Reifenbezeichnungen: Was steht auf den Reifen?

Auf jedem Reifen sind eine Vielzahl von Buchstaben und Zahlen zu finden, die Aufschluss über die Eigenschaften des Reifens geben. Das gilt sowohl für Winter- als auch für Sommerreifen. Eine Nichtbeachtung der Angaben kann zum Versicherungsverlust führen, weil Ihr Fahrzeug nicht mehr Verkehrssicher ist.

LogoZusammen mit der Kampagne „Reifenqualität – Ich fahr auf Nummer sicher!“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner zeigen wir Ihnen, wie jeder Autofahrer aktiv zu seiner eigenen Sicherheit beitragen kann.

Das bedeuten die Zahlen auf den Reifen

Reifen_groesse_beschriftungFür die Markierung von Reifen gibt es bestimmte Normen. Daher muss jeder Hersteller seine Reifen entsprechend dieser Norm kennzeichnen. Es gibt insgesamt sechs verschiedene Markierungen.

  • Die erste Zahl auf dem Reifen gibt die nominelle Reifenbreite in Millimetern an. Die tatsächliche Reifenbreite kann leicht vom Wert auf dem Reifen abweichen, da die Hersteller unterschiedliche Fertigungsverfahren anwenden oder die Breite der verwendeten Felge abweicht.
  • Die zweite Zahl steht für die Höhe des Reifens. Diese wird aber nicht als ganze Zahl angegeben, sondern als Prozentzahl. Sie steht für das Verhältnis der Höhe zur Breite des Reifenquerschnitts, also wie viel Prozent der Reifenbreite die Reifenhöhe beträgt.
  • Der Buchstabe an der dritten Stelle steht für die Bauweise des Reifens. Der Buchstabe „R“ steht hier für Radialreifen, bei denen die Karkassfäden radial, also im rechten Winkel zur Fahrtrichtung verlaufen. Steht an dieser Stelle ein „D“, handelt es sich um Diagonalreifen, bei denen die Karkassfäden diagonal zur Fahrtrichtung verlaufen. Des Weiteren kann hier auch die Kennzeichnung „ZR“ stehen, dabei handelt es sich um Reifen, die für Geschwindigkeiten über 240 km/h zugelassen sind.
  • Die nächste Zahl steht für den Felgendurchmesser in Zoll.
  • An fünfter Stelle steht eine Zahl, die für den Tragfähigkeitsindex oder auch Load-Index (LI) steht. Er steht für die Belastbarkeit der Reifen beim vom Hersteller vorgegebenen Reifendruck. Jeder Zahl ist hierbei eine kg-Belastung zugeordnet.
  • An letzter Stelle steht noch ein Buchstabe. Er steht für die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens. Der Buchstabe „V“ steht zum Beispiel für 240 km/h.

Beispiel für eine Reifenkennzeichnung

Ein Beispiel für die Reifenbezeichnung ist folgend: Die Bezeichnung 255/50 R 95 V steht für einen folgenden Reifen:

  • mit einer nominellen Reifenbreite von 255 Millimetern.
  • Die Reifenhöhe beträgt 50 Prozent der Reifenbreite
  • bei den Reifen handelt es sich um Radialreifen (Aufbau des Reifens).
  • Der Tragfähigkeitsindex von 95 steht für eine Belastung von 690 kg je Reifen.
  • Der Buchstabe V steht für die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.

Die DOT-Nummer des Reifens zeigt das Alter

Gegenüber der Reifenbezeichnung ist die DOT-Nummer eingraviert. Die Bezeichnung DOT steht hierbei für „Department of Transportation“ – das Datum der Herstellung. Ein Reifen mit der Bezeichnung DOT 2315 wurde zum Beispiel in der 23. Kalenderwoche des Jahres 2015 produziert.

Anhand der DOT-Nummer lässt sich also das Reifenalter ablesen. Genau das ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor, denn Reifen sollten spätestens nach zehn Jahren ersetzt werden, da ihr Gummi spröde und brüchig wird. Zusätzlich sollten Reifen ab einem Alter von sechs Jahren regelmäßig auf Alterungsrisse und Schäden überprüft werden.

Reifen von Wohnwagen oder Anhängern mit 100 km/h-Genehmigung müssen bereits nach sechs Jahren ausgetauscht werden.

Beim Kauf von Neureifen ist es für Wenigfahrer besonders wichtig, auf das Reifenalter zu achten: Fahrer, die nicht viel mit dem Auto unterwegs sind, sollten einen genauen Blick auf die DOT-Nummer werfen, damit die Reifen lange halten.

Der Geschwindigkeitsindex der Reifen

Hier finden Sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit Ihres Reifens:

Buchstabe des Geschwindigkeits-Index zulässige Höchstgeschwindigkeit
F-Index 80 km/h
G-Index 90 km/h
J-Index 100 km/h
K-Index 110 km/h
L-Index 120km/h
M-Index 130km/h
N-Index 140 km/h
P-Index 150 km/h
Q-Index 160km/h
R-Index 170 km/h
S-Index 180 km/h
T-Index 190 km/h
U-Index 200 km/h
H-Index 210 km/h
V-Index 240 km/h
W-Index 270 km/h
Y-Index 300 km/h
VR-Index 210 km/h
ZR-Index 240 km/h

Der Tragfähigkeitskennziffer

Dieser Index gibt die Belastbarkeit eines Reifens an. Jeder Indexwert entspricht einer bestimmten Tragfähigkeit bei dem vorgesehenen Luftdruck. Beachten Sie bitte, dass die Reifen dem in den Fahrzeugpapieren eingetragenen LI-Wert entsprechen müssen.

Tragfähigkeitsindex (Li) Belastbarkeit (kg)
63 272 kg
64280 kg
65290 kg
66300 kg
67307 kg
68315 kg
69325 kg
70335 kg
71345 kg
72355 kg
73365 kg
74375 kg
75387 kg
76400 kg
77412 kg
78425 kg
79437 kg
80450 kg
81462 kg
82475 kg
83487 kg
84500 kg
85515 kg
86530 kg
87545 kg
88560 kg
89580 kg
90600 kg
91615 kg
92630 kg
93650 kg
94670 kg
95690 kg
96710 kg
97730 kg
98750 kg
99775 kg
100800 kg
101825 kg
102850 kg
103875 kg
104900 kg
105925 kg
106950 kg
107975 kg
1081000 kg
1091030 kg
1101060 kg
1111090 kg
1121120 kg
1131150 kg
1141180 kg
1151215 kg
1161250 kg
1171285 kg
1181320 kg
1191360 kg
1201400 kg

Weitere wichtige Kennzeichnungen

Neben der Reifenbezeichnung und der DOT-Nummer gibt es noch weitere Kennzeichnungen, die auf fast jedem Reifen zu finden sind.

Mit dem so genannten OE-Zeichen machen Hersteller kenntlich, dass die Reifen spezifischen Herstellerangaben entsprechen und von diesen für ein bestimmtes Fahrzeugmodell empfohlen wurden. OE steht hierbei für „Original Equipment“. Meist stehen aber nicht diese beiden Buchstaben auf dem Reifen, sondern ein spezieller, vom Hersteller entwickelter Code.

Zusätzlich gibt es auf dem Reifen einen Pfeil, der die Laufrichtung des Reifens anzeigt. Das ist bei der Montage sehr wichtig.

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