Richtiger Reifendruck beugt Unfällen und Verschleiß vor

Es kommt vermehrt zu Unfällen mit Reifenpannen, die auf falschen Reifendruck zurückzuführen sind. Zu wenig aber auch zu viel Druck ist gefährlich. Der Reifen hat dann nicht die nötige Auflage, den sogenannten Grip, zur Fahrbahn.

LogoZusammen mit der Kampagne „Reifenqualität – Ich fahr auf Nummer sicher!“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner zeigen wir Ihnen, wie jeder Autofahrer mit einem richtigen Reifendruck aktiv zu seiner eigenen Sicherheit beitragen kann.

Denn fahren mit zu geringem Druck kann zu folgendem führen:

  • der Bremsweg verlängern
  • das Fahrzeuge kann schlingern (Verschlechterung der Spurtreue)
  • das Fahrzeug in einer Kurve ausbrechen
  • die Lebensdauer der Reifen erheblich verkürzen und zu Reifenplatzern führen
  • der Benzinverbrauch erhöhen

Erheblicher Gripverlust bei falschem Druck

optimaler_luftdruckDer ADAC hat sich der Luftdruckthematik angenommen und folgendes Festgestellt: Bereits ab einer Unterschreitung des Sollwertes von 0,5 bar sind für den Fahrer erhebliche Unsicherheiten beim Fahren zu spüren. So werden bei Kurvenfahrten auf nasser Fahrbahn nur noch 80% der Seitenkräfte des Vorderrades korrekt auf die Fahrbahn übertragen. Die Folge ist ein frühes Ausbrechen und im schlimmsten Fall liegt man dann im Graben. Auf Technische Raffinessen wie Front-/Heck- oder Allradantrieb helfen dann auch nicht.

Außerdem sagt der ADAC, dass wenn der Luftdruck um 1,0 bar sinkt, der Bremsweg auf nasser Fahrbahn um ca. 10% erhöht wird. Beim Bremsen muss man wissen, dass das Antiblockiersystem (ABS) mit unterschiedlichen bar-Werten nicht optimal arbeiten kann.

Wie oft muss ich den Druck der Reifen messen?

Nicht nur beim Wechsel von Winter- auf Sommerreifen ist das Reifendruck messen notwendig. Wir empfehlen, dass Sie diesen 2 mal im Monat kontrollieren.

Wo finde ich den Reifendruck meiner Reifen?

Welcher Reifendruck für Ihr Fahrzeug empfohlen wird, können Sie entweder der Innenseite des Tankdeckels oder dem Bedienungshandbuch des Fahrzeuges entnehmen. Bei einigen Fahrzeugen steht er auch in der Fahrertür. Diese Angaben werden bei der Entwicklung des Fahrzeuges ermittelt und extra für das Modell abgestimmt.

Die Jahreszeit ist für den erforderlichen Reifendruck nicht mehr entscheidend. Sommer- und Winterreifen und auch Allwetterreifen sollten nach den Vorgaben des Herstellers den gleichen Wert haben. Die Materialzusammensetzung der Reifen ist unterschiedlich und passt sich somit den Temperaturverhältnissen und den damit verbundenen Nass- und Trockenfahreigenschaften bei gleichem Reifendruck an.

Wie kann ich meine Reifen wieder mit Luft füllen?

reifen_druck_messtation_tankstelle_nachfullenMit einem Reifenfüllgerät können Sie den aktuellen Reifendruck überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Die Geräte stehen Ihnen an Tankstellen kostenlos zu Verfügung. Serviceorientierte Tankstellen sind Ihnen gerne dabei behilflich. Die Anschaffung eines Reifenfüllgerätes für den Heimgebrauch kann eine Alternative sein, wenn Sie keine Tankstelle vor der Haustür haben.

Der Reifendruck sollte immer bei kalten Reifen gemessen werden. Berücksichtigen Sie beim Reifendruck, messen auch die Beladung des Fahrzeugs. Für eine Fahrt in den Urlaub mit viel Gepäck ist ein anderer Druck erforderlich, als wenn Sie alleine auf dem Weg zur Arbeit sind.

Wenn Sie den Reifen schon einmal in der Hand haben, nutzen Sie die Gelegenheit, um das Reifenprofil zu kontrollieren.

Ventilkappen nicht vergessen

Vergessen Sie nicht die Ventilkappe nach dem Messen wieder aufzusetzen. Durch sie wird das Ventil vor Verschmutzung oder Beschädigung beschützt. Kleines Ding mit großer Wirkung, denn falls das Ventil kaputt ist, muss der reifen in die Werkstatt.

Was sind Reifendrucksensoren?

Beim direkten Reifendrucksensoren (RDKS) werden Sensoren an der Innenseite des Reifenventils angebracht. Die Sensoren messen den vorhandenen Reifendruck und die Temperatur. Das Steuergerät Ihres Fahrzeuges empfängt die Daten per Funk. Sie werden, je nach Ausstattung Ihres Fahrzeugs, unterschiedlich auf fehlerhaften Reifendruck hingewiesen. Das kann über ein Warnsignal, direkte Anzeige im Cockpit oder eine gezielte Abfrage passieren.

Alternativ gibt es indirekte Druckkontrollen

Es wird unterschieden zwischen direkten und indirekten Reifendruckkontrollsystem (RDKS):

Beim indirekten RDKS kommen keine Extrasensoren zum Einsatz. Hierbei werden bereits vorhandene Sensoren wie ESP oder ABS genutzt. Dabei wird die Drehzahl der Räder gemessen und untereinander verglichen. Wenn es zu einer Abweichung kommt, werden Sie auch hier über das Cockpit informiert und sollten dann einen Besuch in Ihrer Werkstatt einplanen.

Die Werte des indirekten RDKS sind im Vergleich zum direkten RDKS ungenauer. Ein Vorteil ist jedoch, dass nicht Sommer- und Winterreifen mit den Sensoren ausgestattet werden müssen.

Brauche ich die neuen Reifendrucksensoren?

Fotolia_85938487_XS_reifen_platten_luftverlustIn einer neuen EU-Regelung wurde festgelegt, dass Fahrzeuge, die ab dem 01. November 2014 erstmals zugelassen werden, mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein müssen. Das betrifft Personenkraftwagen und Wohnmobile.

Diese Regelung soll zu mehr Sicherheit auf den Straßen beitragen. Laut Statistischem Bundesamt ist ein zu geringer Reifendruck mit rund 40 Prozent der Verkehrsunfälle in Verbindung zu bringen. Durch zu geringen Reifendruck erhöht sich außerdem der Kraftstoffverbrauch und führt zu einer höheren Umweltbelastung.

Was kosten Sensoren für die Autoreifen?

Wenn Sie ein älteres Fahrzeug haben, können Sie Reifendrucksensoren in einer Fachwerkstatt nachrüsten lassen. Der Preis für einen Satz beträgt ca. 130 Euro. Dazu kommt der Einbau in den Reifen.

Bei der Lagerung von Autoreifen wird die Batterie im Sensor nicht belastet, da der Sensor nicht "arbeitet".

Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen

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