Batterie leer – wie überbrücke ich richtig?

07.10.2014 Alle Ratgeber

Wenn die Tage kühler werden, muss die Autobatterie häufig Schwerstarbeit leisten, um den Motor mit ausreichend Energie zu versorgen. Nicht selten und vor allem im Falle von Batterien, die bereits ein paar Jahre auf dem Buckel haben, kommt es dann vor, dass das Auto ohne Hilfe nicht mehr anspringt. Die Autobatterie ist laut ADAC die Pannenursache Nummer eins.

Voraussetzungen für die Starthilfe


autopanneUm bei einer leeren Batterie selbst Abhilfe zu schaffen, benötigen Sie neben einem Starthilfekabel ein zweites Fahrzeug als Stromspender.  Das Starthilfekabel sollte die DIN-Norm 72 553 beziehungsweise ISO-Norm 6722 erfüllen, die sowohl eine Kunststoffvollisolierung der Polklemmen als auch einen Kabelquerschnitt von mindestens 16 mm² für Motoren über 2,5 Liter Hubraum und 25 mm² für Diesel-Pkws vorschreibt. Nur die Kontaktteile der Zangenspitze dürfen und müssen aus Metall bestehen. Die Batteriespannungen der Batterien beider Pkws müssen identisch sein.

Die beiden Autos sollten nebeneinander oder gegenüber voneinander geparkt werden, dabei darf kein Kontakt zwischen den Karosserien bestehen. Der Gang ist jeweils herauszunehmen und die Handbremse anzuziehen. Beim zu überbrückenden Fahrzeug müssen ferner Stromfresser wie Radio, Licht, Heizung ausgeschaltet sein.

Anschließen des Starthilfekabels mit Bedacht


Sind die Voraussetzungen für eine Überbrückung vorhanden, geht es an das Anschließen des Kabels. Hierbei ist Vorsicht geboten, denn ein fehlerhafter Gebrauch kann erhebliche Schäden an Fahrzeugelektronik, Kabeln und Autobatterie nach sich ziehen. Keinesfalls darf es zu einer Verwechslung von Plus- und Minuspol kommen. Hinweise bzw. Kennzeichen befinden sich in der Regel in der Bedienungsanleitung des Autos, an der Batterie und am Starthilfekabel. Im Falle von Unsicherheit ist unbedingt ein Fachmann zu Rate zu ziehen.

Mit dem roten Überbrückungskabel werden die beiden Pluspole der Autobatterien, die im Normalfall an der roten Schutzabdeckung und einem +-Zeichen zu erkennen sind,  miteinander verbunden. Anschließend ist eine Seite des schwarzen Kabels an den Minuspol der Spenderbatterie anzuklemmen. Die andere Seite wird an einem blanken Metallteil der Karosserie beziehungsweise am Motorblock des Pannenfahrzeuges angeschlossen. Der Minuspol sollte hier nicht genutzt werden, da es beim Anschließen der Klemme durch mögliche Funkenbildung zu Knallgasentzündung und in der Folge zur Zerstörung der Batterie kommen kann.

Starten der Motoren


Sind die Kabel ordnungsgemäß befestigt, wird zunächst der Motor des Helferfahrzeugs gestartet. Nach einer kurzen Wartezeit kann dann ein Startversuch beim Pannenfahrzeug vorgenommen werden. Dieser sollte nicht länger als 15 Sekunden dauern und bei Fehlschlagen nach kurzer Pause wiederholt werden. Falls der Motor nicht startet, obwohl der Anlasser dreht, sind weitere Startversuche zu unterlassen, da höchstwahrscheinlich andere bzw. zusätzliche Schäden an der Batterie oder Technik vorliegen.

Kabel entfernen


Wenn die Überbrückung erfolgreich verläuft und der Motor des liegen gebliebenen Fahrzeuges anspringt, sollte nach etwa drei Minuten Anlaufzeit ein starker elektrischer Verbraucher (z. B. Heckscheibenheizung oder Gebläse) eingeschaltet werden. Im Anschluss sind zunächst das schwarze und dann das rote Kabel zu entfernen. Schließlich kann der elektrische Verbraucher wieder ausgeschaltet werden. Um die Batterie im betroffenen Fahrzeug wieder richtig zu laden, empfiehlt sich nach der Überbrückung eine längere Fahrt. Wiederholt sich die Problematik mit dem Ladungszustand jedoch, sollte der Fahrer das Auto in einer Werkstatt überprüfen lassen.




Autor: Fabian Thomas

 
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