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Fahrbericht: Nissan Pixo

Von Thomas Flehmer
Der Nissan Pixo
Foto: Nissan

Dass es in Familien ab und zu mal nicht so harmonisch läuft, ist völlig normal angesichts verschiedener Interessen jedes einzelnen Familienmitgliedes. Je nach der Divergenz der verschiedenen Ansichten kommt es dann zum Streit oder man erzielt einen Kompromiss, um weiterhin vernünftig zusammen leben zu können.

Erstmals unterhalb des Micra

Knapp einen Monat nach der Präsentation des Suzuki Alto hat nun Nissan den Pixo vorgestellt. Für den japanischen Autohersteller ist der Gang in das derzeit sehr attraktive Segment der Micro-Cars, der Kleinstwagen, eine absolute Premiere. Seit über 25 Jahren hatte der Micra bisher den Benjamin-Part innerhalb der Familie inne. Doch Klimadiskussion und hohe Benzinpreise trieben die Verantwortlichen ins A-Segment. Um bei Entwicklungs- und Produktionskosten zu sparen, wurde eine Kooperation mit Suzuki vereinbart, dessen Ergebnis der Alto und nun der Pixo sind.

Identische Fahrzeuge

Der Innenraum ist karg eingerichtet
Foto: Nissan

Um es vorwegzunehmen: beide Fahrzeuge sind nicht nur Schwestern, sondern fast schon Zwillinge. Identische Plattform, identischer Motor, identischer Innenraum, selbst die Heckleuchten rufen keine Unterschiede hervor. Die einzigen Unterschied der beiden liegen natürlich im Frontbereich und geringfügig an der Rückseite des 3,57 Meter kurzen Kleinstwagens. Nicht nur um die beiden Geschwister unterscheiden zu können hat Nissan die konzerntypischen Scheinwerfer, Grill und Stoßfänger sowie Motorhaube installiert. Am anderen Ende heben sich ebenfalls die Soßfänger ab und auch die Radabdeckungen und Sitzpolster sind unterschiedlich. Doch auch Geschwister tragen ja nicht immer die gleichen Kleider. Einheitlich sind dafür die guten und schlechten Eigenschaften. Der 68 PS starke Dreizylinder benötigt lediglich 4,4 Liter Benzin und stößt so nur 103 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Das Raumgefüge ist für einen Kleinen recht groß. Vier Personen passen bei einem Radstand von 2,36 Metern gut in den spartanisch ausgestatteten Innenraum hinein, die auf den hinteren Plätzen sind allerdings etwas benachteiligt. Doch der Pixo soll die vier Insassen auch nicht von Berlin nach Rom kutschieren, sondern ist für den Alltagsgebrauch und nicht dazu gedacht, die Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h ständig herauszufordern.

Kleiner Wendekreis

Agilität vorhanden
Foto: Nissan

Denn mit einem Wendekreis von 9,0 Metern macht der Pixo seine Nachteile beim Ampelsprint wett. Parkplatzprobleme treten für Nissans Kleinsten, der auch mit einer Automatikversion angeboten wird, seltener geben. Dafür stehen dann lediglich 129 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung, die auf Kosten der hinten mitfahrenden Personen auf 747 Liter anwachsen können. Keinen Streit wollen die beiden Geschwister bei den Zielgruppen heraufbeschwören. Während Suzuki als Sponsor von "Germanys next Topmodell" die jüngere Generation im Auge hat, wird der Pixo als "Grüner Stadtwagen" auf den Online-Portalen der Generation 50 Plus stark gepuscht. Die Silver Ager wurden von Nissan schon mit dem Mittelklassemodell Tiida angesprochen.

Den Lover ausspannen

Schmaler Kofferraum
Foto: Nissan

Während bei den Zielgruppen beide Schwestern sich aus dem Wege gehen, wird es bei Suzuki demnächst doch zerknirschte Gesichter geben, als hätte die eine Schwester der anderen den Lover ausgespannt. Denn Nissan bietet den Pixo für 7990 Euro und damit ganze tausend Euro günstiger an als Suzuki den Alto, in diesem Segment sind das Welten. Und gerade die Preisdifferenz wird dazu führen, dass sich nicht nur die eigentliche Zielgruppe Nissans angesprochen fühlt, sondern auch die jüngere Generation, die eigentlich Suzuki abdecken wollte. Der Zickenkrieg ist vorprogrammiert.


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