglichst lange ein Neuwagen-Gefühl beim Fahren zu haben.

Wertverlust vorbeugen


Einigen Alterserscheinungen lassen sich durch die richtige Unterbringung des Fahrzeugs schon reduzieren. Steht ein Auto direkt an der Straße, ist es Sommer wie Winter sämtlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt und natürlich besteht beispielsweise die Gefahr, dass ein Marder Schäden anrichtet. Nah am Bürgersteig kann auch damit gerechnet werden, dass ein Fußgänger das Auto streift oder anderweitig versehentlich kleine Beschädigungen am Lack zustande kommen.

Wer seinen Neuwagen in der Garage unterbringt oder zumindest in einem Carport, kann die Gefahr der Beschädigung deutlich verringern. Verschmutzungen wie Vogelkot oder Ungeziefer greifen Lack und Versiegelung an. Auch witterungsbedingter Verschleiß ist dann ein sehr viel geringeres Problem.

Intensive Sonneneinstrahlung sorgt dafür, dass die Farbe des Lackes mit der Zeit sichtbar ausbleicht, was insbesondere bei kräftigen Lackierungen und Rot oder Blau schnell sichtbar ist. Eine Alternative ist ein entsprechender Überwurf für das Auto, hierbei muss dann allerdings darauf geachtet werden, dass nicht beim täglichen Überstreifen und Abnehmen selbst Schäden am Lack verursacht werden, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch den Wert des Autos merklich senken.

Wer vorhat, seinen Neuwagen innerhalb weniger Jahre wieder zu verkaufen, sollte den Restwert seines Autos im Auge behalten. DAT und Schwacke-Liste lohnen für eine solche Betrachtung nur bedingt, da sie viele Faktoren wie den Standort des Fahrzeugs oder die Farbe nicht in die Restwertberechnung mit einbeziehen. Portale wie easyautosale.com ermöglichen hier eine schnellere Vergleichsmöglichkeit, da hier unmittelbar Angebote von Händlern verglichen werden und Besitzer sich so schnell einen Überblick verschaffen können, was derzeit für ihr Auto gezahlt wird.

Auch der tägliche Gebrauch des Wagens spielt beim Werterhalt natürlich eine Rolle. Insbesondere Raucherfahrzeuge verzeichnen einen hohen Wertverlust, denn der Geruch, den der blaue Dunst hinterlässt, setzt sich so nachhaltig in Kunststoff und Polsterbezügen fest, dass er kaum zu entfernen ist und oft noch viele Jahre später bemerkbar ist, insbesondere für Nichtraucher.

Duftbäume oder Lufterfrischer wirken sich oft eher negativ aus und sorgen zudem schneller dafür, dass der typische Neuwagengeruch verfliegt.

Generell sollte natürlich mit dem Innenraum pfleglich umgegangen werden. Essen und Trinken im Auto bergen die Gefahr der Verschmutzung. Schnell ist etwas verschüttet oder auf die Polster gekleckert, was sich nicht mehr spurlos entfernen lässt. Kaffee- und Schokoladenflecken sind hier besonders hartnäckig und auch Fettflecken sind meist von Dauer. Im schlimmsten Fall setzt sich zusätzlich noch der Geruch fest oder Essensreste geraten unbemerkt in Spalten und Zwischenräume, wo sie verderben und schimmeln.

Das Mitfahren von Haustieren, insbesondere von Hunden macht sich natürlich ebenfalls bemerkbar und wirkt sich negativ auf den Restwert aus, schreibt welt.de. Sitzt das Tier unmittelbar auf den Polstern, können die Krallen Schäden auf den Polstern hinterlassen. Haare setzen sich meist an allen möglichen Stellen ab und sind nur schwer völlig zu entfernen.

Neuwagen richtig pflegen


Um das neue Auto möglichst lange frisch und sauber zu halten, ist regelmäßige Reinigung unabdingbar. Auch wenn bei einem Neuwagen einige Punkte entfallen, hilft diese Checkliste dabei, keinen Bereich auszulassen und strukturiert bei der Reinigung vorzugehen.

Neuwagenbesitzer schauen in den meisten Fällen zuerst auf die Pflege des frischen Lackes und möchten, dass er möglichst lange in gutem Zustand bleibt. Bei Neuwagen werden aus Umweltschutzgründen Lacke auf Wasserbasis verwendet. Diese sind erst nach einem halben Jahr völlig ausgehärtet. Entsprechend empfindlich ist der Lack in der ersten Zeit und bedarf entsprechend schonender Pflege. Zwar werden in Waschstraßen inzwischen meist lackschonende Moosgummisysteme verwendet, wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, wäscht sein Auto per Hand. Soll ein Hochdruckreiniger zum Einsatz kommen, muss ein Mindestabstand von 30 Zentimetern eingehalten werden.

Um die Versiegelung zu überprüfen reicht zunächst ein simpler Wassertest, bei dem ein paar Tropfen auf den Lack gespritzt werden. Stehen diese unter Spannung auf dem Lack, ist er versiegelt. Ist das nicht der Fall, sollte der Wagen mit einem Pflegemittel für frischen Lack behandelt werden. Eine hochwertige Versiegelung sorgt dafür, dass Schmutz sich gar nicht erst zu sehr festsetzt und bei der Reinigung leichter wieder entfernt werden kann.

Auf scharfe Reinigungsmittel sollte unbedingt verzichtet werden. Auch der häufig genannte Tipp, Spülmittel zu verwenden, sollte besser verworfen werden, denn das Mittel kann die Wachsschicht angreifen und abtragen, sodass der Lack ungeschützt ist. Außerdem kann Spülmittel die Gummidichtungen austrocknen und porös machen. Schmutz sollte niemals mit einer Bürste abgerieben werden, da so insbesondere frischer Lack angegriffen wird. Besser ist es, das Reinigungsmittel etwas einwirken zu lassen, sodass es den Schmutz sanft ablösen kann. Anschließend können die meisten Verschmutzungen einfach abgespült werden.

Insbesondere im Frühling ist eine gründliche Pflege von Lack und Unterboden notwendig, um die Reste von Streusalz zu entfernen und somit Rost vorzubeugen, doch auch unmittelbar vor dem Winter lohnt sich eine hochwertige Versiegelung, um Beschädigungen durch Rollsplitt und Salz entgegen zu wirken.

Für jedes Material, sei es Kunststoff, Leder, Gummi oder Chrom sind andere Pflegeprodukte notwendig; das sollte beim Reinigen berücksichtigt werden.

Die Innenreinigung sollte ebenso behutsam durchgeführt werden. Herkömmliche Staubsaugeraufsätze können im Kunststoff tiefe Kratzer hinterlassen, die zum Wertverlust ähnlich stark beitragen wie Kratzer im Lack. Das Cockpit sollte regelmäßig mit entsprechenden Reinigern gepflegt werden, denn durch die große Hitzeentwicklung bei Sonneneinstrahlung trocknet die Verkleidung aus und verliert auch ihre Farbe. Die Reinigung sollte am besten auf einem schattigen Platz mit einem weichen Mikrofasertuch durchgeführt werden. Vorsicht ist geboten beim Putzen in der Sonne; die Reiniger trocknen bei Hitze oftmals zu schnell und hinterlassen dann Flecken.

Ledersitze sind bei der Pflege etwas aufwändiger, sollten aber keinesfalls stiefmütterlich behandelt werden. Im Fachhandel gibt es entsprechende Lederfluids, die nach dem Auftragen mittels eines Schwamms anschließend mit einem weichen Baumwolltuch abgerieben werden können. Gut geeignet sind vor allem rückfettende Produkte, denn sie halten das Leder geschmeidig. Vor der nächsten Benutzung sollten die gereinigten Flächen gut trocknen gelassen werden.




Autor: Fabian Thomas

 
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