Ballonfinanzierung: Vor- und Nachteile

28.02.2015 Alle Ratgeber

Immer mehr Autohäuser bieten Neuwagenkäufern eine sogenannte Ballonfinanzierung an. Hierbei handelt es sich um einen Ratenkredit mit hoher Schlussrate, der dem Mietprinzip des Leasings ähnelt, aber andere Konditionen aufweist. Die Ballonfinanzierung eignet sich in erster Linie für Geringverdiener und Personen mit unregelmäßigem Einkommen. Allerdings birgt die moderne Finanzierungsform nicht nur Vorteile, sondern auch einige Gefahren.

Wie genau funktioniert die Ballon-Finanzierung?


autokauf-leasing-finanzierung-barDas Prinzip der Ballonfinanzierung ist einfach: Nach geringer oder sogar keiner Anzahlung finanziert der  Kreditnehmer das Auto durch gleichmäßige Raten. Am Ende der Laufzeit verbleibt eine hohe Schlussrate.

Vorsicht: versteckte Zinsen


Durch diese Art der Finanzierung ergibt sich im Vergleich zum konventionellen Ratenkredit der Vorteil niedrigerer Raten. Für die Restsumme, d. h. den nicht abnehmenden Teil der Schulden, sind jedoch bis zum Ende der Laufzeit des Kredits Zinsen zu zahlen. Dabei kommen schnell ein paar hundert Euro zusammen. Folglich fallen die Zinsen und Gesamtkosten bei einer Ballonfinanzierung höher aus als bei einem klassischen Kredit.

Gebrauchtwagen eintauschen: Risiko verbleibt beim Kunden


Sich darauf zu verlassen, ein Auto am Ende der Laufzeit zurückgeben oder gegen ein anderes tauschen zu können, statt die verbleibende Schlussrate zu zahlen, ist tückisch. Der Kunde kann nicht davon ausgehen, dass der Gebrauchtwagen den für einen Eintausch vertraglich vorgeschriebenen Zustand zum Ende der Vertragslaufzeit tatsächlich noch aufweist. Das Risiko liegt beim Käufer und ist nicht kalkulierbar. Weist der Wagen beispielsweise einen höheren Kilometerstand auf als bei Vertragsabschluss vereinbart, mindert dies den Restwert. Der Erlös für den Pkw ist oft nicht ausreichend, um den bestehenden Kredit vollständig abzuzahlen.

Davon abgesehen, ist die Rückgabe des Pkw in der Regel nicht die vom Kunden gewünschte Lösung, insofern er auch künftig einen fahrbaren Untersatz benötigt, um beispielsweise täglich zur Arbeit zu fahren. Wer nicht in der Lage ist, die Einmalzahlung zur vollständigen Tilgung des Kredits zu leisten, gerät nicht selten in einen Teufelskreis. Der Händler oder die Autobank bieten für die Schlussrate die Aufnahme eines neuen Kredits an – häufig mit höherer Verzinsung. Wenn das alte Auto abbezahlt ist, steht oft schon die Finanzierung eines neuen Wagens an, weil der alte seinen Zenit überschritten hat.

Die Ballonfinanzierung zu nutzen, empfiehlt sich daher nur, wenn der Autokäufer sich sicher ist, dass er die Schlussrate bezahlen kann und sein Vermögen bzw. Gehalt höhere monatliche Ratenzahlungen nicht zulässt. Eine Sicherheit ergibt sich beispielsweise, wenn vor dem Zeitpunkt der finalen Tilgung eine Lebensversicherung ausgezahlt oder Festgeld frei wird.

Konventioneller Ratenkredit vs. Ballonfinanzierung


Falls ein Kredit unumgänglich ist, stellt der konventionelle Ratenkredit, bei dem nach den monatlichen Abschlägen nichts mehr hinzukommt, die bessere Alternative zur Ballon-Finanzierung dar. Einen günstigen Kredit bei einer beliebigen Bank aufzunehmen und das Auto beim Händler bar zu zahlen, schafft klare Verhältnisse und birgt weniger Fallstricke. Darüber hinaus lassen sich nicht selten Rabatte für die Barzahlung aushandeln. Grundsätzlich ist es ratsam vor dem Autokauf die Gesamtkosten verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten miteinander zu  vergleichen. Die Ballonfinanzierung ist – falls möglich – zu vermeiden.




Autor: Fabian Thomas

 
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